Innogy verspielt Vertrauen
Vor rd. dreieinhalb Wochen hatte Innogy mit den Q3-Daten die Ziele für 2017 bestätigt. Nun ruderte CEO Peter Terium zurück und senkte die EBIT-Prognose von 2,9 Mrd. auf 2,8 Mrd. Euro.
Vor rd. dreieinhalb Wochen hatte Innogy mit den Q3-Daten die Ziele für 2017 bestätigt. Nun ruderte CEO Peter Terium zurück und senkte die EBIT-Prognose von 2,9 Mrd. auf 2,8 Mrd. Euro.
Knapp über den Erwartungen lagen bei MVV Energie die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 (per 30.9.). Während der Umsatz mit rd. 4 Mrd. Euro minimal unter Vorjahr lag, stieg das bereinigte EBIT um 5% auf 224 Mio. Euro. Anleger erhalten nach der HV am 9.3. eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro. Vorstandschef Georg Müller bestätigte auf der Bilanz-PK am Dienstag die Strategie des Wachstums mit Hilfe Erneuerbarer Energien.
Der „Bikini-Skandal“ bei CEZ im letzten Sommer war vorerst wohl die letzte gute Einstiegsgelegenheit beim teuersten Unternehmen an der Prager Börse. Die geschmacklose Suche nach einer neuen Praktikantin (s. PEM v. 13.7.) hatte den Kurs vorübergehend noch einmal auf 15 Euro rutschen lassen. Seither ging es dann aber steil bergauf.
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Bis auf 42,68 Euro war Innogy im Hoch gestürmt. Damit hat sich die vor 13 Monaten zu 36 Euro ausgegebene Aktie (39,14 Euro; DE000A2AADD2) gut entwickelt, nachdem der Titel nach dem IPO gewisse Startprobleme hatte. Zuletzt profitierte das Papier von einer Lösung im britischen Problemgeschäft.
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Im Oktober 2017 war es endlich geschafft: Der DAX-Kurs-index erreichte ein neues Allzeithoch. Damit ließ der nicht durch Dividenden aufgehübschte, aber im Vergleich zum populären Performance-DAX ungleich weniger bekannte Aktienindex seine Verlaufshochs vom April 2015 und März 2000 zum guten Schluss doch noch hinter sich. Salopp formuliert: Das Paket der 30 wichtigsten deutschen AGs ist also siebzehneinhalb Jahre nach dem Millenniumshoch im Wert immerhin etwas gestiegen.
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Im Norden der Bundesrepublik haben die Menschen in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen mit dem US-Finanzinvestor Apollo Global Management gemacht. 2013 investierten die New Yorker in die Bremer Kreditbank, im Juni kauften sie für 300 Mio. Euro den Anteil der Allianz an der traditionsreichen Oldenburgischen Landesbank (OLB).
Bei MVV Energie laufen die Geschäfte gut. Grund zur Euphorie gibt es jedoch nicht, wie die Zahlen der ersten neun Monate des Gj. 2016/17 (per 30.9.) zeigen: Der Umsatz stieg auf 3,1 Mrd. Euro (+3%) und das EBIT auf 250 Mio. Euro (+2%).
So einfach kann Geldverdienen sein: Innogy investierte etwas weniger und erzielte am Markt höhere Preise – und schon steigt der Gewinn.
Der deutsche Aktienindex DAX lotet seine Unterstützungslinien aus. Die Sorge darüber, dass aus dem verbalen Feuer-Scharmützel zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un und US-Präsident Donald Trump mehr werden könnte, belastet zum Wochenschluss. Und nachdem der Leitindex im August bereits drei Mal die Unterstützung bei 12 100 Punkten getestet und für gut befunden hat, wollen die Börsianer vor dem Wochenende offenbar ihr Risikoprofil herunterfahren.
In Essen und in Karlsruhe war der 7.6. ein Tag zum Feiern – zumindest in den Konzernzentralen von RWE, E.ON und EnBW. Denn das Bundesverfassungsgericht hat die Brenn-elementesteuer für verfassungswidrig erklärt.
