DAX Dispoliste: 09. Februar 2023
Wir haben den Stopp u. a. bei Dt. Börse, SAP, Infineon und Sartorius erhöht. Siemens und Daimler Truck wurden auf Kaufen gestuft.
„Nichts ist so permanent wie ein temporäres Regierungsprogramm.“
Wir haben den Stopp u. a. bei Dt. Börse, SAP, Infineon und Sartorius erhöht. Siemens und Daimler Truck wurden auf Kaufen gestuft.
Bei einem leicht unter den Marktschätzungen liegenden Umsatz von 3,95 Mrd. Euro hat Infineon beim Q1-Gewinn (728 Mio. Euro) positiv überrascht.
Als wir die Schweizer VAT Group, mit einem Marktanteil von über 60% weltweit führend bei Vakuumventilen für die Halbleiterindustrie, zuletzt in PB v. 28.3.22 analysierten, handelte die Aktie (286,40 CHF; CH0311864901) bei rund 343 CHF. Der zyklische Abschwung in der Halbleiterbranche und Restriktionen der USA gegenüber China ließen die Aktie dann bis Mitte Oktober auf knapp unter 200 CHF fallen. Seitdem notiert der Titel 50% höher, in Antizipation auf sich verbessernde Fundamentaldaten infolge der Wiedereröffnung Chinas.
Die am Mittwoch (21.12.) von Micron Technology gemeldete schwache Prognose ließ Infineon tags darauf quasi kalt. Anders als der US-Halbleiterriese, der v. a. für seine Arbeitsspeicher in Computern bekannt ist, beliefern die Münchner zuvorderst Kunden aus der Automobilindustrie (45% vom Umsatz). Dass es um den Mobilitätssektor und um Infineon besser steht, darauf deutet schon allein der Rekordauftragsbestand von 43 Mrd. (Vj.: 29 Mrd.) Euro zum Ende des Gj. 2021/22 (per 30.9.) hin. Das entspricht etwa dem dreifachen Jahresumsatz.
Bei der Aktien-Momentum-Strategie in unserem Derivate-Depot befinden sich aktuell noch acht Positionen. Bis auf den Long-Trade auf Infineon liegen alle Depotwerte im Plus. Wir sagen Ihnen, wie Sie hier jetzt vorgehen sollten.
Unser Derivate-Depot hat sich in den vergangenen Tagen weiter positiv entwickelt. Durch ein Wochenplus von 1,7% konnte die Performance seit dem Anfang 2019 erfolgten Startschuss wieder in positives Terrain befördert werden. Zum Abschluss von PLATOW Derivate ist das dann doch noch mal eine schöne Tendenz, über die wir uns sehr freuen.
Die Q3-Berichtssaison steht vor ihrem Abschluss. Die Bilanz der Bilanzen fällt dabei besser aus als im Vorfeld befürchtet. In den USA lieferten die S&P 500-Unternehmen im Schnitt bei einem Umsatzwachstum von 11% eine Gewinnsteigerung von knapp 2%. In Deutschland kamen die DAX 40-Werte nach einer Auswertung von EY sogar auf 23% Umsatz- und 28% Gewinnwachstum. Ein starkes US-Geschäft, der positive Einfluss des schwachen Euros und die eigene Preismacht halfen. Einige Unternehmen konnten sogar die Prognose für 2022 erhöhen, darunter unsere Musterdepotwerte Mercedes-Benz und Deutsche Telekom.
Bei der Zusammensetzung unserer Aktien-Momentum-Strategie gab es in dieser Woche keine Veränderungen. Unter dem Strich steht eine positive Entwicklung der zehn Positionen.
Auch in dieser Woche gab es bei unserem Relative Stärke-Ranking einige deutliche Verschiebungen, wenngleich wir bei der Aktien-Momentum-Strategie lediglich einen Austausch vornehmen mussten. Ganz knapp verpasst hat den Einzug in unser Derivate-Depot dabei Zalando, die sich von ihrem Tief aus in den vergangenen Wochen nahezu verdoppeln konnte. Mit einem RSL-Wert von 1,2740 (Aktie 27,4% über ihrer 130-Tage-Linie) lag die Aktie des Online-Händlers hauchdünn hinter Infineon, deren RSL-Wert zum entscheidenden Stichtag am Dienstagabend bei 1,2742 lag. Dahinter hat sich mit Nordex ebenfalls ein Aufsteiger der vergangenen Tage in Stellung gebracht. Eine neue Chance bietet sich diesen und auch allen anderen HDAX-Werten in der kommenden Woche, falls dann einer der Depotwerte aus den Top-20 fallen sollte.
