Fresenius – Sens Handschrift
Die Q1-Zahlen von Fresenius (9.5.) tragen schon die Handschrift des im Oktober an die Spitze gerückten CEO Michael Sen (vgl. PB v. 19.1.).
„Erfolgreiches Investieren besteht darin, die Erwartungen anderer zu antizipieren.“
Die Q1-Zahlen von Fresenius (9.5.) tragen schon die Handschrift des im Oktober an die Spitze gerückten CEO Michael Sen (vgl. PB v. 19.1.).
Bis Mitte 2017 hatten Anleger stets ihre helle Freude an Fresenius. Seither führten ungewohnte operative Probleme bei dem breit aufgestellten Gesundheitskonzern dafür, dass die DAX-Aktie (28,02 Euro; DE0005785604) in der Spitze drei Viertel ihres Wertes verlor. Seit dem Amtsantritt von CEO Michael Sen im Oktober erholt sich das Papier – zu Recht?
Der neue Fresenius-CEO Michael Sen übernimmt in stürmischen Zeiten. Die DAX-Aktie (23,29 Euro; DE0005785604) fiel jüngst auf das Niveau von 2007, die Verschuldung ist hoch, die Gewinnprognose musste gestrichen werden und ein Hedgefonds akkumuliert Anteile, was Zerschlagungsfantasien weckt. So wird für 2022 nun ein Gewinnrückgang von 10% erwartet (zuvor: Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich). Sen sprach im Rahmen der Q3-Präsentation von einem „Reset“, den der Konzern nach dem Abgang von Stephan Sturm dringend bräuchte. Der Fokus soll v. a. auf der Kostenreduktion liegen. Fresenius wolle sich auf die Kerngeschäfte konzentrieren und von Anhängseln trennen.
Der Krankenhausbetreiber und Dialysespezialist Fresenius konnte mit seinen Q1-Zahlen die Erwartungen leicht übertreffen (4.5.). So lag der erwirtschaftete Umsatz der Bad Homburger im abgelaufenen Quartal mit 10,25 Mrd. Euro rund 2% und der Gewinn pro DAX-Aktie (31,74 Euro; DE0005785604) mit 0,22 Euro rund 5% über den Analystenschätzungen.
Fresenius (33,15 Euro; DE0005785604) gab Ende März zwei neue Zukäufe bekannt. So wurde für knapp 500 Mio. Euro eine 55%-Beteiligung an mAbxience, einem Spezialisten für Nachahm-Medikamente, erworben. 215 Mio. Euro wurden für den Infusionstherapiespezialisten Ivenix auf den Tisch gelegt.
Auf der Bilanz-PK von Fresenius rückten die Zahlen für das Gj. 2021 am Dienstag (22.2.) schnell in den Hintergrund. Dass die im Jahresverlauf zwei Mal erhöhte Guidance erreicht und ein Umsatz von 37,5 Mrd. Euro (+3%) sowie ein Nettogewinn von 1,9 Mrd. Euro (+4%) erzielt wurden, ist in Pandemiezeiten ebenso erfreulich wie die Bestätigung der schon vor Corona aufgestellten Mittelfristprognose. Bis 2023 soll der Umsatz um 4 bis 7% p. a. wachsen, der Gewinn um 5 bis 9%. Da CEO Stephan Sturm für 2022 jedoch geringere Gewinnzuwächse erwartet, muss 2023 umso stärker werden.
Die Fresenius-Aktie (40,22 Euro; DE0005785604) war bis Ende 2017 ein beliebtes Papier auf deutschen Kurszetteln und auf ihrem Höhepunkt mit einem KGV von fast 25 bewertet. Die Bad Homburger hatten damals stark auf anorganisches Wachstum durch Zukäufe gesetzt und schienen diese sehr gut in den Konzern integriert zu bekommen. Alsbald mussten aber zunehmend Abschreibungen auf die Akquisitionen vorgenommen werden, und der Markt hörte auf den Konzern mit einer solchen Prämie zu seinem operativen Geschäft zu bewerten. Die Aktie korrigierte sehr deutlich.
Die großen Pharmafirmen hatten es 2020 nicht leicht (s. a. „Unsere Meinung“ auf S. 1). 80% der Nicht-Covid-Studien wurden laut EY im vergangenen Jahr gestoppt, weil alle Ressourcen auf die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes konzentriert wurden. Dennoch steckte „Big Pharma“ auch 2020 viel Geld in Forschung & Entwicklung. Etwa ein Fünftel des Umsatzes geht in diesen Bereich, denn nur so können die dringend benötigten Krebsmedikamente mit einem Spitzen-umsatzpotenzial von mehr als 1 Mrd. US-Dollar entwickelt werden. Wer investiert wie viel und mit welchem Erfolg?