Neue Marktgerüchte kursieren um Uniper. Nach Medieninformationen soll der finnische Versorger Fortum bei der E.ON-Abspaltung einsteigen. Zunächst sei angedacht, dass die Finnen das 47%-Paket der hoch verschuldeten E.ON übernehmen. Diese könnte dadurch ihre Schuldenlast massiv abbauen, denn zu aktuellen Kursen hat die Beteiligung einen Marktwert von mehr als 3 Mrd. Euro. Anschließend soll Fortum dann auch die restlichen Anteile übernehmen.
Während E.ON und RWE schwächeln, kann der kleine Versorger MVV Energie Positives berichten: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/17 (per 30.9.) stiegen der Umsatz um 6% auf 2,2 Mrd. Euro und das bereinigte EBIT um 3,9% auf 212 Mio. Euro.
In PB v. 11.1. berichteten wir, dass Innogy den Ausgabepreis von 36 Euro aus den Augen verloren hat. Jetzt hat der MDAX-Titel (35,92 Euro; DE000A2AADD2) dieses Niveau fast wieder erreicht. Schon seit Januar rückte bei dem Papier die Dividendenpolitik in den Fokus.
Im September kam Uniper als E.ON-Abspaltung an die Börse. Für zehn E.ON-Papiere erhielten Altaktionäre eine Uniper-Aktie. E.ON hält noch rund 47% an der Kraftwerks- und Handelstochter. Bei ca. 10 Euro gestartet, konnte sich der Titel am Kapitalmarkt schnell etablieren, die Aktie (14,37 Euro; DE000UNSE018) notiert bereits seit Dezember im MDAX.
Im PLATOW Brief v. 6.1. haben wir eine Lanze gebrochen für Banken und Versorger. Die Aschenputtel von 2016 hätten gute Chancen, 2017 im oberen Drittel des DAX zu landen. Diese „Branchenrotation“ hat gezündet. Seit Jahresbeginn verzeichnen Deutsche Bank/Commerzbank einerseits und E.ON/RWE andererseits hohe Kursgewinne. Als ob sich die Akteure, die dahinter stecken, abgesprochen hätten, legte jeder der vier Einzeltitel eine Performance von ca. 10% hin, während der DAX gerade mal gut 3% schaffte.
Unser Kauf-Votum für Innogy haben wir trotz der Nähe zum Stopp ganz bewusst aufrecht erhalten (s. PB v. 11.1.). Unser guter Draht zur Führung um Peter Terium bestärkt uns. Im PLATOW Brief v. 6.1. brachen wir bereits eine Lanze für die gesamte Branche der Versorger mit RWE, E.ON und Uniper.
Die Aktie des niederländischen Versicherers Aegon steht hierzulande kaum im Fokus der Investoren. Das dürfte u. a. daran liegen, dass der Titel nicht im Auswahlindex Euro Stoxx 50 vertreten ist und dementsprechend von der Finanzpresse wenig Beachtung bekommt.
Rund drei Monate ist die Innogy-Aktie inzwischen börsennotiert und seit dem 19. Dezember zudem im MDAX enthalten. In Schwung ist das Papier noch nicht gekommen. Vielmehr hat der Titel (31,56 Euro; DE000A2AADD2) seinen Ausgabepreis von 36 Euro inzwischen aus den Augen verloren.
Die Unsicherheit, die den deutschen Aktienmarkt die meis-te Zeit des Jahres im Schwitzkasten hatte, spiegelt sich auch in der Zahl der Börsengänge wider. Mit Brain (siehe S. 4), Corestate, Decheng, Innogy, myBucks, Senvion, Shop Apotheke, uhr.de, Uniper und va-Q-tec schafften gerade einmal zehn Unternehmen den Gang aufs Parkett, wobei Privatanleger teilweise sogar von einer Zeichnung ausgeschlossen blieben. Prominente IPOs, etwa von Officefirst oder Varta, wurden dagegen abgesagt. Im Vorjahr gab es noch 15 Börsenpremieren zu feiern. Die Bilanz würde noch viel schlechter aussehen, hätte RWE auf die Abspaltung von Innogy verzichtet. Wie Kirchhoff Consult in einer Studie zusammengestellt hat, trug die grüne Tochter allein 4,6 Mrd. Euro zum Gesamtvolumen aller Börsengänge von 5,2 Mrd. Euro bei.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstiegsgesetz in Teilen gegen das Grundgesetz verstoße und deshalb bis Mitte 2018 Nachbesserungen vorzunehmen sind, hat die Aktien der deutschen Versorger am Dienstag zunächst ordentlich beflügelt.
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