Kurznachrichten im Überblick: 02. Mai 2024
In der heutigen Ausgabe kümmern wir uns um Bilfinger, Grenke und Fuchs.
„Wenn ein Unternehmen gut läuft, wird die Aktie letztendlich folgen.“
In der heutigen Ausgabe kümmern wir uns um Bilfinger, Grenke und Fuchs.
„It’s the Old Economy, stupid”. So könnte, in Abwandlung eines bekannten Wahlkampf-Slogans, das März-Motto beim DWS Concept Platow Fonds lauten. Denn im Berichtsmonat standen Vertreter der „Old Economy“ unangefochten auf den ersten Plätzen der Performance-Hitliste. An der Spitze thronen mit Traton und Daimler Truck zwei Nutzfahrzeughersteller, dahinter mit Jungheinrich ein Gabelstaplerproduzent, gefolgt u.a. vom Schmierstoffhersteller Fuchs und vom Bahninfrastrukturspezialisten Vossloh.
Deutschlands Chemie- und Pharmabranche leidet Not. Sowohl die schleppende Weltkonjunktur als auch strukturelle Standortprobleme belasten den drittgrößten Industriezweig des Landes. Dennoch hatten Analysten aufgrund des „No Landings“ in den USA und den für dieses Jahr antizipierten Leitzinssenkungen die Erwartungen an den hiesigen Chemiesektor hochgeschraubt. Diese werden allerdings nach und nach enttäuscht.
Im chemisch-pharmazeutischen Sektor brodelt es. Schwache Nachfrage und hohe Kosten führten 2023 erneut zu Produktionsdrosselungen.
Der Luft- und Raumfahrtkonzern OHB befindet sich auf seiner Abschiedstournee von der Börse.
Ein Update zu GEA lesen Sie in dieser Ausgabe. Bei Fuchs haben wir den Stopp am 27.10. von 26,50€ auf 29,80€ angehoben.
Crash-Monat oder „goldener Oktober“? Zwischen diesen Extremen, unter Ausnutzung der vollen Bandbreite, variiert das Image des Börsenmonats Oktober. Galt der Herbstmonat noch bis in die 1990er Jahre, eingedenk einiger „legendärer“ Kurszusammenbrüche wie 1907, 1929, 1932 oder 1987, als Spielverderber mit durchschnittlich negativer Rendite, hat sich sein Ruf spätestens seit der Jahrtausendwende merklich verbessert. Je nach betrachtetem Aktienindex kommt der Oktober seither auf passable durchschnittliche Renditen, kann also durchaus als „Goldjunge“ durchgehen. Überdies hat mittlerweile der September die Rolle als Bösewicht des Jahres übernommen.
Fuchs hat mit den Q3-Zahlen positiv überrascht. Am Freitag (27.10.) wurde ein Rekord-EBIT von 113 Mio. Euro und eine nochmalige Anhebung der FCF-Prognose auf 380 Mio. (bisher: 300 Mio.) Euro vermeldet – darauf hatten wir gesetzt (vgl. PB v. 26.9.).
Für Fuchs, Jungheinrich und unseren Musterdepotwert Puma (jeweils am 26.09.) bekräftigten wir unsere Kaufempfehlungen.
Das familiengeführte Unternehmen Fuchs gefällt uns, weil es in überschaubaren Schritten, aber stetig am Ausbau seiner Schmierstoffgeschäfte arbeitet.
In dieser Ausgabe kümmern wir uns um Interroll, Hawesko, OHB und PVA Tepla.
Bis Ende Juni waren die Unternehmen im DWS Concept Platow Fonds von Prognosesenkungen weitgehend verschont geblieben. Im Juli zeigte sich erstmals kein so fleckenarmes Bild mehr. Bei PSI, Suess Microtec, Surteco, Villeroy & Boch sowie Wacker Chemie mussten die Vorstände eingestehen, zu optimistisch für 2023 geplant zu haben. Ferner wurde bei Takkt der Prognosekorridor nach unten eingeengt. Je nach Zählweise mussten also fünf oder sechs Firmen bzw. etwa jede zehnte aus dem Fonds den Jahresausblick nach unten korrigieren.
