DAX Dispoliste: 17. Mai 2023
Ein Update zu Siemens gibt es in dieser Ausgabe. Für Dt. Börse, Allianz und Dt. Telekom bekräftigen wir unsere Kaufempfehlungen. Bei Brenntag haben wir den Stopp (zuvor: 54,80) auf 57,40 Euro angehoben.
„Wenn ein Unternehmen gut läuft, wird die Aktie letztendlich folgen.“
Ein Update zu Siemens gibt es in dieser Ausgabe. Für Dt. Börse, Allianz und Dt. Telekom bekräftigen wir unsere Kaufempfehlungen. Bei Brenntag haben wir den Stopp (zuvor: 54,80) auf 57,40 Euro angehoben.
Die Q1-Zahlen von Allianz (12.5.) sind grundsolide – nicht mehr und nicht weniger.
Nach monatelangem Anstieg bis Oktober 2022 (10,6%) ging der Inflation in Europa zuletzt sprichwörtlich die Energie aus (Februar: 8,5%; März: 6,9%). Treiber der Teuerung sind nun nicht mehr Energie-, sondern Lebensmittelpreise. Diese machen fast ein Drittel der Inflation aus (Vj.: 21%) – in Deutschland sogar fast 40% (Vj.: 20%). Die Analysten von Allianz Trade sprechen daher auch von „klebriger“ Lebensmittelinflation.
Allianz und Münchner Rück haben gerade die Deckung für die nach den Bombenanschlägen nicht mehr betriebsfähige Pipeline „Nordstream 1“ erneuert. Dahinter steht offenbar die Hoffnung, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine Rückkehr zum „business as usual“ geben könnte. Diese Hoffnung scheint auch bei jenen westlichen Unternehmen eine Rolle zu spielen, die ihr Russland-Engagement so weit als möglich aufrecht erhalten.
Allianz wird nicht ganz unbeschadet aus den Wirren um den Nachlass der Credit Suisse herauskommen. Die Fonds-tochter Pacific Investment Management (PIMCO) ist mit rd. 807 Mio. US-Dollar einer der größten Inhaber von inzwischen für wertlos erklärten Nachranganleihen (Additional Tier 1-Bonds) der Schweizer Bank.
Bei Allianz, Mercedes-Benz, Airbus und Brenntag haben wir jeweils die Stopps nachgezogen.
Die 2022er-Zahlen der Allianz übertrafen zwar die Erwartungen, doch der gewohnt zurückhaltende Ausblick auf 2023 konnte der DAX-Aktie (216,70 Euro; DE0008404005) keinen frischen Impuls verleihen. Der op. Gewinn lag 2022 mit 14,2 Mrd. Euro 3,5% über den Erwartungen und am oberen Rand der eigenen Guidance. CEO Oliver Bäte betonte im Call, dass die Steigerungsrate seit 2019 rd. 6% p. a. betrug, nachdem es von 2015 bis 2019 nur 2,5% p. a. waren. Den 2023er-Ausblick (op. Gewinn: 13,2 Mrd. bis 15,2 Mrd. Euro) nannte er „konservativ“ und wies darauf hin, dass mit Ausnahme der Vermögensverwaltung die 2021 ausgerufenen 2024er-Ziele „fast schon in Reichweite“ seien.
2022 gehörte Befesa im MDAX zwar zu den Schlusslichtern: Mit einem Verlust von über 30% ging es für den Recycling-Spezialisten für Stahlstäube nicht über einen mageren Platz 28 hinaus. Nur die kräftige Jahresendrally seit September verhinderte einen noch größeren Absturz der Aktie (45,68 Euro; LU1704650164). Unser Einstieg (vgl. PB v. 9.11.) war damit goldrichtig: PB-Leser liegen rd. 20% im Plus.
Brenntag haben wir am 30.11. auf Halten abgestuft. Bei Allianz haben wir den Stopp auf 145,50 (123,95) Euro angehoben.
An den Zahlen des Versicherers Allianz gefällt uns, dass die wichtigsten Kennziffern sich seit dem schwachen Jahresauftakt stetig verbessern. Anders als beim Rückversicherer Munich Re (vgl. PB v. 25.11.) schlägt der Hurrikan Ian nur mit einer Belastung von rd. 100 Mio. Euro zu Buche. Zudem sind die Mrd.-Belastungen rd. um den Anlagebetrug der Fondstochter AGI mittlerweile verdaut. Der operative Gewinn kletterte im Q3 um 7,4% (Q2: +5,3%; Q1: -2,9%) auf 3,5 Mrd. Euro. Weil nach neun Monaten schon 10,2 Mrd. Euro verdient sind, peilt Allianz-Chef Oliver Bäte für 2022 jetzt die obere Hälfte der Guidance (12,4 Mrd. bis 14,4 Mrd. Euro) an.
