Wüstenrot & Württembergische knüpft noch nicht an alte Stärke an
Nach drei schwierigen Jahren meldet Wüstenrot & Württembergische ein „normales“ Jahr mit deutlich höherem Gewinn. Die Börse reagiert jedoch zurückhaltend: Der Ausblick auf 2026 kann nicht voll überzeugen.

Der Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat 2025 wie erwartet einen deutlichen Gewinnsprung geschafft. Nach drei Jahren mit rückläufigen Ergebnissen stieg der IFRS-Konzernüberschuss von 35 auf 121 Mio. Euro. Für Anleger gab es dennoch eine Enttäuschung: Der Ausblick auf 2026 sieht noch keine Rückkehr zu alter Stärke voraus.
Erholung nach schwierigen Jahren
Es waren keine einfachen Jahre zuletzt für die Kombination aus Deutschlands ältester Bausparkasse und dem traditionsreichen Versicherer aus Süddeutschland: 2024 hatte der Konzern unter schweren Unwettern im Südwesten gelitten. Der Gewinn fiel von 141 auf 36 Mio. Euro und lag 25% unter Konsens. Im Jahr davor hatten hohe Kfz-Reparaturkosten belastet, davor Bilanzwertabschreibungen.
2025 entspannte sich die Situation. Dank geringerer Schadensbelastungen verbesserte sich das Ergebnis deutlich. Trotz der Zuwächse markierte der Gewinn jedoch den zweitschlechtesten Wert der letzten zehn Jahre.
Immerhin, 2025 lief es in den Segmenten wieder runder: Die Schaden- und Unfallversicherung der Württembergischen Versicherung setzte ihren Wachstumskurs fort. Die Combined Ratio sank auf 86,2% (Vorjahr: 102,7%). In der Lebensversicherung stieg das Neugeschäft um 13,7% auf 3,69 Mrd. Euro. Die betriebliche Altersvorsorge legte auf 1,2 Mrd. Euro zu, das Gesamtneugeschäft um 15,6% auf 535 Mio. Euro. Die Württembergische Krankenversicherung steigerte den Jahresneubeitrag um 8,6% auf 12,6 Mio. Euro.
Auch das Geschäftsfeld Wohnen entwickelte sich positiv: Das Kreditneugeschäft wuchs von 4,7 auf 5,4 Mrd. Euro, das Neugeschäftsvolumen auf 16,49 Mrd. Euro. Die Wüstenrot Bausparkasse konnte ihr Brutto-Neugeschäft leicht steigern und den Marktanteil auf knapp 18% ausbauen.
Mittelfristziel wird 2026 nicht angepeilt
Der Ausblick auf 2026 fiel schwächer als von Analysten erwartet aus. W&W peilt ein IFRS-Konzernergebnis zwischen 120 und 150 Mio. Euro an. Vorstandschef Jürgen A. Junker bekräftigte zwar die langfristige Zielsetzung: Bis 2030 soll der Konzernüberschuss wieder zwischen 220 und 250 Millionen Euro liegen. Doch 2026 liegt das Gewinnziel nur leicht über dem Resultat von 2025 und deutlich unter den früheren Gewinnspitzen.
Die Ankündigung enttäuschte die Börse: Die SDAX-Aktie (14,44 Euro; DE0008051004) gehörte am Freitag (27.3.) mit einem Verlust von 5,5% zu den größten Verlierern des Index. Bei der Bewertung liegt das Papier sowohl beim Kurs/Buchwert als auch beim Kurs/Gewinn auf dem Niveau des historischen Mittels. Angesichts der niedrigen Eigenkapitalrendite von durchschnittlich rund 4% und der lang anhaltenden Gewinnschwäche erscheint das Papier im Branchenvergleich aber nicht besonders attraktiv.
Wir meiden Wüstenrot & Württembergische daher weiterhin.