Auch bei der Aktien-Momentum-Strategie sind die vergangenen Tage recht erfolgreich verlaufen. Bis auf eine Position konnten alle Depotwerte auf Wochensicht zulegen.
Wie gestern in unserem kostenlosen Vorab-Service avisiert, nehmen wir heute Veränderungen in unserem Musterdepot von PLATOW Derivate vor. Konkret geht es dabei um die Aktien-Momentum-Strategie und die DAX-Turbo Long-Strategie.
Die am Montagnachmittag (14.11.) neu formulierten Ziele haben die Infineon-Aktie (32,36 Euro; DE0006231004) deutlich beflügelt. Seit dem Korrekturtief im Juli ist der Kurs nun um über 50% gestiegen. Wir sehen trotzdem noch Luft nach oben.
Nach starken Q3-Zahlen (vgl. PB v. 21.10.) hatten wir bei unserem ehemaligen Musterdepotwert ASML (577,30 Euro; NL0010273215) zum Wiedereinstieg geraten. Neben den besser als erwarteten Zahlen überzeugte uns v. a., dass im Zuge des Kursrutsches um 44% auf ein Jahrestief bei rd. 400 Euro Mitte Oktober, die Aktie nun mit dem 25-Fachen der erwarteten Gewinne für das Geschäftsjahr 2022 wieder deutlich attraktiver geworden war.
Unter militärischen Ehren wurde Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag (4.11.) in China empfangen. Schon im Vorfeld mahnten Kritiker die Symbolwirkung eines Besuchs an – finde dieser doch nur wenige Tage nach der Wiederwahl Xi Jinpings statt. Insbesondere mit dem aggressiveren Auftreten gegenüber Taiwan und den Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang stehen aktuell zwei Dauerbrenner im Fokus des gesellschaftlichen Interesses.
Mit einem erneut sehr deutlichen Anstieg des RSL-Wertes (zeigt den Abstand der Aktie zu ihrem 130-Tage-Schnitt an) hat Verbio die Spitzenposition in unserem Relative Stärke-Ranking problemlos verteidigt. Dahinter setzte sich das muntere Wechselspiel der vergangenen Wochen weiter fort. Neue Nummer zwei ist jetzt Aixtron, die die Commerzbank auf Rang drei verwiesen. Dahinter rückte die Münchener Rück auf den vierten Platz vor. Deutlich nach oben ging es in den Top-20 zudem für die Aktien von SAP, der Deutschen Bank, Jungheinrich, Airbus, Infineon und Hensoldt. Es ist davon auszugehen, dass es im Zuge der Berichtssaison weiter deutliche Verschiebungen in der Rangliste geben wird.
Der Bereich Automotive steht bei Infineon für über 40% der Umsätze. Die Aussagen auf der jährlichen Telefonkonferenz (4.10.) zu diesem Segment gewichten wir entsprechend hoch. Und sie bestätigen unser positives Votum. Infineon berichtet von vollen Auftragsbüchern und rechnet kurz- und langfristig mit starkem Wachstum. In den kommenden Monaten sollen v. a. der Nachholbedarf bei den Autobauern, der erschöpfte Gebrauchtwagenmarkt und niedrige Lagerbestände helfen. Positiv werten wir zudem, dass der Konzern für 2023 bereits Verträge mit höheren Preisen abschließen konnte.
Bei Infineon ist unsere Strategie (vgl. PB v. 5.8., „Auf Rücksetzer lauern“) aufgegangen.
Wie befürchtet (vgl. PB v. 11.5.) hat bei Infineon die Unterstützung bei ca. 25,50 Euro im Frühsommer nicht gehalten. Auch die guten Hj.-Zahlen konnten den Fall der Aktie bis auf unter 21,00 Euro nicht verhindern.
Trotz guter Nachrichten hat Infineon zum Wochenstart weiter an Boden verloren. Damit wackelt die starke Unterstützung bei ca. 25,50 Euro. In einem normalen Börsenumfeld wäre – wie zuletzt im März – hier mit einer starken Erholung zu rechnen. Schließlich hat der Spezial-Chiphersteller allen Widrigkeiten zum Trotz den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (per 30.9.) um 22% gesteigert.
Der derzeit riesige globale Chiphunger wird angetrieben durch den Bedarf an immer schnelleren, komplexeren Rechenleistungen in Megatrends wie dem Internet der Dinge, 5G, Autonomes Fahren und der Energiewende. Chip-Giganten wie Intel nehmen derzeit Milliarden in die Hand, um den Nachfragestau durch Kapazitätsaufbau aufzulösen.
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