Über fünf Jahre ist es schon her, dass wir den Düsseldorfer Telekommunikationsspezialisten Ecotel Communication zum Kauf empfohlen haben. Seither legte die Aktie (34,50 Euro; DE0005854343) um sage und schreibe 350% zu. Beachtlich. Im Zuge einer Schwächephase wurden wir allerdings 2019 bei 7,90 Euro ausgestoppt. Die Corona-Krise verschärfte den Niedergang noch weiter auf ein Allzeittief bei 5,50 Euro – lange hielt es aber nicht. Denn inzwischen notiert das Papier unweit des Rekordhochs (38,60 Euro) Ende 2021. Für uns macht der phönixhafte Aufstieg die Aktie wieder interessant.
Im Lebensversicherungsgeschäft ist Allianz schon seit 2018 in China aktiv. Nachdem die US-Tür im Fondsgeschäft durch den Verkauf an die ehemalige ING-Tochter Voya Financial geschlossen werden musste (vgl. PB v. 15.6.), erkunden die Münchner nach bislang nicht offiziell bestätigten Berichten, ob es möglich ist, mit einer chinesischen Bank ein Joint Venture zum Vertrieb von Fondsprodukten im Reich der Mitte aufzusetzen. Der dortige Markt wird auf etwa 4,3 Bio. US-Dollar geschätzt und gilt als wachstumsstark und lukrativ.
Nach den Milliardenverlusten von Kunden der Fondstochter AGI im Zuge des „Structured Alpha“-Skandals hat sich der Abwärtstrend der Allianz-Aktie (176,14 Euro; DE0008404005) fortgesetzt.
Die jüngsten Ereignisse in der Republik Südafrika könnten tatsächlich zu einem grundlegenden politischen Umbruch führen. Die vom Richter Raymond Zondo geleitete Kommission zur Untersuchung der systematischen Korruption („state capture“) in der Amtszeit des Präsidenten Jacob Zuma hat ihren Bericht vorgelegt.
Die Drei-Meere-Initiative werde ein großer Erfolg sein, wenn Mittel- und Osteuropa mit ihrer Hilfe zum wahren Zentraleuropa werde, erklärte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki bei einer Konferenz in Lublin den politischen Anspruch hinter der von Warschau stark geförderten Initiative.
Der erzwungene Rückzug aus dem US-Fondsgeschäft dürfte für Allianz glimpflicher ausgehen als befürchtet.
Nachhaltigkeit war 2021 ein wesentlicher Aspekt für institutionelle Investoren. Die Nachfrage nach Green Buildings ist so hoch wie nie. Die steigenden Anforderungen hinsichtlich ESG und Dekarbonisierung im Gebäudesektor, die zu einem steigenden Sanierungsdruck bei Bestandsimmobilien führen, bieten höhere Renditechancen, aber vor allem für Value-Add-Investoren. Bei den begehrten Core- und Core+-Immobilien schrumpft die Rendite immer weiter. Dass mit steigenden Zinsen und Inflationsraten die Investoren ihr Augenmerk auf andere Anlagen lenken, ist bisher noch nicht erkennbar, aber wohl nur eine Frage der Zeit.
Der rechts-liberale Geraldo Alckmin, ehemaliger Gouverneur von Sao Paulo und Gefolgsmann des früheren Präsidenten Henrique Cardoso tritt bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien im Oktober wieder an, allerdings nicht wie 2006 als Gegenkandidat zum Sozialisten Lula da Silva, sondern als dessen Vize-Kandidat und zukünftiger Landwirtschaftsminister.
Schon Mitte März kündigte Allianz an, die Sach- und Krankenversicherungsaktivitäten in Russland einzustellen. Das fiel den Münchnern auch nicht schwer, denn nach unseren Schätzungen macht das dortige Geschäft deutlich weniger als 1% der Konzernbilanz aus.
Das Russland-Geschäft von Unternehmen rückt derzeit in den Fokus der Anleger. Je größer es ist, desto riskanter kann ein Investment sein. Konzerne, die sich erfolgreich aus dem Land zurückziehen konnten, gelten als vorbildlich. Wer hingegen weiter in Russland aktiv ist, gerät in Erklärungsnot.
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