MTU hat das Jahr 2025 mit Rekordzahlen abgeschlossen und seine im Jahresverlauf mehrfach angehobene Prognose erfüllt. Auch im laufenden Geschäftsjahr strebt der Triebwerkshersteller weitere Zuwächse an, rechnet jedoch gleichzeitig damit, dass die Marge 2026 wohl sinken dürfte – bedingt durch den schwachen US-Dollar und einen geringeren Anteil der besonders lukrativen Ersatztriebwerke. Somit droht ein negativer Mix-Effekt, obwohl das Wartungsgeschäft insgesamt zunehmen dürfte.

Im Mittelpunkt der Prognosespanne würde die bereinigte EBIT-Marge demnach bei 14,8% landen; der bislang höchste Wert von 16,4% stammt aus dem Jahr 2019. CEO Johannes Bussmann bestätigte am Dienstag (24.2.) außerdem die mittelfristige Ambition, bis 2030 einen Umsatz von 13 bis 14 Mrd. Euro (2025: 8,7 Mrd. Euro) sowie eine Marge von 14,5 bis 15,5% erzielen zu wollen.

Selbst wenn MTU also bereits am oberen Ende der Zielspanne operiert, stehen die Zeichen beim absoluten Gewinnniveau auf Wachstum. Die Nachfrage nach Flugzeugen und damit auch nach Triebwerken ist unverändert hoch. Der Auftragsbestand stieg 2025 um 3% auf 29,5 Mrd. Euro (per 31.12.2025), was rein rechnerisch einer Auslastung von mehr als drei Jahren entspricht.

Den höchsten Anteil am Auftragsbestand hatten die Antriebe der Pratt & Whitney GTF-Familie, die zuletzt erneut negative Schlagzeilen verursachten. Airbus-Chef Guillaume Faury beklagte öffentlich zu geringe Liefermengen für seine wichtigen A320neo-Flugzeuge. Laut Bussmann kommt zumindest MTU den Vereinbarungen jedoch wie geplant nach. Ende 2026 sollen auch die negativen Effekte des Getriebefan-Rückrufs von 2023 auf den Cashflow beendet sein.

Zugegeben: Nach dem Rekordjahr 2025 flacht die Dynamik nun etwas ab, strukturell bleibt der zivile Luftfahrtzyklus jedoch intakt. Als Zulieferer sowohl von Airbus als auch von Boeing sitzt MTU an einer Schlüsselstelle. Nach dem jüngsten Rücksetzer wird die Aktie (360,90 Euro; DE000A0D9PT0) mit einem 2026er-KGV von unter 20 bewertet. Das liegt unter dem historischen Durchschnitt und stellt einen deutlichen Abschlag gegenüber Peers wie Rolls-Royce (2026er-KGV: 40) und Safran (2026er-KGV: 34) dar.

MTU bleibt kaufenswert. Unser Stopp liegt bei 264,90 Euro.