Die Corona-Pandemie hat Fresenius hart getroffen, daraus machte CEO Stephan Sturm bei der virtuellen Bilanz-PK am Dienstag (23.2.) keinen Hehl. Den Umsatz konnten die Bad Homburger währungsbereinigt zwar um 5% auf 36,3 Mrd. Euro steigern. Doch es werde immer schwerer, dieses Wachstum zu erwirtschaften. „Es gibt Hemmnisse“, so der Konzernchef.
Der Blick auf die Hj.-Zahlen von Fresenius und der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) überraschte durchaus. Denn während das Geschäft von FMC trotz Corona-Pandemie floriert, muss die Mutter ihre Jahresziele deutlich nach unten schrauben. Eine gute Gelegenheit, einen genaueren Blick auf die beiden DAX-Werte zu werfen.
Wie Fresenius mitsamt der Töchter auf die Corona-Pandemie reagierte, hat uns schon in PB v. 26.4. überzeugt, weshalb wir zum Einstieg in die DAX-Aktie rieten.
Im Kampf gegen Covid-19 bilden die Töchter des Pharma-Konzerns Fresenius eine schlagkräftige Truppe: Fresenius Medical Care kooperiert in den USA mit anderen Dialyseanbietern, um Patienten isoliert behandeln zu können, und stellte zu Wochenbeginn 150 zusätzliche Dialysegeräte in Nordamerika bereit.
Ein pessimistischer Mensch ist Stephan Sturm sicherlich nicht. Schon Ende 2018, nachdem der Fresenius-Chef zwei Mal die Jahresziele kappen musste, zeigte er sich PLATOW gegenüber zuversichtlich, dass es nach einem Investitionsjahr 2019, für das er realistische Ziele ausrief, wieder bergauf geht.
Deutschlands Vorzeige-Pharmazeuten Bayer und Fresenius haben schwere Zeiten hinter sich. Doch im Q3 konnten die DAX-Konzerne positiv überraschen. Wir haben uns die Entwicklung genauer angeschaut und werfen auch einen Blick auf den französischen Wettbewerber Sanofi.
Schon lange ist Stephan Sturm der Ansicht, dass es in Deutschland zu viele Krankenhäuser gibt. Die zu Wochenbeginn vorgelegte Bertelsmann-Studie, der zufolge mehr als die Hälfte der deutschen Kliniken geschlossen werden sollte, dürfte den Fresenius-CEO daher freuen.
Ein besinnliches Weihnachtsfest wird Stephan Sturm aller Voraussicht nach nicht haben. Nachdem der Fresenius-Chef bereits im Herbst den Ausblick für 2018 dämpfte, sprach er kürzlich eine erneute Gewinnwarnung aus und kappte die Mittelfristziele für die kommenden beiden Jahre (s. a. PLATOW Brief v. 10.12.). 2019 will der Pharma-Riese kräftig investieren, um sich für das nächste Jahrzehnt in eine aussichtsreiche Position zu bringen.
Es lief schon besser bei Fresenius. Die Zahlen zum Q3, die der Pharmariese am Dienstag (30.10.) vorlegte, erfüllten zwar die Erwartungen. Doch mit einer Konkretisierung des Ausblicks schraubte der DAX-Konzern diese schon Mitte Oktober nach unten (vgl. PB v. 19.10.): Umsatz und Konzernergebnis sollen im Gj. währungsbereinigt am unteren Ende der Bandbreiten von 5 bis 8% bzw. 6 bis 9% wachsen. Nach neun Monaten sind die Bad Homburger auf Kurs. Der Umsatz legte 5% auf 24,7 Mrd. Euro, das Ergebnis 7% auf 1,4 Mrd. Euro zu.
Unter den Problemen von FMC sowie der Töchter Kabi und Helios leidet auch die Konzernmutter Fresenius.
Lange schwebte die Aufkündigung der Übernahmevereinbarung von Akorn wie ein Damoklesschwert über Fresenius. Denn der US-Generikahersteller, dem der DAX-Konzern vorwirft, schwerwiegend gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität verstoßen zu haben, klagte dagegen (vgl. PB v. 25.4.). Am Montag (1.10.) teilten die Bad Homburger mit, dass ein US-Gericht die Klage abgewiesen hat.
Der gegenüber US-Dollar und chinesischem Yuan starke Euro machte Fresenius im 1. Hj. zu schaffen. Beim Umsatz hatten die Wechselkurseffekte einen negativen Einfluss von 7%. Währungsbereinigt kletterten die Erlöse um 6% auf 16,5 Mrd. Euro und das Konzernergebnis um 7% auf 922 Mio. Euro.
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