Ringmetall holt sich mit Nittel weitere Wachstumschancen

Spannringe sind das Hauptgeschäft von Ringmetall Spannringe sind das Hauptgeschäft von Ringmetall
© Ringmetall AG
(12.03.2019)

Anleger von Ringmetall mussten 2018 starke Nerven haben. Mit der Aktie ging es in der zweiten Jahreshälfte schwer bergab. Zuletzt aber stabilisierte sich das Papier. Dazu beigetragen hat auch ein Zukauf, den Vorstandschef Christoph Petri im Dezember verkünden konnte.

Sonderkosten für die Zusammenlegung von Standorten und den Wechsel in den Geregelten Markt sowie eine Kapitalerhöhung vermiesten dem Verpackungsspezialisten die Bilanz und sorgten dafür, dass die Aktie (3,41 Euro; DE0006001902) nach dem Hoch bei 4,72 Euro am 25.5.18 fast die Hälfte ihres Wertes verlor. Mit der Übernahme von Nittel haben die Münchner ihr eigenes Angebot an Deckeln, Dichtungen und Spannringen jetzt mit einem Hersteller von rd. 4 000 verschiedenen Innenhüllen sinnvoll ergänzt.

Der Zukauf war zwar vermutlich nicht billig (wir schätzen, dass mit rd. 11 Mio. Euro etwa das achtfache EBITDA von Nittel gezahlt wurde), ist aber „passgenau": Denn mit der Technologie des Unternehmens aus Halle an der Saale können die Chemiekunden von Ringmetall künftig auf die teure Reinigung ihrer Transportfässer verzichten und stattdessen frische Fassinnenhüllen einsetzen.

CEO Christoph Petri erklärte auf PLATOW-Nachfrage, er rechne 2019 mit einem Umsatzwachstum von bis zu 8% bei Nittel (Erlöse 2018: 13 Mio. Euro), wobei die Nachfrage durchaus ein zweistelliges Wachstum ermöglichen würde. Beim Ausblick für 2019 bleibt Petri nach dem schwierigen Vorjahr dennoch „sehr, sehr vorsichtig." Der Umsatz werde nur auf 120 Mio. bis 130 Mio. (2018: 110,5 Mio.) Euro steigen, das EBITDA mit 12 Mio. bis 14 Mio. Euro nur um den bereinigten Vorjahreswert (12,5 Mio. Euro) pendeln. Insgeheim setzen die Münchner aber wohl darauf, dass die Lage bei den Kunden in der chemischen Industrie viel besser als die Stimmung ist. „Wir sehen operativ keine Anzeichen für rezessive Tendenzen", so Petri. Das Wachstum soll daher auch durch weitere Zukäufe gestärkt werden. Nach unseren Informationen steht ein Deal in Südamerika kurz vor dem Vollzug.

Bei der Aktie wurden wir im vergangenen Herbst ausgestoppt. Mit einem KGV von 13 und einer Dividendenrendite von 1,7% ist das Papier dank solider Geschäftsaussichten aber wieder aussichtsreich.

Unsere aktuelle Einschätzung zur Aktie von Ringmetall lesen Sie in der PLATOW Börse vom 11.3.2019.