29.05.26

Neues Krebsmittel-Isotop beflügelt Aktie von Eckert & Ziegler

Eckert & Ziegler hat am Donnerstag (28.5.) eine Kooperations- und Liefervereinbarung mit dem norwegischen Isotopenhersteller Thor Medical geschlossen, um der Pharmaindustrie den Zugang zu Blei-212 zu erschließen. Das Isotop gilt als vielversprechend für die zielgerichtete Alpha-Therapie in der Krebsbehandlung. Mit dem Deal schließt Eckert & Ziegler eine Lücke im Portfolio und stärkt seine Strategie als vollintegrierter Radiopharmazeutika-Anbieter.

Die SDAX-Aktie (16,52 Euro; DE0005659700) legte seit der Meldung um 5% zu und erreichte zeitweise den höchsten Stand seit November 2025. Dennoch erscheint uns die Bewertung angesichts des sich abzeichnenden Turnarounds weiterhin moderat: Mit einem KGV von 18 notiert der Titel rund 30% unter seinem historischen Schnitt von 26,5. Bei einer Normalisierung auf das 25-Fache des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns von 0,86 Euro je Aktie errechnet sich ein fairer Wert von rund 21,50 Euro. Eckert & Ziegler bleibt ein Kauf. Den Stopp heben wir von 12,10 auf 13,30 Euro an.

Irankrieg verschafft Chemie trügerische Atempause

Die Eskalation am Persischen Golf hat der deutschen Chemieindustrie zum Jahresauftakt eine Belebung verschafft. Das zeigt der Quartalsbericht, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag (29.5.) vorgelegt hat. Industriekunden stockten wegen gesperrter Lieferwege ihre Lager auf. Chemieproduktion und -umsatz legten saisonbereinigt je rund 2% gegenüber dem Vorquartal zu; der Gesamtumsatz stieg auf 50,9 Mrd. Euro. Energie- und Rohstoffengpässe zwangen die asiatische Konkurrenz zu Produktionskürzungen – der Importdruck bei chemischen Grundstoffen ließ nach, wovon deutsche Anbieter profitierten.

Im Vorjahresvergleich sank der Gesamtumsatz dennoch um 5,4%, die Gesamtproduktion um knapp 6%. Die Kapazitätsauslastung verharrt mit 75% unter der Rentabilitätsschwelle von rund 82%. Sobald die Lagereffekte auslaufen und der Konflikt endet, dürfte der Druck aus Asien zurückkehren. Das Gesamtjahr werde erneut schwächer ausfallen als das Vorjahr, erklärte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Entrup. Die Atempause ist real – aber geliehen.


28.05.26

2G Energy ergattert größten Einzelauftrag der Firmengeschichte

Mit einem Auftrag aus dem nordamerikanischen Rechenzentrumsgeschäft im unteren dreistelligen Megawatt-Bereich hat 2G Energy den größten Auftrag der Firmengeschichte erhalten und die Prognose für 2026 konkretisiert. Der Vorstand erwartet den Umsatz nun am oberen Rand der Prognose (bisher: 440 bis 490 Mio. Euro). Bei der EBIT-Marge dürfte das margenärmere Projektgeschäft zu Beginn allerdings bremsen; sie wird daher voraussichtlich nicht am oberen Ende der bisherigen Zielspanne von 9,5 bis 10,5% liegen, so das Management.

Für 2027 plant 2G Energy mit einem Umsatz zwischen 570 Mio. und 620 Mio. Euro, was einem Wachstum von rund 20% entspricht. Die EBIT-Marge soll dann auf über 11% steigen.

Binnen zwei Wochen hat die Aktie (68,75 Euro; DE000A0HL8N9) um 25% zugelegt – seit dem März-Tief hat sie sich mehr als verdoppelt. Wir sind bei 2G Energy engagiert, mit Stopp bei 37,90 Euro.

