Kurznachrichten im Überblick: 06. Juni 2023
In dieser Ausgabe kümmern wir uns um die Wechsel in MDAX und SDAX und den Finanzdienstleister Procredit.
„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“
In dieser Ausgabe kümmern wir uns um die Wechsel in MDAX und SDAX und den Finanzdienstleister Procredit.
An der Börse gilt oft: „Die Summe der Einzelteile ist größer als das Ganze.“ Dies kann auch auf Merck übertragen werden, da das Unternehmen drei Bereiche (Life Science: knapp 50% des Geschäfts; Healthcare: etwa ein Drittel; Halbleiter: knapp ein Fünftel) unter einem Dach vereint.
Die finalen Q1-Zahlen (26.5.) von PharmaSGP weisen für uns erneut in die richtige Richtung. Der Spezialist für chemiefreie, nicht verschreibungspflichtige Medikamente konnte den Umsatz um fast 17% auf den Rekordwert von 24,0 Mio. Euro steigern.
Am Donnerstag (1.6.) hat der frühere Roche-Pharmachef Bill Anderson Werner Baumann an der Spitze von Bayer abgelöst. Auch wenn er sich schon seit April einarbeiten konnte, wird es vermutlich noch ein paar Monate dauern, bis er seine Vision für den Pharma- und Agrarchemiekonzern vorlegen wird. Bis dahin werden die Aufspaltungsfantasien am Köcheln bleiben, v. a. wenn die Ergebnisse weiter schwächeln.
Die Evotec-Aktie (21,68 Euro; DE0005664809) erhielt am Freitag (2.6.) einen doppelten Schub.
Zuletzt hatten wir ausdrücklich die hohe Prognosetreue von Apontis Pharma gelobt, auch wenn uns die Aktie etwas zu ambitioniert bewertet erschien (vgl. PB v. 31.1.). Jetzt hat auch noch der Nimbus der Verlässlichkeit erhebliche Kratzer bekommen: Am 2.5. musste der Single-Pill-Spezialist die erst im März aufgestellte Prognose für 2023 kappen, weil der Cholesterinsenker Atorimib, Bestandteil der wichtigsten Kombi-Präparate der Monheimer, nicht in ausreichender Menge geliefert werden kann. CEO Karlheinz Gast und CFO Thomas Zimmermann erklärten uns jüngst im exklusiven PLATOW-Gespräch, wie es dazu kommen konnte und was das für die kurzfristigen Aussichten bedeutet.
Drei Mal haben wir bereits über Marinomed berichtet (vgl. PB v. 10.5.21, v. 6.12.21 und v. 16.9.22). Jedes Mal waren wir grundsätzlich von den Aussichten des Biopharmazieunternehmens überzeugt, bemängelten aber stets die fehlende Profitabilität und rieten daher zum Abwarten. PB-Lesern hat das nicht geschadet: Seit unserer Erstbesprechung hat die in Wien gelistete Aktie (42,50 Euro; ATMARINOMED6) zwei Drittel ihres Wertes verloren.
Dank der Akquisition von Arkopharma im Januar 2022, aber auch dank eines guten organischen Wachstums im eigenen Kerngeschäft hat Dermapharm mit den Q1-Zahlen die Erwartungen klar übertroffen.
Im Mai mussten Investoren, die den Pharmasektor im Blick haben, einiges an frischen Nachrichten verdauen. Eine spannende neue Medikamentenzulassung, ein Sparten-Börsengang und jede Menge neuer Zahlen rechtfertigen einen Blick auf drei Highflyer der Branche. Unser Rundblick zeigt: Mit glänzenden Kennziffern verdienen sich die Unternehmen Bestnoten; doch an der Bewertung scheiden sich die Geister.
Bei Medios läuft es bislang schleppend – zumindest auf dem Börsenparkett. Seit unserer Erstempfehlung in PB v. 28.11.22 liegen wir 9% hinten. Fundamental lässt sich dies teilweise erklären, wie die Q1-Eckdaten vom Donnerstag (11.5.) einmal mehr belegen.
Während bei Merck der Umsatz im Q1 mit 5,3 Mrd. Euro (+1,8% ggü. Vj.) genau den Konsens traf, lag das ber. EBITDA (-2,6% auf rd. 1,8 Mrd. Euro) gut 3% darüber. Ausschlaggebend waren die besseren Ergebnisse des größten Segments Life Science (ber. EBITDA: 8% über Konsens) und des durch gute Mavencald-Verkäufe getriebenen Bereichs Healthcare (6% über Konsens). Electronics (5% unter Konsens) litt dagegen unter schwacher Nachfrage und fallenden Preisen.
Dämpfer für das Healthcare-Geschäft von Merck: Das Unternehmen darf nach einer Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA vorerst keine weiteren Patienten für die klinische Prüfung des Multiple Sklerose-Bekämpfers Evobrutinib mehr aufnehmen, weil bei zwei der mehr als 2 000 Studienteilnehmern der Verdacht auf Leberschäden aufgekommen ist. Evobrutinib ist einer von vier Phase-III-Kandidaten der Darmstädter, dem künftig Blockbuster-Spitzenumsätze in Milliardenhöhe zugetraut werden.
Eli Lilly gehört mit 28,5 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz zu den Schwergewichten der Pharmabranche, die nach Corona neue Perspektiven sucht (vgl. PLATOW Brief v. 2.2.). Die US-Amerikaner aus dem Bundesstaat Indiana, die vor genau 100 Jahren das erste Insulin auf den Markt brachten, haben dabei den Vorteil, dass sie relativ breit aufgestellt sind und von der Krebsforschung über Depressiva bis hin zu Mitteln gegen Fettleibigkeit und Alzheimer in allen wichtigen Therapiebereichen tätig sind. Eine komplette DIN-A4-Seite umfasste die bei den Q4-Zahlen präsentierte Liste mit den 73 Wirkstoffkandidaten in der gegenwärtigen Pipeline.
In dieser Ausgabe kümmern wir uns um Sanofi, GE Healthcare,Siemens und Jost Werke.
Bei Regeneron sorgten Anfang Februar gute Quartalszahlen und im März erfreuliche Studienergebnisse für Gewinne bei der Nasdaq-Aktie (821,76 US-Dollar; US75886F1075).
Der Biotechnologie-Dienstleister Evotec hat ein spannendes Geschäftsmodell. Der Bereich „EVT Execute“ (72% des Konzernumsatzes) hilft Pharmagiganten bei der Auswahl erfolgversprechender Wirkstoffe.
Bei Biontech wird 2023 Normalität einkehren. Die Umsätze aus Covid-19-Produkten werden nach Schätzung von CEO Ugur Sahin 70% niedriger ausfallen und nur noch rd. 5 Mrd. (2022: 17,1 Mrd.) Euro betragen – Corona-Impfdosen sorgen derzeit für 98% der Erlöse.
Diese Kombination aus starken Zahlen fürs abgelaufene Jahr und ambitionierten Zielen für 2023 kann sich sehen lassen. Bei PharmaSGP sorgt das von GSK 2021 übernommene Portfolio von nicht-verschreibungspflichtigen Schmerz- und Schlafmitteln weiter für Furore.
Auch bei Dermapharm kehrt die Normalität nach der Corona-Sonderkonjunktur zurück.
Die 2022er-Zahlen von Merck fielen so gut aus wie erwartet. Der Umsatz kletterte um 12,9% (org.: +6,4%; Wechselkurse: +6,1%) auf 22,2 Mrd. (Guidance: 22,0 bis 22,9 Mrd.; Konsens: 22,2 Mrd.) Euro.
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