HeidelbergCement erholt sich
Kurzarbeit für 800 Beschäftigte ab Mai ist die neueste Corona-Konsequenz bei HeidelbergCement. Zudem verzichten AR und Vorstand im Q2 auf ein Fünftel ihrer Festbezüge.
„Die fünf gefährlichsten Worte beim Investieren sind: ‚Dieses Mal ist alles anders.‘“
Kurzarbeit für 800 Beschäftigte ab Mai ist die neueste Corona-Konsequenz bei HeidelbergCement. Zudem verzichten AR und Vorstand im Q2 auf ein Fünftel ihrer Festbezüge.
Der Corona-Crash hat die KGHM Polska Miedz-Aktie voll erfasst. Von Kursen um 22,00 Euro ging es in einem Rutsch bis auf ein Zwischentief bei 11,13 Euro. Der Grund: Das Wohl des Bergbauunternehmens aus dem niederschlesischen Lubin hängt vor allem von der Entwicklung des Kupfer- und des Silberpreises ab. Beide Rohstoffe verloren in der Baisse massiv an Wert.
Der Bauboom hat bei HeidelbergCement 2019 nur für leicht bessere Geschäfte gesorgt. Denn der Konzern wurde durch Schwächeperioden auf anderen Kontinenten immer wieder ausgebremst. Zudem stabilisierten Preiserhöhungen zwar die Gewinne, hemmten aber deutlich den Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton.
Vor allem dank höherer Edelmetallpreise hat Aurubis im Q1 (Gj. per 30.9.) den Umsatz um 4% auf 2,71 Mrd. Euro verbessert. Die Edelmetalle gewinnt der Kupferspezialist bei der Schrottaufbereitung als Nebenprodukt. Dies führte aber nicht zu Gewinnsteigerungen, denn noch belastete der Wartungsstillstand im Hamburger Werk mit 34 Mio. Euro das Ergebnis.
Da der Streubesitz der Comdirect Bank unter 10% gesunken ist, muss der Finanzdienstleister seinen Platz im SDAX zum 8.1. für Vossloh freimachen. Eine gute Nachricht für den in der Neuorientierung befindlichen Bahninfrastruktur-Anbieter und die leidlich geplagten Investoren.
Für Aurubis war das Geschäftsjahr 2018/19 (per 30.9.) eine Zeit der Beeinträchtigungen und des Wandels. Das strategische Ziel bleibt dabei, sich von der größten Kupferhütte Europas zum Multi-Metall-Konzern zu entwickeln. In den vergangenen zwölf Monaten sorgten allerdings Wertberichtigungen und Wartungsstillstände für einen Einbruch des operativen Vorsteuergewinns (EBT) um 41,6% auf 192 Mio. Euro.
Die Konzentration auf die Bahninfrastruktur hat auch Konsequenzen für die Führungsebene bei Vossloh. Der Vorstand wird zum 30.9. mit Oliver Schuster und Karl Martin Runge auf zwei Personen verkleinert.
Es wird gerne darauf verwiesen, dass Deutschland bei vielen wichtigen Rohstoffen am Tropf der Förderländer hängt (s. „Unsere Meinung“ auf S. 1). Zumindest bei Kupfer – einem der wichtigsten Rohstoffe für Zukunftstrends wie Autonomes Fahren – haben wir aber ein heißes Eisen im Feuer: Denn in Hamburg sitzt mit Aurubis Europas größte Kupferhütte, in der das weiche Halbedelmetall in Massen produziert und recycelt wird.
Die am Dienstag (30.7.) von HeidelbergCement vermeldeten Hj.-Zahlen fielen ordentlich aus. Der bereinigte Umsatz des Baustoffkonzerns kletterte um 7% auf 9,2 Mrd. Euro und das ber. EBITDA stieg um 6% auf 1,4 Mrd. Euro. Dies täuscht jedoch darüber hinweg, dass sich die Geschäftsdynamik jüngst deutlich verlangsamte.
Keine guten Nachrichten hatte der Aurubis-Aufsichtsrat in dieser Woche parat: Konzernchef Jürgen Schachler wurde gut zwei Wochen vor Ablauf seines Vertrags freigestellt, nachdem sich die Aussichten für das laufende Gj. (per 30.9.) noch einmal eingetrübt haben und bei dem von Schachler vorangetriebenen Wachstumsprojekt Future Complex Metallurgie (FCM) die Notbremse gezogen wurde.