Uber sichert sich Sperrminorität bei Delivery Hero

Uber hat seinen direkten Anteil an Delivery Hero zu Wochenbeginn von 19,5 auf 24,99% aufgestockt – und damit eine Sperrminorität gesichert. Damit stärken die US-Amerikaner ihre Position im Übernahmekampf (s. Ticker vom 26.5.) deutlich. Inklusive Derivaten kontrolliert der US-Konzern nun Stimmrechte von 36,83% – und besitzt damit eine Sperrminorität. Gleichzeitig reduzierte der Aktivist Aspex seinen Anteil von 14,55 auf 7,56% und verkaufte nach „Bloomberg“-Angaben zu knapp unter 40 Euro an Uber. Damit hat Aspex sein Ziel weitgehend erreicht: den Abgang von Chef Niklas Östberg.

Neu präzisiert wurde auch die Strategie von DoorDash: Der US-Rivale zielt vor allem auf die Marken Talabat und HungerStation im Nahen Osten sowie Yemeksepeti in der Türkei. Die Aktie (38,66 Euro; DE000A2E4K43) verlor zwischenzeitlich 2%. Wir sind bei Delivery Hero nicht engagiert.

Swissquote führt 1:10-Aktiensplit durch

Die Swissquote-Aktie (39,34 CHF; ISIN neu: CH1548235246; alt: CH0010675863) hat am Donnerstag (28.5.) einen Anfang Mai beschlossenen 1:10-Aktiensplit vollzogen. Der Eröffnungskurs wurde auf Basis des Vortagesschlusskurses dividiert durch zehn ermittelt.

Wir sind seit Juni 2023 in der Aktie engagiert und können auf einen Buchgewinn von 112% zurückblicken. Den Stopp haben wir in dieser Zeit fünf Mal angehoben; nun passen wir ihn splitbereinigt von 360 auf 36 CHF an.

Zwar zählt Swissquote zu den qualitativ stärksten Finanzwerten im europäischen Segment, doch wie wir zuletzt dargelegt haben, fehlt derzeit das Kurspotenzial: Mit einem KGV von 18 notiert die Aktie knapp 30% über ihrem langjährigen Bewertungsschnitt von 14. Das lässt wenig Spielraum für neue Einstiege. Swissquote steht auf Halten mit neuem Stopp bei 36,00 CHF.


26.05.26

Delivery Hero droht die Zerschlagung

In den Übernahmekampf um Delivery Hero kommt weitere Bewegung hinein. Uber sei mit einem Angebot von 33,00 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen, teilte das Berliner Unternehmen am Samstag mit. Auch der US-Mitbewerber Doordash soll laut „Financial Times“ erste Gespräche geführt haben. Die MDAX-Aktie (38,28 Euro; DE000A2E4K43) hat ihren Wert seit Ende April in etwa verdoppelt, das Unternehmen wird mittlerweile mit 11,6 Mrd. Euro bewertet.

Ein einfacher Deal gilt dennoch als unwahrscheinlich: Analysten verweisen auf die Überschneidungen mit Uber und Doordash in zahlreichen Ländern und rechnen deswegen mit umfangreichen kartellrechtlichen Hürden. Realistischer erscheint daher eine Zerschlagung: Uber dürfte vor allem das profitable Asiengeschäft rund um Foodpanda locken, während das defizitäre Europageschäft separat verwertet werden könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass die drei Großaktionäre Uber (19,5% plus 5,6% über Derivate), Prosus (16,8%) und Aspex (14,5%) unterschiedliche Interessen verfolgen und nicht ohne Weiteres verkaufsbereit sind.

Bei Siltronic handelt die Börse schon jetzt die nächste Erholung

Der Waferhersteller Siltronic ist aktuell das perfekte Beispiel dafür, dass an der Börse nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt wird. Die Ende April (29.4.) veröffentlichten Q1-Zahlen bestätigten die Einschätzung, dass 2026 ein „herausforderndes Jahr“ wird. Der Umsatz sank um 11%, das EBITDA um 17%. Auf EBIT-Ebene fiel ein Verlust an. Trotzdem ist die Aktie nach einem kurzen Rücksetzer bis jetzt um 40% gestiegen. Seit unserem jüngsten Update beträgt das Plus sogar 91%. Hintergrund: Im 300-mm-Wafer-Geschäft normalisieren sich laut Vorstand die Lagerbestände bei Speicher- und Logikkunden. Zudem gibt es erste Beispiele für „vernünftigere“ Spotpreise außerhalb langfristiger Verträge. Die Börse preist deshalb bereits jetzt eine mehrjährige zyklische Erholung des Marktes mit einer Beschleunigung im zweiten Halbjahr 2026 ein. Gleichzeitig wird im Konsens selbst für 2028 noch mit einem negativen EPS gerechnet.

