Zwar bestätigte der Rüstungskonzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2025, die bei der Ausgliederung des Automotive-Geschäfts im Dezember bekannt gegeben wurde. Die ersten Kommentare zur voraussichtlichen Entwicklung 2026 fielen aber konservativer aus, als der Analystenkonsens bislang erwartet hatte.

Wie die Düsseldorfer am Mittwoch nach Börsenschluss (4.2.) mitteilten, dürfte 2025 im Verteidigungsgeschäft ein Umsatzwachstum von 30 bis 35% erzielt worden sein, bei einer EBIT-Marge von 18,5 bis 19%. Auf der Telefonkonferenz wurde ausserdem angedeutet, dass der Cashflow sehr gut ausgefallen sei, dank Vorauszahlungen der Kundschaft gegen Jahresende.

Erstmals gab der Konzern auch einen groben Ausblick auf 2026, wonach im Verteidigungsgeschäft mit einem Umsatz von 15 bis 16 Mrd. Euro gerechnet wird. Enthalten ist hier auch der Beitrag des neu hinzukommenden Marinegeschäfts NVL. Durch einen erwarteten Konsolidierungseffekt von rund 12% dürften allerdings 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro vom berichteten Umsatz wegfallen. Insgesamt werde auf Konzernebene mit einem Wert von 13,2 bis 14,1 Mrd. Euro gerechnet, was deutlich unter den bisherigen Konsensschätzungen liegt.

Zuletzt hatten wir Anfang Januar in einem ausführlichen Bericht zum Rüstungssektor darauf hingewiesen, dass ein Großteil der geplanten NATO-Ausgaben sich erst in einigen Jahren auf das Wachstum im Sektor auswirken wird. An der Nachfrage mangelt es Rheinmetall auf jeden Fall nicht: Für 2026 wurde ein Auftragseingang in Höhe von 80 Mrd. Euro in Aussicht gestellt, wodurch der Auftragsbestand bis zum Jahresende auf rund 135 Mrd. Euro steigen würde.

An der starken fundamentalen Ausgangslage ändert sich also wenig, auch wenn die jüngsten Kommentare auf ein kurzfristig etwas geringeres EPS-Wachstum als die bisher für 2026 erwarteten +50% schließen lassen. Wir sehen Rückschläge bei der DAX-Aktie (1.554,50 Euro; DE0007030009) als gute Einstiegsgelegenheiten.

Rheinmetall bleibt kaufenswert, unser Stopp liegt bei 1.290 Euro.