Magyar Telekom erholt sich
Im Frühjahr konnten wir noch davon berichten, dass die Aktie von Magyar Telekom kräftig angesprungen ist (vgl. PEM v. 14.3.). Schon im Mai waren die Kursgewinne zu einem großen Teil wieder verschwunden.
„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“
Im Frühjahr konnten wir noch davon berichten, dass die Aktie von Magyar Telekom kräftig angesprungen ist (vgl. PEM v. 14.3.). Schon im Mai waren die Kursgewinne zu einem großen Teil wieder verschwunden.
Als netzunabhängiger Telekommunikationsanbieter konnte Freenet im Q2 keine Bäume ausreißen. Aber die am Donnerstagabend (8.8.) veröffentlichten Zahlen offenbaren eine erwartungsgemäß stabile Entwicklung.
Kleinere Rückschläge muss die Deutsche Telekom verkraften. So hat das Oberverwaltungsgericht NRW das kostenlose Zusatzangebot „StreamOn“ verboten, bei dem Musik- und Video-Streaming-Dienste den Datentarif der Mobilfunkkunden schonen.
Mit 52 Tagen hat die Versteigerung von 5G-Frequenzen für schnellen Mobilfunk deutlich länger gedauert als erwartet. Auch der erzielte Preis von knapp 6,6 Mrd. Euro fiel dank des neuen vierten Mitstreiters, der United Internet-Tochter Drillisch, für alle Beteiligten höher aus (Erwartung: 3 Mrd. bis 5 Mrd. Euro). Entsprechend besorgt zeigten sich die teilnehmenden Unternehmenschefs (s. PLATOW Brief v. 14.6.).
Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr können die Aktionäre von United Internet zufrieden sein. Werden Zukäufe wie der Mobilfunker Drillisch miteinbezogen, schaffte der Telekommunikations- und Webdienstleister einem Umsatzsprung von 10,1% auf 5,1 Mrd. Euro. Hier wirkte sich der Anstieg um 1,28 Mio. Kundenverträge auf 23,85 Mio. Abonnenten aus. Auch das EBITDA stieg mit ähnlichem Tempo auf 1,2 Mrd. Euro. Eine Vielzahl von Sondereffekten ließ den Gewinn je Aktie von 3,25 auf nur noch 0,94 Euro fallen.
Zu einer kräftigen Kurserholung kam es bei Magyar Telekom. Unser PEM-Depotwert (1,48 Euro, A0B8TQ, HU0000073507) ist damit fast auf unserem Einstiegskurs bei 1,52 Euro angekommen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der Stopp bei 1,15 Euro nicht hält, doch beim Zwischentief von 1,17 Euro drehte die Aktie. Seit dieser Zeit geht es kontinuierlich nach oben.
In der Saga um die geplante Fusion von T-Mobile mit dem US-Mitbewerber Sprint wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Die US-Telekomaufsicht FCC verlängert jetzt erneut die Frist für die Fusion der Nummern Drei und Vier auf dem US-Mobilfunkmarkt, weil beide Unternehmen neue Pläne zur Netz-
integration vorgelegt hätten.
Nachdem wir in PB v. 14.1. auf den Unmut der großen Telekomnetzbetreiber eingingen, nehmen wir heute Freenet unter die Lupe. Denn auch die Büdelsdorfer sind als Dienstleister für 11,6 Mio. Mobilfunkkunden unzufrieden:
Laut der Bundesnetzagentur soll „Deutschland Welt-spitze bei der digitalen Infrastruktur und Leitmarkt für 5G werden.“ Dafür versteigert sie im 1. Hj. 2019 die entsprechenden Lizenzen. Jedoch zeigen die Streitigkeiten mit den bisherigen Platzhirschen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland um das sogenannte lokale Roaming, dass die Politik noch nachbessern muss (s. a. PLATOW Brief v. 10.12.18). Diese Konzerne wehren sich gegen die Öffnung der eigenen Netze für Kunden der Wettbewerber. Der Nutzen für die Verbraucher wäre jedoch gerade in der Aufbauphase dank weniger Funklöchern immens. Neben diesem spannenden Thema nehmen wir die drei Netzbetreiber aber auch wegen ihrer vergleichsweise attraktiven Dividenden unter die Lupe.
Im Gegensatz zum schwachen Gesamtmarkt schlägt sich die Deutsche Telekom weiter sehr gut. Seit Jahresmitte hat die Aktie (15,15 Euro; DE0005557508) immerhin rd. 14% (DAX: -9%) zugelegt. Das liegt daran, dass die gesamte Telekommunikationsbranche als wenig konjunktursensitiv gilt. Gleichzeitig suchen Anleger „langweilige“ Geschäfte, die zudem mit hohen Dividendenrenditen einen Puffer gegen fallende Kurse aufweisen.