Wir hatten bei der Aktie (98,20 Euro; DE000WAF3001) im Februar 2025 nach enttäuschenden Prognosen und dem Absturz auf den tiefsten Stand seit Ende 2016 bewusst den „Griff in das fallende Messer“ gewagt und wurden bis heute mit Kursgewinnen von 161% belohnt. Ein wichtiger Aspekt neben den intakten strukturellen Wachstumstrends war damals das historisch niedrige KBV von 0,7. Aktuell liegt diese Kennzahl bei 2,1. In den vergangenen zehn Jahren erreichte sie allerdings Werte von bis zu 5,1. Halten Sie Siltronic und sichern Sie sich einen Teil der Gewinne durch einen deutlich von 30,00 auf 80,00 Euro nachgezogenen Stoppkurs.


19.05.26

SpaceX-IPO: Größter Börsengang der Geschichte rückt näher

Der Countdown läuft: SpaceX, die Weltraumfirma von Elon Musk, peilt laut „Wall Street Journal“ einen Börsengang an der Nasdaq für den 12. Juni an. Das ist eine gute Woche früher als bislang erwartet. Der Börsenprospekt könnte bereits diese Woche veröffentlicht werden; eine beschleunigte Prüfung durch die US-Börsenaufsicht SEC hat den Zeitplan nach vorn gezogen.

Das Volumen ist beispiellos: SpaceX will bis zu 80 Mrd. US-Dollar einsammeln und strebt eine Bewertung von mehr als 2 Bio. Dollar an. Es wäre der größte Börsengang der Geschichte und würde SpaceX auf Anhieb unter die sieben wertvollsten Börsenkonzerne der Welt einreihen. Das Unternehmen vereint Raketengeschäft, das Satellitennetz Starlink sowie das KI-Labor xAI unter einem Dach.

Das Timing ist bemerkenswert: Erst am Donnerstag debütierte der KI-Chiphersteller Cerebras an der Nasdaq. Das Kursplus von 68% am ersten Handelstag gilt als Zeichen für den anhaltend starken Investorenappetit auf KI-Werte. SpaceX könnte der Auftakt einer Serie großer Börsengänge werden: Auch OpenAI und Anthropic streben mit sehr hohen Bewertungen an die Börse. Ob die Märkte dieses Emissionsvolumen absorbieren können, wird ein spannender Test für die aktuelle KI-Euphorie.

TCI baut Beteiligung an Deutsche Börse auf 5,15% aus

Unser Musterdepotwert Deutsche Börse rückt ins Visier des Hedgefonds TCI von Christopher Hohn: Die Briten halten nach einer Pflichtmitteilung vom Freitag (15.5.) insgesamt 5,15% an dem DAX-Unternehmen: 1,35% direkt über Aktien, der Rest über Equity Swaps. Mit Blick auf die Historie sorgt das Timing bei Marktbeobachtern für hochgezogene Augenbrauen: Deutsche Börse verhandelt derzeit über die Übernahme des Fondsvertriebsdienstleisters Allfunds.

Denn TCI war 2005 schon einmal in einer Übernahmesituation über Equity Swaps bei der Deutschen Börse eingestiegen. Damals hatte Hohn die geplante Übernahme der London Stock Exchange zu Fall gebracht. CEO Werner Seifert und Aufsichtsratschef Rolf Breuer mussten gehen, der Konzern zahlte 1,5 Mrd. Euro an die Aktionäre zurück. 2015 zeigte sich TCI bei einem erneuten Zusammenschlussversuch deutlich aufgeschlossener.

Diesmal gibt es bislang keine Anzeichen für aktivistische Absichten: TCI soll das Investment Insidern zufolge als „langfristig motiviert“ angekündigt haben. Die DAX-Aktie (260,60 Euro; DE0005810055) legte nach Bekanntwerden am Montag 4,5% zu, am Dienstag weitere knapp 2%.

Wir halten Deutsche Börse unverändert als Core Investment im Musterdepot ohne Stopp.

