Jerome Powell hat gestern Abend (18.3.) geliefert, was die Märkte erwarteten, und zugleich für neues Unbehagen gesorgt. Das FOMC entschied mit 11 zu 1 Stimmen, den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50% bis 3,75% zu belassen. Es ist bereits die zweite Sitzung in Folge ohne Bewegung. Hinter der Entscheidung steht eine wachsende Unsicherheit über die weitere Entwicklung von Inflation und Konjunktur. Die Fed bleibt abwartend und vermeidet jede Festlegung auf einen künftigen Kurs.

Krieg, Öl, Inflation – Das toxische Dreieck

Der eigentliche Elefant im Raum trägt einen iranischen Pass. Erstmals erwähnt die Fed den US-Iran-Konflikt ausdrücklich im Statement und verweist nüchtern auf ungewisse Folgen für die US-Wirtschaft. Übersetzt heißt das: Die Lage ist kaum seriös kalkulierbar. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Energiepreise und eines schwächelnden Arbeitsmarkts. Damit rückt ein Stagflationsszenario in den Bereich des Möglichen, das für Notenbanker als besonders heikel gilt. Dementsprechend wurden die Projektionen nach oben korrigiert. Die PCE-Inflation soll 2026 nun bei 2,7% liegen – gegenüber zuvor 2,5% in der Dezember-Projektion. Das Wirtschaftswachstum wurde hingegen leicht auf 2,4% angehoben.

Nur eine Zinssenkung… vielleicht

Der Dot-Plot spricht eine vorsichtige Sprache. Die Mehrheit der FOMC-Mitglieder erwartet für 2026 allenfalls eine Zinssenkung, für 2027 eine weitere. Sieben der 19 Teilnehmer sehen in diesem Jahr sogar gar keinen Spielraum mehr für Anpassungen. Powell selbst wich konkreten Festlegungen aus und betonte, die Geldpolitik folge keinem vorgegebenen Pfad. Die Märkte reagierten prompt und schickten den S&P 500 um über 0,7% nach unten. Brisant bleibt zudem die Personalfrage. Powells Amtszeit endet im Mai, während Donald Trump mit Kevin Warsh bereits einen zinssenkungsfreundlichen Nachfolger nominiert hat. Powell zeigt jedoch keine Bereitschaft zum vorzeitigen Rückzug und verweist auf die laufende Untersuchung zum Umbau des Fed-Gebäudes.