Gold als Anlageklasse – Was unsere Leser denken
Eine aktuelle Umfrage unter unseren Lesern zeigt: Gold ist für die Mehrheit längst keine Nischenposition mehr. Physisches Metall dominiert dabei, während Krypto von einigen als echte Alternative angesehen wird.

Sinkende Realzinsen, Goldkäufe durch Zentralbanken, steigende Staatsdefizite und ein schwacher US-Dollar haben den Goldpreis innerhalb von zwölf Monaten um 80% nach oben schießen lassen. Auf Fünfjahressicht hat das Edelmetall die Hauptindizes DAX, STOXX 600 und S&P 500 deutlich hinter sich gelassen. Doch im Zuge des Nahostkonflikts musste auch Gold ordentlich Federn lassen. Allein in diesem Monat hat der Goldpreis bereits über 13% verloren. Selbst Gold bietet im jetzigen Umfeld keinen sicheren Hafen mehr.
In der Debatte um Gold als Anlageklasse haben wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, jüngst gefragt, ob Sie das Edelmetall anfassen – oder, wie Warren Buffett, lieber meiden.
In ihren Portfolios halten 65% unserer Leser Gold mit einem Anteil von mehr als 5%. Für 32% ist das Edelmetall sogar ein fester Kernbestandteil und macht mehr als 15% des Portfolios aus. Nur 14% sind derzeit gar nicht investiert. Zum Vergleich: Trotz der Rekordzuflüsse der vergangenen Jahre liegt der Goldanteil in den Portfolios institutioneller Investoren laut einer Umfrage der Bank of America bei lediglich 2,4%. Bei deutschen Privatanlegern ist er deutlich höher: Einer Umfrage der Börse Stuttgart zufolge liegt der Goldanteil in deren Portfolios bei mehr als 10%.
Physisch schlägt Papier
Besonders aufschlussreich ist die Frage nach der Investmentart, bieten sich hier doch verschiedene Möglichkeiten. Knapp die Hälfte der Anleger (48%) setzt auf physisches Gold in Form von Barren und Münzen. Indirekte Vehikel wie ETCs, Goldminenaktien oder Fonds folgen mit 38%. Der ausgeprägte Hang zum Physischen spiegelt das wider, was zumindest Edelmetallhändler seit Jahren betonen: Im Zweifelsfall zählt das greifbare Asset.
Mehrheit erwartet Seitwärtsbewegung
Beim Preisausblick für die kommenden zwölf Monate dominiert eine vorsichtig-konstruktive Haltung. 51% der Befragten rechnen mit einer Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau, 41% erwarten weitere Kursgewinne. Lediglich 6% gehen von einer deutlichen Korrektur aus.
Krypto als Ersatz?
Am deutlichsten fällt das Ergebnis bei der Frage nach Krypto als Alternative aus. 75% lehnen Bitcoin als Goldersatz kategorisch ab. Zu volatil, zu unsicher. Immerhin: fast ein Viertel (23%) sehen Krypto als Ergänzung. Nur 3% der Befragten halten Bitcoin für einen gleichwertigen Wertspeicher wie Gold.
Was kommt nach der Öl-Krise?
Auch wenn derzeit sowohl Risiko-Assets wie Aktien als auch Rohstoffe wie Gold und Silber kräftig verlieren, stimmt zumindest der Blick in die Vergangenheit optimistisch. Nach früheren Ölpreisschocks stieg der Goldpreis in den darauffolgenden sechs Monaten durchschnittlich um 23% an. Das war so etwa nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973, der Iranischen Revolution 1979, der Golfkrise 1990, dem Irakkrieg 2003 und dem Ukraine-Krieg 2022.