Orcel stockt auf – Übernahmekampf um die Commerzbank geht in die nächste Runde

Nicht nur bei der Deutschen Börse nutzt ein Investor Equity Swaps als Einstiegsinstrument: Auch Unicredit-Chef Andrea Orcel hat seinen über Finanzinstrumente gehaltenen Commerzbank-Anteil von 5,87% auf 12,1% ausgebaut. Zusammen mit den direkt gehaltenen Aktien (26,77%) kommt Unicredit auf 38,87%. Orcel sendete damit am Montag (18.5.) eine unmissverständliche Botschaft – sicherlich nicht zufällig just an dem Tag, an dem Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp das Übernahmeangebot offiziell zurückgewiesen hat.

Unsere ausführliche Analyse vom 8. Mai bleibt aktuell: Keines der drei von uns skizzierten Szenarien – Hängepartie, erfolgreiche Übernahme oder Rückzug Orcels – rechtfertigt auf dem aktuellen Kursniveau der Aktie (36,96 Euro; DE000CBK1001) einen deutlichen weiteren Anstieg des DAX-Papiers.

Unsere Kollegen vom PLATOW Brief haben die jüngsten Entwicklungen bereits am Montag für Sie detailliert eingeordnet. Wir beobachten Commerzbank weiter.

Elliott steigt bei Sartorius-Großaktionär Bio-Rad ein

Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine beträchtliche Beteiligung am Sartorius-Großaktionär Bio-Rad Laboratories aufgebaut. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Bio-Rad hält 28% der Sartorius-Stammaktien und 38% der Vorzugsaktien. Das Paket hat einen Wert von rund 4,3 Mrd. Euro und ist damit nicht weit entfernt von Bio-Rads eigener Marktkapitalisierung von 5,7 Mrd. Euro. Elliott bescheinigt Sartorius laut Insidern ein qualitativ hochwertiges Geschäft mit starken Wachstumsaussichten und ist zudem selbst direkt bei Sartorius engagiert.

Die Sartorius-Vorzugsaktie (220,30 Euro; DE0007165631) legte am Montag 5,5% und am Dienstag weitere 2% zu. PLATOW Börse-Leser sind seit Ende April investiert: Das 12-Month-Forward-KGV von rund 28 und die bestätigte Jahresprognose mit erwartetem Umsatzwachstum von 5-9% sprachen damals für den Einstieg. Sartorius bleibt ein Kauf, Stopp 175,00 Euro.

Bei Delivery Hero sichert sich Uber eine Sperrminorität

Uber hat seinen Anteil an Delivery Hero von rund 7% auf 19,5% direkt plus weitere 5,6% über Optionen ausgebaut und hält damit faktisch eine Sperrminorität an dem MDAX-Konzern. Möglich wurde der Zukauf, weil Großaktionär Prosus EU-kartellrechtliche Auflagen erfüllen und seinen Anteil unter 10% senken musste.

Der Zukauf fällt in eine unruhige Phase: Der aktivistische Investor Aspex, der rund 15% hält, hatte massiv Druck auf CEO Niklas Östberg aufgebaut und zu dessen in der Vorwoche angekündigtem Abgang bis März 2027 beigetragen. Die Aktie (31,60 Euro; DE000A2E4K43) hat seit Anfang Mai um 50% zugelegt. Wer seit dem Börsengang 2017 dabei ist, liegt dennoch nur knapp über dem Ausgabepreis von 25,50 Euro; vom Rekordhoch bei 130 Euro trennen die Aktie immer noch fast 80%. Wir sind bei Delivery Hero nicht engagiert.


13.05.26

Munich Re-Aktie nach starken Quartalszahlen unter Druck

Trotz eines glänzenden Auftaktquartals kommt die Munich-Re-Aktie aktuell nicht aus dem Abwärtstrend heraus. Der Markt preist zunehmend ein, dass die Preisdynamik in der Rückversicherung ihren Höhepunkt überschritten haben könnte.