Das neueste Zahlenwerk des Telekommunikations- und Webdienstleisters United Internet fällt gemischt aus. Umsatz und EBITDA sind in den ersten neun Monaten des Jahres bereinigt zwar um jeweils rd. 10% auf 3,82 Mrd. bzw. 874,6 Mio. Euro gestiegen, der Gewinn betrug mit 57,1 Mio. Euro aber nur noch ein Zehntel des Vorjahres.
Im Zuge der jüngsten Marktunsicherheiten rutschte unser PEM-Depotwert Magyar Telekom im Zwischentief bis auf 1,19 Euro ab. Die Aktie (1,21 Euro, A0B8TQ, HU0000073507) des ungarischen Telekom-Konzerns kam dabei unserem Stopp bei 1,15 Euro sehr nahe.
Am 7.9. hatten wir zum Kauf der Deutschen Telekom geraten. Kein schlechter Zeitpunkt, denn die Aktie (14,18 Euro; DE0005557508) liegt seither 4% vorne. Noch eindrucksvoller wird der Gewinn im Vergleich zum DAX, denn der Leitindex verlor im gleichen Zeitraum 3%. Charttechnisch gelang den Bonnern sogar der Sprung über die 200-Tage-Linie.
Dass der magentafarbene Riese Deutsche Telekom operativ in sehr ruhigem Fahrwasser schwimmt, wird vom Kapitalmarkt nicht honoriert.
Christoph Vilanek hat sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Der Vorstandschef von Freenet ist mit 9,1% beim Handelskonzern Ceconomy eingestiegen. Auch wenn der Schritt strategisch mit neuen Angebotskombinationen und Mitspracherechten im Vertrieb Sinn ergibt, überrascht der hohe Kaufpreis von 277 Mio. Euro. Denn pro Aktie zahlen die Büdelsdorfer mit 8,50 Euro einen Aufschlag von stolzen 18% auf den Vortagesschlusskurs von 7,23 Euro.
Ende vergangener Woche zog United Internet-CEO Ralph Dommermuth mit einem Statement zur Anpassung des EU-Telekommunikationsrechts unsere Aufmerksamkeit auf sich. So habe die EU nun den Weg für Nationales Roaming freigeräumt, ohne welches – und hier der interessante Part – kein vierter Netzbetreiber entstehen könne. Wird also das von Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica dominierte Netz-Spielfeld, wie schon länger diskutiert wurde, jetzt tatsächlich bald aufgemischt?
Im Oktober 2017 hatten wir den ungarischen Telekommunikationskonzern Magyar Telkom vorgestellt und die Aktie (1,41 Euro, A0B8TQ, HU0000073507) bei einem Niveau von 1,52 Euro zum Kauf empfohlen. Inzwischen kostet das Papier des Konzerns rd. 8,5% weniger. Damit entwickelte sich die Aktie immerhin etwas besser als ihr Mutterkonzern, die Deutsche Telekom, die weiterhin 59,2% der Anteile hält. Die schwache Performance ist auf der einen Seite zweifelsfrei dem eher negativen Marktumfeld der globalen Telekom-Branche geschuldet.
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Bei Drillisch wurden wir am Donnerstag nach einem enttäuschenden Ausblick ausgestoppt, wobei uns bei der Aktie (55,25 Euro; DE0005545503) durch unser aktives Stopp-Management ein Plus von 1% verblieb. Die 2017er-Geschäftszahlen fielen mit einem Umsatz von 2,8 Mrd. Euro und einem bereinigten EBITDA von 532 Mio. Euro noch im Rahmen unserer positiven Erwartungen aus.
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Die Deutsche Telekom befindet sich dank hoher Investitionen auf solidem Wachstumskurs. Profitieren sollen davon auch die Aktionäre: Denn Finanzvorstand Thomas Dannenfeld hält sowohl für 2017 als auch für 2018 eine Verbesserung des Free Cashflow und der Dividende von jeweils 10% für realistisch.
Bei Freenet läuft es gut: Vor allem die starke Entwicklung im Bereich Freenet TV hat im Q3 für ein Umsatzplus von 1,5% auf 880,1 Mio. Euro und einen Anstieg beim EBITDA von 80,9% auf 213,7 Mio. Euro gesorgt. Dazu verhalf auch ein Sonderertrag aus Anteilsverkäufen von rd. 103 Mio. Euro von einer schweizerischen Beteiligung.
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