Fast sieben Monate ist es mittlerweile her, dass wir hier zuletzt über Befesa geschrieben haben. Seitdem ist der Kurs der SDAX-Aktie (32,60 Euro; LU1704650164) um weitere 23% gestiegen, so dass unsere vor fast genau einem Jahr ausgesprochen Empfehlung inklusive Dividendenzahlung mittlerweile mit 51% im Plus liegt. Der deutsche Nebenwerte-Index konnte in diesem Zeitraum nur um gut 20% zulegen.

Die Outperformance wird untermauert durch eine solide Geschäftsentwicklung des Industriemetallrecyclers. Die vorläufigen Zahlen für 2025 zeigten am Donnerstag (26.2.) einen Umsatz von 1,183 Mrd. Euro (-4,6%), ein bereinigtes EBITDA von 242,8 Mio. Euro (+13,8%) und einen um 58% auf 2,01 Euro gestiegenen Gewinn je Aktie. Damit lag Befesa leicht unter Konsens, aber innerhalb des eigenen Zielkorridors. Wichtig aus unserer Sicht ist die positive Margenentwicklung in einem schwierigen Marktumfeld. Sehr erfreulich ist zudem der Fortschritt beim Abbau des Verschuldungsgrads, der auf Jahressicht vom 2,90-fachen auf das 2,27-fache EBITDA gesunken ist. 2026 strebt der Vorstand hier ein Niveau von rund 2,0 an.

Die Gewinne sollen 2026 weiter steigen

Auch sonst blickt Befesa zuversichtlich auf die weitere Entwicklung. Eine genaue Prognose für 2026 wird es zwar erst im April geben, das EBITDA soll aber weiter steigen. Der Konsens von rund 260 Mio. Euro wurde im Earnings-Call als plausibel bezeichnet. Dabei dürfte der Rückenwind durch die 2025 außergewöhnlich niedrigen Treatment Charges (Verarbeitungsgebühren beim Verkauf des zurückgewonnenen Zinks) diesmal etwas geringer ausfallen. Nach 165 Dollar je Tonne im Jahr 2024 war es hier 2025 zu einer Halbierung auf ein 15-Jahres-Tief bei 80 Dollar gekommen. Im laufenden Jahr werden Stand jetzt 100 bis 130 Dollar erwartet. Analysten hatten bislang einen deutlich stärkeren Anstieg erwartet.

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Aktienkurses ist aus unserer Sicht die Ankündigung des Vorstands, dass Befesa nun in einen neuen Zyklus eintritt, der durch niedrige Investitionen und hohe Erträge geprägt ist und somit eine starke Free-Cashflow-Generierung sowie die Schaffung von Mehrwert für die Aktionäre ermöglicht. Bei unserem Musterdepotwert Elmos haben wir gerade gesehen, dass solche Szenarien an den Börsen im aktuellen Umfeld besonders honoriert werden.

Bei einer immer noch attraktiven Bewertung (12-Month-Forward-KGV: 13; KBV: 1,4) sehen wir mittelfristig weiteres Potenzial. Wir stufen Befesa weiter auf Kaufen und ziehen den Stoppkurs deutlich von 16,00 Euro auf 23,50 Euro nach.