DAX-Familie mit Veränderungen
Mit Linde verlässt zum 27.2. ein absolutes Schwergewicht den DAX. Die Aktie (307,80 Euro; IE00BZ12WP82) des Weltmarktführers für Industriegase bleibt aber aussichtsreich. PB v. 7.2.: Kaufen.
„Der Preis ist das, was du bezahlst. Der Wert ist das, was du erhältst.“
Mit Linde verlässt zum 27.2. ein absolutes Schwergewicht den DAX. Die Aktie (307,80 Euro; IE00BZ12WP82) des Weltmarktführers für Industriegase bleibt aber aussichtsreich. PB v. 7.2.: Kaufen.
Die Bombe ließ die Umweltbank am Freitag (10.2.) platzen. Wegen hoher Investitionskosten in eine neue digitale Infrastruktur (2023: 10 Mio. geplant nach 4 Mio. Euro im Vj.) und durch den Wegfall der lukrativen Langfristtender der EZB (2022: 9 Mio. Euro Ergebnisbeitrag) werde sich das in den vergangenen fünf Jahren stetig ausgebaute Ergebnis vor Steuern 2023 auf 20 Mio. (2022: 39,2 Mio.) Euro halbieren.
Bei den 2022er-Zahlen der Deutschen Bank lohnt sich ein zweiter Blick. CEO Christian Sewing wertete den höchsten Vor- (5,6 Mrd.) und Nachsteuer-Gewinn (5,7 Mrd. Euro) seit 2007 zwar als Beleg dafür, dass der Umbau erfolgreich läuft (s. a. PLATOW Brief v. 2.2.). Doch die Neuausrichtung ist längst nicht abgeschlossen. Und bei der mit 9,4% deutlich über dem Ziel („mehr als 8%“) liegenden Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) sind Sonderfaktoren erwähnenswert.
Deutsche Pfandbriefbank (PBB) will ihre Schlagkraft bei der Finanzierung von Immobilienprojekten erhöhen und sich gleichzeitig einen zusätzlichen Ertragsbringer schaffen. Wie PBB-Chef Andreas Arndt kurz vor Weihnachten erklärte, wollen die Bayern im 1. Hj. 2023 die Voraussetzungen dafür schaffen, einen ersten offenen Spezialimmobilienfonds aufzulegen.
Die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2022, die Grenke am Mittwoch (4.1.) vorlegte, fielen über den Markterwartungen aus und signalisierten einen starken Jahresabschluss des Leasing-Spezialisten. Das Neugeschäft kletterte im Q4 um 24,1% auf 647,0 Mio. Euro und lag damit nominal höher als in allen drei Quartalen zuvor.
Das hohe Russland- und Ukraine-Exposure hat den Kurs der OTP Bank im verg. Herbst bis auf ein Zwischentief bei 18,42 Euro abrutschen lassen. Anschließend erholte sich der Kurs der ungarischen Bankaktie (25,67 Euro; HU0000061726) allerdings recht deutlich. Maßgeblich dafür waren überraschend gute Q3-Zahlen.
Im Frühjahr scheiterte die Fusion der Moneta Money Bank mit der Air Bank, die sich unter Kontrolle der PPF-Gruppe befindet (vgl. PEM v. 1.7.). Allerdings ist PPF mit 29,94% noch immer größter Aktionär. Trotzdem keimen neue Übernahmegerüchte auf. Nun soll die tschechische Tochter der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) ein Auge auf die sechstgrößte tschechische Bank geworfen haben.
Das Factoring- und Leasingunternehmen Grenke hob jüngst (4.10.) die Jahresprognose für das Leasingneugeschäft an. So ging die Geschäftsleitung bisher von einem Neugeschäftsvolumen von 2,0 Mrd. bis 2,2 Mrd. Euro aus. Nun werden 2,1 Mrd. bis 2,3 Mrd. Euro erwartet. Im gleichen Zug wurde bekannt gegeben, dass auch im Q3 das Leasingneugeschäft um beachtliche 52% zulegte. Die Aktie reagierte daraufhin mit einem Kurssprung von über 14%.
Auch in Tschechien steigen die Zinsen deutlich, nachdem die Inflation angezogen hat. Dies wiederum sorgt bei der Komercni Bank, der drittgrößten Bank des Landes, im zweiten Quartal für deutlich steigende Gewinne.
