DBAG-Aktie notiert 33% unter NAV und lockt mit hoher Dividende
Seit 60 Jahren investiert die Deutsche Beteiligungs AG in den deutschen Mittelstand. Das Portfolio wurde dabei zuletzt deutlich breiter aufgestellt. Und die Aktie notiert weit unter dem inneren Wert.

Wenige Adressen im deutschen Private-Equity-Markt können auf eine so lange Geschichte zurückblicken. Die Deutsche Beteiligungs AG wurde 1965 gegründet, 1985 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und hat seitdem jeden größeren Konjunkturzyklus mitgemacht. Lange dominierte der klassische Industriemittelstand das Portfolio: Maschinenbauer, Automobilzulieferer, Konsumgüterhersteller. In den 1990er-Jahren steckten rund 90% des Portfolios in genau diesen Sektoren.
Steter Wandel
Ab den 2010er-Jahren öffnete sich DBAG schrittweise für IT-Dienstleister und Softwareunternehmen. Der Grund lag auf der Hand: Der Mittelstand selbst digitalisierte sich, und wer ihn begleiten wollte, musste mitgehen. Heute umfasst das Portfolio 35 Unternehmen mit einem deutlich veränderten Profil. Industrie und Technologie machen noch 31% aus. IT-Services und Software stehen bei 23%. Und ein neu etablierter Schwerpunkt in Umwelt, Energie und Infrastruktur bringt weitere 17% auf die Waage. Ergänzt durch einen Gesundheitsanteil von 9% ist ein Portfolio entstanden, mit dem die Frankfurter an mehreren Langfristtrends partizipieren möchten.

Wer allein auf den Kursverlauf schaut, wird jedoch enttäuscht. Seit unserem Einstieg im Dezember 2023 hat das Engagement inklusive Dividenden nichts eingebracht. Der SDAX kommt immerhin auf ein Plus 25%. Auf Fünfjahressicht verlor die Aktie annualisiert 6,4% pro Jahr, bei einem maximalen Drawdown von knapp 49%. Diese Zahlen müssen jedoch im Kontext gesehen werden. Der Rückgang fiel in eine Phase, die Zinsschock, Private-Equity-Flaute und Bewertungskompression im gesamten Nebenwertesegment vereinte. Für diese Rahmenbedingungen verdient die Entwicklung der Aktie (24,50 Euro; DE000A1TNUT7) einen gewissen Respekt.
Neue Dividendenpolitik
Hinzu kommt: In jedem der vergangenen zehn Jahre hat DBAG eine Dividende gezahlt. Die Rendite lag zuletzt bei 4,0%, im Fünfjahresdurchschnitt bei 4,4%. Zusätzlich hat das Unternehmen seinen Aktionären immer wieder Sonderdividenden zukommen lassen, zuletzt im Jahr 2025. Seit November 2023 gilt zudem eine neue Dividendenpolitik: Mindestens 1,00 Euro je Aktie soll künftig für jedes Geschäftsjahr ausgeschüttet werden. Flankiert wird das durch die Absicht, Aktienrückkäufe regelmäßiger als bisher einzusetzen. Der Kapitalrückfluss an die Aktionäre soll verlässlicher und flexibler zugleich werden.
Die Bewertung erscheint demgegenüber sehr moderat, auch wenn ein Bewertungsabschlag für das Konglomerat an Beteiligungen angemessen ist. Der innere Vermögenswert (NAV) der Beteiligungen kletterte 2025 auf 36,37 Euro, nach 35,78 Euro im Vorjahr. Vorstandssprecher Tom Alzin erreichte damit das gesteckte Ziel zwischen 35 und 38 Euro. Analysten rechnen für 2026 mit einem NAV von 38,36 Euro und sehen bis 2028 Potenzial bis 46,00 Euro. Gemessen am NAV notiert die Aktie auf einem historisch günstigen Niveau. Gleiches gilt für das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6. Denn im Zehnjahresschnitt wurde DBAG beim KBV mit dem Faktor 1,0 bewertet.
Wir bleiben bei Deutsche Beteiligungs AG investiert, mit unverändertem Stopp bei 20,45 Euro.