Chinas Neuer Markt im Test
Mit einem Countdown und zwei Schlägen auf einen Gong begann in dieser Woche ein neues Zeitalter in China. Insgesamt 25 Unternehmen debütierten am Montag (22.7.) auf dem Parkett des neuen Star Market.
Mit einem Countdown und zwei Schlägen auf einen Gong begann in dieser Woche ein neues Zeitalter in China. Insgesamt 25 Unternehmen debütierten am Montag (22.7.) auf dem Parkett des neuen Star Market.
Mitten in die Berichtssaison der Tech-Riesen platzte am Donnerstag (18.7.) die Meldung, dass die G7-Staaten bis 2020 eine Digitalsteuer für diese Unternehmen voranbringen wollen. Dass sich selbst die USA nicht dagegen stemmten, passt zur derzeitigen Politik gegenüber den Internet-Giganten. Facebook, Amazon, Apple und die Google-Mutter Alphabet sind ins Visier der Kartellwächter geraten.
Die Google-Mutter Alphabet steht etwas unter Druck. Aber nicht wegen der dritten Milliarden-Strafe der EU-Wettbewerbshüter, die dem Tech-Riesen wegen der Behinderung von Konkurrenten bei der Suchmaschinen-Werbung im Q1 eine Strafe von 1,49 Mrd. Euro (1,7 Mrd. US-Dollar) aufbrummten. Für die US-Amerikaner sind das „Peanuts“. Nein, vielmehr macht der harte Wettbewerb dem Branchenprimus zu schaffen. Als Marktführer bei der Online-Werbung vereinnahmt der Konzern ca. ein Drittel aller US-Geschäfte und kam damit auf einen 2018er-Jahresumsatz von 110 Mrd. Dollar.
In den USA gehört Walgreens Boots Alliance mit landesweit fast 10 000 Apotheken zum Bild jedes typischen Einkaufszentrums. Doch das 2015 durch die Fusion von Walgreens und Alliance Boots gegründete Unternehmen ist in Wirklichkeit noch viel präsenter: Von 390 Logistikzentren aus versorgt der Großhändler mehr als 230 000 Apotheken, Ärzte und Kliniken in über 20 Ländern mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Die Aktie der Google-Mutter Alphabet rennt von einem Hoch zum nächsten. Baidu – das chinesische Pendant zur weltweit größten Suchmaschine – hat hingegen einen üblen Absturz hinter sich. Die an der Nasdaq notierte Aktie (166,66 US-Dollar; A0F5DE; US0567521085) fiel nach ihrem Allzeithoch im Mai 2018 bei 284,22 Dollar bis zum Jahresbeginn 2019 um gut 45%. Inzwischen hat sich das Papier auf dem Niveau stabilisiert. Wie schon häufiger in der Vergangenheit fungierte der Bereich um 150 Dollar als stabile Unterstützung.
Das vergangene Gj. war für Alphabet äußerst erfolgreich. Dank eines florierenden Werbegeschäfts v. a. rund um Weihnachten setzte die Google-Mutter 136,8 Mrd. US-Dollar um – ein Anstieg von 23,4%. Noch beeindruckender entwickelte sich der Nettogewinn: Er stieg um über 140% auf 30,7 Mrd. Dollar. Allerdings verbuchte der Tech-Riese im Vorjahr wegen der US-Steuerreform eine hohe Abschreibung, weshalb der Zuwachs jetzt so massiv ausfällt. Der um diesen Effekt bereinigte Vorsteuergewinn stieg aber mit 28,4% ebenfalls deutlich auf 34,9 Mrd. Dollar.
Honda (23,60 Euro; 853226; JP3854600008) geht mit Konkurrent General Motors auf Kuschelkurs. Gemeinsam tüfteln die Autobauer an der Entwicklung eines selbstfahrenden Autos.
US-Anleger aufgepasst: Im September tut sich etwas beim Indexanbieter Standard & Poor‘s. Während sich hierzulande die DAX-Familie neu aufstellt, werden jenseits des Atlantiks die Unterindizes des S&P500 umstrukturiert. Am 24.9. wird der Sektor „Telecommunication Services“ in „Communication Services“ umbenannt und aufgestockt: 22 Titel aus den Branchenindizes Technologie und zyklische Konsumgüter, die den Industriegruppen Telekommunikation und Medien zuzuordnen sind, kommen hinzu. Darunter Riesen wie die Google-Mutter Alphabet, Facebook, Disney, Comcast oder Netflix.
Der Blick auf die Bewertungen der Technologie-Riesen in den USA dürfte Value-Investoren Tränen in die Augen treiben. Facebook, Amazon, Apple, Netflix und die Google-Mutter Alphabet (kurz: FAANG) weisen ein durchschnittliches KGV von fast 70 auf. Die Kurse der einzelnen Aktien erreichten in den vergangenen Jahren ein Alltime-High nach dem anderen.