Grenke vermeldete am vergangenen Dienstag (5.7.) als Vorgeschmack auf die kommenden Q2-Zahlen (11.8.) ein starkes Neugeschäft. Das Leasingneugeschäft weitete sich im Q2 um 47,4% auf 587,4 Mio. Euro aus. Auch das Forderungsvolumen in der Factoringsparte legte um über 9% gegenüber dem Vj. zu.
Vor Jahresfrist hatten wir bei Moneta Money Bank (3,05 Euro; CZ0008040318) limitiert bis 3,15 Euro zum Einstieg geraten (s. PEM v. 1.7.21). Damals hatte die PPF-Gruppe, die inzwischen den Erben des im März 2021 verstorbenen tschechischen Milliardärs Petr Kellner gehört, ihre Beteiligung an der tschechischen Bank zunächst auf 28,36% (aktuell 29,94%) erhöht.
Grenke setzt seine operative Erholung fort. Das Leasingunternehmen für Bürokommunikation war durch die Homeoffice-Pflicht während Corona schwer getroffen worden.
Den Anlegern liegen die Vorwürfe von Fraser Perring, der Grenke mehrere Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung vorwarf, noch immer schwer im Magen. Auch wenn sich die Vorwürfe nicht ansatzweise in dem erhobenen Maße bestätigen ließen, setzte der Kurs kürzlich erst wieder ein neues Mehrjahrestief.
Der Angriff auf die Ukraine hat auch den Kurs der OTP Bank durchgeschüttelt: Von einem Niveau um 51,00 Euro vor Kriegsbeginn ging es bis auf ein Tief bei 24,50 Euro nach unten. Die Aktie (32,00 Euro; HU0000061726) hat sich also halbiert, womit auch unser Stopp aus PEM v. 16.12.21 bei 34,00 Euro klar unterschritten wurde.
In den USA wird schon fleißig über Zahl und Höhe der Zinsschritte der Fed in diesem Jahr diskutiert; in Europa sind zumindest die Marktzinsen wieder positiv, ein erster EZB-Schritt Ende 2022 ist nicht ausgeschlossen. Profitieren die Banken dieser Welt von steigenden Zinsen?
Verzockt hat sich wohl Cerberus bei den 2017 getätigten Anteilskäufen im deutschen Bankensektor (s. a. PLATOW Brief). Am Montag (10.1.) nutzte der Investor den 10%-Kursanstieg bei Banken seit Jahresbeginn, um etwa bei der Deutschen Bank ein Drittel seines Anteils für 12,06 Euro zu verkaufen, und realisierte damit einen Verlust von gut 70 Mio. Euro. Weitere Verkäufe sind kurzfristig möglich, denn Cerberus sitzt noch auf rd. 42 Mio. Stücken.
In Zeiten steigender Zinsen flüchten sich Anleger gerne in Banktitel (s. „Unsere Meinung“ auf S. 1). Für die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) sprechen aber noch weitere Gründe: Ein breit diversifiziertes Immobilienportfolio, ein solider Ausblick und – auch wenn das nicht das gewichtigste Argument sein kann – eine ordentliche Dividendenrendite.
Am Dienstag (4.1.) vermeldete Grenke mit gutem Neugeschäft im Q4 ein passables Jahresende. Immerhin kletterte das Leasing-Neugeschäft der Gruppe um 22,1% auf 521,2 Mio. Euro.
Sehr unglücklich lief unsere Empfehlung für die OTP-Bank in PEM v. 5.3.20. Denn nur wenige Tage später sorgte der Corona-Crash für ein Unterschreiten unseres Stopps bei 33,50 Euro. In der Folge rutschte der Titel gar bis auf 21,88 Euro ab. Inzwischen hat sich das Papier aber wieder kräftig erholt. Dabei half am Anfang die Entwicklung der Gesamtmärkte.
Bereits in PB v. 16.8. hatten wir auf die Dividendenfantasie bei Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hingewiesen. Unsere Schätzung, dass es im Q4 weitere 0,26 Euro als Nachschlag für 2020 geben wird, erwies sich aber als zu vorsichtig.
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