Die Münchener haben im ersten Quartal 2026 unter dem Strich gut 1,7 Mrd. Euro verdient, rund 57% mehr als im Vorjahreszeitraum und weitgehend im Einklang mit den Analystenerwartungen. CFO Andrew Buchanan sieht den Konzern auf Kurs zum angepeilten Jahresgewinn von 6,3 Mrd. Euro. Belastend für die DAX-Aktie ist jedoch der branchenweite Preisdruck. Bei den Erneuerungsrunden Anfang 2026 und im April 2026 mussten Rückversicherer teils spürbare Abschläge hinnehmen. Bei Munich Re sanken die bereinigten Preise im Schaden- und Unfallgeschäft um 3,1%. Das klingt zunächst bedenklich, relativiert sich aber: In den Jahren 2018 bis 2024 bauten sich die Münchner in einem harten Marktumfeld ein erhebliches Preispolster auf.

Positiv werten wir, dass Munich Re das Geschäftsvolumen im ersten Quartal bewusst um rund 9% zurückgefahren hat. Das signalisiert Disziplin: Der Konzern verzichtet lieber auf Volumen, als unrentable Risiken zu zeichnen. Die Aktie (467,60 Euro; DE0008430026) hat seit Jahresbeginn rund 16% an Wert verloren. Auf 12‑Monatssicht sind es fast 25%. Die Dividendenrendite von 4,3% und die Kosten-Schadenquote von zuletzt 80,1% machen die Bewertung mit dem 1,8-fachen Buchwert immer attraktiver. Munich Re bleibt ein Kauf. Unser Stopp bei 415,00 Euro ist noch gut 11% entfernt.


12.05.26

Jenoptik überrascht mit Auftrags-Boom aus der Halbleiterbranche

Jenoptik lieferte am Dienstag (12.5.) mit seinen Q1-Zahlen einen klaren Beleg dafür, dass 2026 operativ wieder in die richtige Richtung laufen kann. Der Auftragseingang sprang um 74% auf 356,9 Mio. Euro und lag damit rund 30% über den Erwartungen. Bei einem Umsatz von 241,2 Mio. Euro (-1%) ergibt sich damit ein starkes Book-to-bill-Ratio von rund 1,5. Der Impuls kam wie erwartet vor allem aus dem Halbleitergeschäft. Dort stieg der Auftragseingang dank eines Großauftrags um 163% auf 180,2 Mio. Euro (rund 50% Anteil), der Umsatz legte um 7% auf 108,2 Mio. Euro zu.

Auch die Profitabilität verbesserte sich spürbar. Das EBITDA stieg auf Konzernebene um 22,5% auf 44,4 Mio. Euro, die Marge kletterte auf 18,4% (Vorjahr: 14,9%). Für das Gesamtjahr avisiert Jenoptik hier unverändert 19 bis 21% (Vorjahr: 18,4%). Im Halbleitersegment kletterte die EBITDA-Marge von 20,5% auf 30,6%. Der hohe Auftragsbestand von 719,2 Mio. Euro (+22% seit Ende 2025) erhöht zudem die Visibilität für die kommenden Quartale.

Die MDAX-Aktie (40,50 Euro; DE000A2NB601) legte daraufhin erneut deutlich zu. Seit unserem jüngsten Artikel vor knapp sechs Wochen ging es um 40% nach oben. Wer zur Erstempfehlung vor einem halben Jahr zugegriffen hat, freut sich bereits über 120% Kursgewinn. Nach dem starken Kursanstieg liegen die Gewinn-Multiples mittlerweile leicht über ihrem langjährigen Durchschnitt. Wir stufen Jenoptik auf Halten und erhöhen den Stoppkurs von 15,50 Euro auf 23,00 Euro.


07.05.26

Henkel mit erster Erholung vom 2-Jahrestief

Die Q1-Zahlen von Henkel kamen für uns zu spät. Nach dem Rückfall auf den tiefsten Stand seit Ende 2022 hat sich die DAX-Aktie (64,88 Euro; DE0006048432) etwas erholt. Wir wurden bereits am 28.4. ausgestoppt. Seit Erstempfehlung entstand inklusive Dividende ein Verlust von rund 6,4%.

Im Q1 wuchs Henkel etwas stärker als vom Markt erwartet. Besonders positiv: Beide Sparten legten sowohl bei Preisen als auch bei Mengen zu. Gerade das Volumenwachstum im Konsumentengeschäft hat nach den zuletzt zunehmenden Sorgen über Marktanteile und Rabattdruck für Erleichterung gesorgt. Die Jahresprognose bestätigte Henkel. Wir warten bei Henkel ab.