Selbst der mächtigste Mann der Welt hat nur einen begrenzten Einfluss – zum Glück! Denn trotz der Privatfehde von Donald Trump mit Amazon-Boss Jeff Bezos, dessen Geschäftsgebaren der US-Präsident nicht müde wird zu kritisieren, surft der Online-Riese weiter auf einer Erfolgswelle.
In den USA ist es mit den Zahlen von Alphabet (23.4.), Facebook (25.4.) und Amazon (26.4.) eine veritable Woche der Wahrheit. Und wenn die Google-Mutter Alphabet ein Maßstab ist, dann braucht Anlegern vor der Berichtssasion nicht bange zu sein (s. S. 2). Überhaupt ist die Zahlenvorlage in den USA, befeuert von der wohltuenden Bilanz-Wirkung der Trump‘schen Steuerreform, bislang ein wahres Vergnügen. Fast ein Fünftel der im S&P 500 notierten Unternehmen hat bereits Einblick in die Bücher gewährt, drei von vier Konzernen übertrafen dabei die Schätzungen fast mühelos.
Die kalifornische Tech-Ikone Alphabet hat dem Sektor einen gelungenen Start in die Woche der Wahrheit beschert. Die am Montagabend vorgelegten Quartalszahlen der Google-Mutter lagen bei Umsatz und Gewinn deutlich über den Erwartungen. Und selbst wenn wir die Sondereffekte der Steuerreform von Präsident Donald Trump herausrechnen, bleiben die Ergebnisse so stark, dass den Fans der größten Suchmaschine der Welt trotz der Auswirkungen des Facebook-Datenskandals vor der Zukunft nicht bange sein muss.
Seit mehreren Jahren bestimmen neue Technologien insbesondere im privaten Bereich den Alltag. So nutzt mehr als die Hälfte der Deutschen das Angebot des Online-Händlers Amazon. Das Wort „googeln“ ist im Sprachgebrauch verankert: Sie finden es bereits seit 2004 im Duden. Und sage und schreibe 88 Mal blickt im Durchschnitt jeder pro Tag auf sein Smartphone.
Auch in Deutschland werden Verbraucher dieser Tage immer häufiger mit „Cyber-Angeboten“ zum Online-Kauf gedrängt. In den USA tobt derweil die Verkaufsschlacht zum Start der „Cyber Week“, die zusammen mit dem Geschäft rund um Thanksgiving den Startschuss für das wichtige Weihnachtsgeschäft gibt.
Die HTC-Aktie (7,51 Euro; A0RGRD; US40432G2075) hat in der vergangenen Woche einen gewaltigen Satz nach oben gemacht. Von Kursen um 7,80 Euro schraubte sich das Papier im Frankfurter Handel um zeitweise mehr als 20% in die Höhe, auf das höchste Niveau seit April.
Die Gelddruckmaschine aus Menlo Park in Kalifornien läuft weiter auf Hochtouren. Facebook hat im Q2 den Nettogewinn um 71% auf 3,89 Mrd. US-Dollar und den Umsatz um 45% auf 9,32 Mrd. Dollar gesteigert. Zum 17. Mal in Folge übertraf der Betreiber sozialer Netzwerke damit die Erwartungen der Experten. Die Aktie (174,11 Dollar; US30303M1027) markierte am Donnerstag entsprechend ein neues Allzeithoch, Analysten sehen weiteres Potenzial.
Die Google-Mutter Alphabet ist im Q2 trotz der milliardenschweren Strafe der EU-Kommission kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg stärker als erwartet auf gut 26 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn ging zwar um 40% auf 3,52 Mrd. Dollar zurück, war angesichts der 2,7 Mrd. Dollar hohen Strafe der EU-Kartellwächter aber höher als erwartet. Die Aktie (969,83 Dollar; US02079K3059) fiel nachbörslich um 3%, weil Anleger nach dem guten Lauf seit Jahresbeginn (+26%) Gewinne mitnahmen.
Als erste Tech-Riesen des Silicon Valley legten Ebay und Microsoft in der vergangenen Wochen ihre Quartalszahlen vor. Während die Auktionsplattform im Q2 einen Gewinneinbruch hinnehmen musste (-94% auf 27 Mio. US-Dollar), sorgte beim Softwarepionier v. a. das Cloud-Geschäft für Wachstum (s. PLATOW Brief v. 24.7.).
Für Commerzbank-Firmenkundenvorstand Michael Reuther ist die Digitalisierung die größte Herausforderung, die seine Zielgruppe, die zigtausend kleinen und mittelgroßen Unternehmen, noch bestehen muss. Der derzeit so erfolgreiche deutsche Mittelstand habe gewaltigen Modernisierungsbedarf.
Die Google-Mutter Alphabet partizipiert nach wie vor von einer hohen Nachfrage für Werbeflächen auf den Seiten des Suchmaschinenbetreibers. Die Werbeeinnahmen kletterten im ersten Quartal um 18,8%. Google selbst blieb mit einem Umsatzplus von 22% auf 24,5 Mrd. US-Dollar in der Erfolgsspur.
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