Straumann trotzt dem starken Franken
Straumann liefert 2025 trotz starkem Franken und China-Unsicherheiten solides Wachstum. Das stärkt den Ausblick für 2026 und untermauert die Ziele bis 2030.

Die Straumann-Aktie haben wir wegen der starken Kennziffern seit Langem im Blick. Zuletzt war uns die Bewertung jedoch zu hoch. Die am Mittwoch (18.2.) vorgelegten Zahlen für 2025 zeigen aber: Straumann kommt mit starkem Gegenwind zurecht und ist inzwischen attraktiver bewertet.
Doch der Reihe nach. Der starke Schweizer Franken belastete 2025 Umsatz und Gewinn. Dennoch stiegen die Erlöse des Basler Dentalspezialisten im Vorjahr um 4,1% auf 2,6 Mrd. CHF. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Plus bei 8,9%. Das Wachstum war dabei „zum allergrößten Teil volumengetrieben“, sagte Straumann-CEO Guillaume Daniellot der Nachrichtenagentur AWP. Der Betriebsgewinn im Kerngeschäft stieg leicht auf 655 Mio. CHF. Die EBIT-Marge stieg währungsbereinigt um 50 Basispunkte auf 25,2%. Die Ziele für 2025 wurden trotz der starken Frankenaufwertung erreicht.
China und der Wechselkurs
In der Telefonkonferenz mit Analysten standen zwei Themen im Fokus: Wechselkurs und China. Finanzchefin Isabelle Wege machte klar, dass auch 2026 mit negativen Währungseffekten zu rechnen ist. Dass Straumann 2025 trotz dieser Belastungen seine Ziele erreicht hat, stärkt die Glaubwürdigkeit des Ausblicks spürbar. Für 2026 stellt das Management ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine weitere Margenverbesserung um 30 bis 60 Basispunkte in Aussicht.
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In China bleibt die Unsicherheit wegen der volumenbasierten Beschaffung. Der Staat bündelt dabei die Nachfrage und vergibt große Volumina über zentrale Ausschreibungen, meist verbunden mit deutlichen Preisnachlässen. Für Anbieter wie Straumann erhöht das kurzfristig den Margendruck und erschwert die Planung. Die Basler kalkulieren intern mit Preisrückgängen zwischen 5 und 15%. Gleichzeitig geht das Management davon aus, dass sich das Geschäft im zweiten Halbjahr 2026 beleben dürfte, sobald regulatorische Klarheit herrscht.
10% Umsatzwachstum p.a. bis 2030
Auch mittelfristig bleibt der Anspruch hoch. Bis 2030 strebt das Unternehmen rund 10% Umsatzwachstum pro Jahr sowie eine jährliche Verbesserung der Kern-EBIT-Marge um 40 bis 50 Basispunkte an. Das wirkt ambitioniert, erscheint aber angesichts der Marktposition erreichbar. Straumann ist in einem stark wachsenden Markt aktiv und hat Initiativen zum Margenausbau gestartet, etwa durch die Integration von Dienstleistungen, Digitalisierung und lokale Fertigung. Zudem verbessert das Unternehmen sein breites Produktportfolio kontinuierlich und baut es stärker in Richtung Premium aus. Analysten erwarten bei einem Umsatzplus von rund 8% jährlich ein Gewinnwachstum von über 20% pro Jahr in den kommenden drei Jahren.

Auch innerhalb der Branche steht Straumann hervorragend da. Im Vergleich zu Dentsply Sirona und Envista überzeugt das Unternehmen mit höheren EBIT-Margen und stärkerem Gewinnwachstum. Diese Qualität hat ihren Preis: Das 12-Monats-Forward-KGV der Aktie (94,20 CHF; CH1175448666) von 28 liegt über dem Branchenschnitt. Allerdings notiert die Aktie damit rund 20% unter ihrem historischen Bewertungsniveau. Für 2027 fällt das erwartete KGV mit 25 erstmals seit langer Zeit wieder unter das langfristige Bewertungsband von 26 bis 44.
Straumann hat 2025 bewiesen, dass selbst ein starker Franken und regulatorische Unsicherheiten in China das Geschäftsmodell nicht aus der Bahn werfen. Operative Resilienz, glaubwürdige Ziele und die attraktivere Bewertung sprechen für einen Einstieg.
Wir steigen bei Straumann ein. Den Stoppkurs setzen wir bei 69,50 CHF, einem Niveau, das zuletzt kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht wurde.