Fresenius legt im ersten Quartal Grundstein für Zielerhöhung

Fresenius hat das erste Quartal 2026 mit soliden Zahlen abgeschlossen. Zentraler Wachstumstreiber bleibt das Segment Fresenius Kabi. Das organische Umsatzplus von 6% wurde vor allem von Biopharma und MedTech getragen. Fresenius Helios schlug sich überraschend gut: Trotz hoher Vorjahresbasis wuchs der Krankenhausbetreiber organisch um 4% beim Umsatz, steigerte das EBIT währungsbereinigt um 10% auf 368 Mio. Euro und verbesserte die EBIT-Marge um 60 Basispunkte auf 10,5% – das obere Ende des eigenen Ausblicks.

Die Quartalszahlen lagen insgesamt leicht über den Erwartungen der Analysten. Besonders das Wachstum beim Gewinn je Aktie von 13% (währungsbereinigt) auf 0,82 Euro liegt komfortabel über dem für das Gesamtjahr angestrebten Korridor von 5 bis 10%. Zwar bestätigte Vorstandschef Michael Sen lediglich den bestehenden Ausblick, doch Analysten sehen in dem starken Jahresauftakt die Grundlage für eine Guidance-Erhöhung in den kommenden Quartalen.

Die DAX-Aktie (40,39 Euro; DE0005785604) hat seit Jahresbeginn 18% eingebüßt und verfügt aktuell über ein schwaches Momentum nach Levy von 0,86. Den Tiefpunkt könnte das Papier angesichts der guten fundamentalen Entwicklung aber gesehen haben. Fresenius bleibt ein Kauf mit Stopp bei 31,50 Euro.


05.05.26

Unicredit glänzt mit Rekordgewinn, spart beim Übernahmeangebot

Die italienische Großbank Unicredit hat am Dienstag (5.5.) ein starkes Quartalsergebnis vorgelegt und ihr angekündigtes Tauschangebot für die Commerzbank veröffentlicht. Der Gewinn stieg um 16% auf 3,2 Mrd. Euro, die Eigenkapitalrendite (RoTE) kletterte auf 25,8%. Für das Gesamtjahr peilt Unicredit nun „mindestens“ 11 Mrd. Euro Nettogewinn an. Die Aktie (67,99 Euro; IT0005239360) kletterte an der Mailänder Börse um über 6%.

Das Übernahmeangebot selbst fällt wenig überraschend aus: Wie im März angekündigt bieten die Italiener unverändert 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Die Frankfurter Bank nahm das Angebot kühl zur Kenntnis und kündigte die vom Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz geforderte Prüfung an. Auf Basis der aktuellen Kurse entspricht das Gebot einem Gegenwert von rund 32,97 Euro je Commerzbank-Aktie – bei Ankündigung des Angebots im März waren es noch rund 30,80 Euro. Die Commerzbank-Aktie (35,45 Euro; DE000CBK1001) stieg im Tagesverlauf um 4% und notiert damit über dem Angebotspreis. Eine echte Übernahmeprämie für Commerzbank-Aktionäre enthält die Offerte damit wie erwartet nicht.

Denn Unicredit-Chef Andrea Orcel will mit dem Angebot nicht die Kontrolle über die Commerzbank erlangen, sondern nur das notwendige Pflichtangebot abhandeln, um die 30%-Schwelle überschreiten zu können. Aktuell hält UniCredit inklusive einiger Derivate 29,99% der Commerzbank-Anteile. Die Offerte läuft zunächst bis zum 16. Juni, soll aber bis zum 3. Juli verlängert werden. Danach haben die Italiener deutlich mehr Flexibilität für künftige Aufstockungen.

Die Commerzbank ihrerseits legt am Freitag ihre Zahlen zum ersten Quartal vor und will zeitgleich eine neue mittelfristige Strategie bis 2030 präsentieren. Dabei will Konzernchefin Bettina Orlopp unter Beweis stellen, dass die Bank eigenständig zukunftsfähig ist. Wir werden uns die Zahlen und die Strategie dann genauer ansehen und eine eigene Einschätzung zur Aktie der Commerzbank liefern.

Die Börsennachrichten vom April lesen Sie hier.