Damit hatten wohl nur die optimistischsten Marktteilnehmer gerechnet: Nachdem Klöckner & Co noch im Februar eine Gewinnwarnung für das laufende Q1 abgab (vgl. PB v. 20.2.), spricht der heute (12.3.) im Zuge der 2018er-Zahlen vorgestellte Ausblick eine andere Sprache: Vorstandschef Gisbert Rühl rechnet 2019 für die wesentlichen Märkte Europa und USA mit einem leichten Wachstum der realen Stahlnachfrage und einem Anstieg des Konzernabsatzes, der 2018 noch minimal um 0,5% auf 6,1 Mio. Tonnen gefallen war.
Wie bereits Anfang Februar berichtet, zeigen auch die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2018, dass es bei Salzgitter zuletzt gut lief. Der Umsatz des Stahlkonzerns stieg auf 9,3 Mrd. Euro (+3,2%). Gleichzeitig wurde mit 347,3 Mio. Euro (+45,9%) das beste Vorsteuerergebnis (EBT) seit zehn Jahren erwirtschaftet.
Auch wenn bei Klöckner noch keine Jahreszahlen für 2018 vorliegen (folgen am 12.3.), sah sich der Stahlhändler am Montag (18.2.) zu einer Gewinnwarnung gezwungen.
Der 2018er-Kursverlauf von HeidelbergCement ist ein Musterbeispiel eines intakten Abwärtstrends. Vom Rekordhoch im Januar bei 96,16 Euro ging es kontinuierlich auf das Zwischentief vom Dezember bei 51,84 Euro nach unten. Dabei unterschritt die Aktie (64,24 Euro; DE0006047004) bereits im Juli unseren Stopp aus PB v. 11.5.18 bei 72,90 Euro.
Die Q1-Zahlen des Kupferkonzerns Aurubis (per 31.12.) fielen nicht schwächer aus als von uns erwartet. Im saisonal üblicherweise schwierigen Auftaktquartal sank der Umsatz um 9% auf 2,6 Mrd. Euro. Gründe dafür waren ein niedrigerer Kupferpreis und produktionsbedingt geringere Edelmetallverkäufe. Das Vorsteuerergebnis halbierte sich auf 40 Mio. (Vj.: 79 Mio. Euro), wobei allein die zuletzt angekündigten Produktionsstillstände an mehreren Standorten für eine Belastung von 25 Mio. Euro sorgten.
Handelskonflikte, Konjunkturängste und die miese Marktstimmung hatten die Salzgitter-Aktie (26,95 Euro; DE0006202005) Anfang Januar bis auf 24,16 Euro fallen lassen. Doch der Stahlkonzern vermeldete gute Neunmonatsergebnisse (vgl. PB v. 24.12.18) und Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann erhöhte im Herbst die Prognose. Demnach soll 2018 bei einem leicht auf rd. 9 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz, ein Gewinn vor Steuern von 300 Mio. bis 350 Mio. Euro herauskommen. Am 25.2. folgen die endgültigen Zahlen.
Im Januar erreichte die Aktie von Salzgitter bei 52,48 Euro ihren höchsten Kurs seit 2011. Heute ist das im MDAX gelistete Papier (25,88 Euro; DE0006202005) weniger als die Hälfte wert. Dabei wurde im Oktober auch unser Stopp aus PB v. 6.6. bei 36,50 Euro unterschritten.
Bei Aurubis läuft es nicht rund. Das Ergebnis vor Steuern stieg im abgelaufenen Gj. (per 30.9.) nur um 10% auf 329 Mio. Euro. Noch im August hatte der Kupferkonzern ein Plus von bis zu 15% in Aussicht gestellt.
Das laufende Jahr wird bei Vossloh wohl schwächer ausfallen. Das lassen zumindest die Neunmonatszahlen vermuten. Gleichzeitig gewann der für seine Schienensysteme bekannte Konzern in den vergangenen Tagen eine Reihe von Aufträgen, die wieder Hoffnung machen.
Im Frühjahr hatten wir die Aktie der polnischen KGHM Polska Miedz zum Kauf empfohlen und das Rohstoff-Unternehmen im Detail vorgestellt (vgl. PEM v. 8.2.). Leider entwickelten sich seit dieser Zeit die für den Konzern wichtigen Preise für Silber und Kupfer nach unten.
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