Aixtron marschiert und marschiert
Aixtron läuft dem Gesamtmarkt weiter davon. Die Bewertung erscheint ambitioniert, doch womöglich hat der Konsens die Chancen noch nicht voll erfasst.

Der Höhenflug unseres Depotwertes Aixtron bleibt bemerkenswert. Seit Jahresbeginn konnte der MDAX-Wert knapp 90% zulegen, in den vergangenen sechs Wochen betrug das Kursplus fast 70% und in den letzten zwei Wochen ging es um gut 30% nach oben. Die Wahrnehmung der Chancen und Risiken hat sich am Markt nachhaltig verändert. In den Konsensschätzungen ließ sich das bis zur Wochenmitte (11.3.) allerdings noch nicht ablesen. Doch dann preschten die Analysten von Jefferies mit höheren Schätzungen für 2027 und vor allem für 2028 vor. Im übernächsten Geschäftsjahr soll der Halbleiterausrüster demnach einen Umsatz von 790 (bislang: 720) Mio. Euro, ein EBIT von 210 (180) Mio. Euro und ein EPS von 1,30 (1,11) Euro generieren. Das Konsens-EPS lag bislang gerade mal bei 1,04 Euro. Damit erhält die Story eines potenziellen KI-Profiteurs neue Nahrung.
Nvidia-Konferenz mit neuen Indikationen?
Der Vorstand hatte sich zuletzt eher verhalten optimistisch geäußert und vor allem die Erwartung an eine baldige Wachstumsdynamik gebremst. Hoffnung machen nun vor allem die anhaltenden Kapazitätsengpässe bei den Laseranbietern Lumentum und Coherent, die jüngst mehrjährige Vereinbarungen mit Nvidia abgeschlossen haben. Damit könnte sich der positive Trend im Segment Optoelektronik länger als gedacht fortsetzen und sogar bis ins Jahr 2028 hineinreichen. Bislang war in diesem Segment spätestens ab 2027 mit einer Abschwächung kalkuliert worden.
Im Auge haben sollten Aixtron-Aktionäre zudem die GPU Technology Conference von Nvidia (16.-19.3.), auf der es weitere Hinweise zur Architektur der nächsten KI-Rechenzentren geben dürfte. Eine Umstellung der KI-Racks auf eine 800-Volt-Architektur würde den Bedarf an effizienteren Leistungshalbleitern für die Stromwandlung deutlich erhöhen. Aixtron beliefert die Hersteller solcher Chips mit sogenannten Epitaxie-Anlagen, etwa für Infineon oder STMicroelectronics. Mögliche Anpassungen im Zeitplan dieser Architekturumstellung hätten großen Einfluss auf den Startpunkt der erwarteten Nachfragebelebung im GaN-Segment (Galliumnitrid).
Die MDAX-Aktie (32,70 Euro; DE000A0WMPJ6) profitiert daneben auch von der zum 23. März wirksam werdenden Aufnahme in den STOXX Europe 600. Wir reiten die aktuelle Momentum-Welle weiter mit und ziehen die Absicherung konsequent nach. Halten Sie Aixtron und erhöhen Sie den Stoppkurs von 20,50 auf 26,00 Euro.