Wie angekündigt hat Fuchs inflationsbedingte Kostensteigerungen an die Kunden weitergereicht.
Vergangene Woche verkaufte die Investmentfirma Mawer Investments rd. 2,5 Mio. Stammaktien am Schmierstoffhersteller Fuchs, die institutionelle Investoren zu 27,05 Euro je Aktie bzw. mit einem Abschlag von rd. 10% einsammelten. Offensichtliche Gründe für den Teilverkauf gab es nicht und so erholten sich die MDAX gelisteten Vorzüge (35,90 Euro; DE000A3E5D64) zügig wieder. Die Umbenennung von Fuchs Petrolub in „Fuchs SE“ ist unter ESG-Gesichtspunkten sicherlich als marketingwirksam einzustufen.
Der MDAX-Konzern Fuchs Petrolub hat am Freitag (28.4.) den Erwartungen entsprechende Q1-Zahlen vorgelegt. Dazu haben v. a. Preisanpassungen (vgl. PB v. 9.3.) beigetragen.
Die Geschäftszahlen von Fuchs Petrolub wurden an der Börse schlecht aufgenommen und schickten die MDAX-Aktie (37,28 Euro; DE000A3E5D64) seit Mittwoch (8.3.) um bis zu 7% in den Keller.
Die Berichtssaison zum abgelaufenen Jahr hat ihren Höhepunkt längst überschritten. Das schwierige Jahr 2022 haben europäische und deutsche Unternehmen nach einer Analyse der Deutschen Bank mit einer Gewinnausweitung von 25% im Q4 besser als ihre US-Pendants (-3%) überstanden.
Bei Befesa, Siltronic, Fuchs Petrolub Vz., Stabilus und Gerresheimer haben wir jeweils die Stopps erhöht. Bei Hugo Boss sind wir wieder eingestiegen.
Das vergangene Jahr war auch für den internationalen Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub angesichts steigender Rohstoffkosten, Lieferkettenengpässe und Einschränkungen in China (Umsatz: mehr als 20%) nicht leicht. Uns gefällt aber, dass mit dem jüngst ruhestandsbedingt eingeläuteten Wechsel im Technik-Vorstand eine Verjüngung des Gremiums einhergeht. Mittelfristig will Fuchs zudem wieder zu alter Stärke zurückfinden, was mit den Zielen eines mittleren einstelligen Umsatzwachstums, einer EBIT-Marge von 15% und einer Cash-Conversion-Quote (freier Cashflow/Nettogewinn) von 80% zum Ausdruck gebracht wird. Um dies zu erreichen, setzt CEO Stefan Fuchs nicht nur auf Zukäufe in Asien und Amerika, sondern will auch in den aussichtsreichen Märkten Windenergieanlagen und der Batterieproduktion zulegen. Die Mannheimer gehen davon aus, dass allein für die Herstellung der Batterie 25% der gesamten in der Autofertigung eingesetzten Schmiermittel nötig sein werden, weshalb sie mit Industriegrößen wie Tesla und dem größten Fahrzeugbatteriehersteller CATL zusammenarbeiten.
Von vielen Seiten kommt Entwarnung. „Der Lieferkettenindex liegt wieder auf den Niveaus, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie zu verzeichnen waren“, twitterte die VP Bank in dieser Woche. Chefvolkswirt Thomas Gitzel erklärte uns auf Nachfrage, dass der seit einem Jahr berechnete Index der Liechtensteiner Privatbank in allen Segmenten Entspannung signalisiere: Weltweit gebe es keinen Schiffstau vor den großen Umschlagshäfen, der Freightos-Containerpreisindex liege nur noch leicht, die Vorratshaltung bei Unternehmen dagegen deutlich höher als im März 2020. Aus „Just-in-Time“, also fast schon minutiös abgestimmten Lieferketten, ist bei vielen Unternehmen „Just-in-Case“, also die vorsorgliche Vorratshaltung, geworden.
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