Berkshire Hathaway erstmals seit Langem wieder auf der Käuferseite
Der erst seit dem Q1 amtierende Nachfolger von Warren Buffett fackelt nicht lange: Unter CEO Greg Abel investierte Berkshire im Q2 erstmals seit Langem wieder mehr in Aktien, als der Konzern verkaufte.

Zwischen April und Juni standen Käufe im Wert von 23,5 Mrd. US-Dollar Verkäufen von lediglich 3,7 Mrd. US-Dollar gegenüber. Unterm Strich war Berkshire damit erstmals seit 2022 wieder Netto-Käufer von Aktien.
Inzwischen zählt Alphabet zu den fünf größten Positionen, neben American Express, Apple, Bank of America und Coca-Cola. Zusammen machen sie rund zwei Drittel des mehr als 300 Mrd. Dollar schweren Portfolios aus.
Auch bei den eigenen Aktien, die dem S&P 500 seit Jahresbeginn (13% vs. 5%) hinterherhinken, griff Abel (laut Q2-Bericht in enger Absprache mit Chairman Buffett) wieder zu: Satte 4,5 Mrd. Dollar, so viel wie in keinem Quartal seit Ende 2021.

Das zeigt sich auch in der Kasse: Der berühmte Cash-Berg schrumpfte binnen drei Monaten um 15 Mrd. US-Dollar auf 365 Mrd. US-Dollar. Es ist der erste nennenswerte Rückgang seit Jahren, nachdem Buffett 2022 begonnen hatte, die Liquiditätsreserven massiv auszubauen.

Bemerkenswert ist das vor allem mit Blick auf die Bewertung von Aktien. Der berühmte Buffett-Indikator, der die Marktkapitalisierung von US-Aktien ins Verhältnis zum US-BIP setzt, liegt mit 239% auf dem höchsten Stand aller Zeiten.

Operativ läuft es für das Konglomerat rund: Der operative Gewinn, maßgeblicher Gradmesser, weil das Aktienportfolio den Konzerngewinn stark beeinflusst, stieg im Q2 um 16% auf 13 Mrd. US-Dollar. Treiber waren vor allem das Energiegeschäft (+27%), die Industriesparte (+24%) und die Eisenbahn (+6%). Einzige Schwachstelle war der Autoversicherer GEICO, dessen Ergebnis wegen höherer Schäden und Kosten um 13% zurückging.