Munich Economic Summit – Europa gemeinsam neu gestalten

Spitzenkongress berät um die Zukunft der EU Spitzenkongress berät um die Zukunft der EU
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(05.07.2018)

Europa atmet auf. Eine Eskalation des Asylstreits zwischen CDU und CSU ist von Angela Merkel wieder einmal in letzter Sekunde abgewendet worden. Wie lange der Burgfrieden mit Horst Seehofer hält, ist offen, scheinen die Unionsparteien doch vor der bayerischen Landtagswahl im Herbst kaum mehr eine gemeinsame Linie zu finden (s. S. 1). Für den Zusammenhalt des kriselnden Europa ist das Koalitions-Hickhack beim deutschen Stabilitätsgaranten eine weitere Gefahr. Treiben die vielen politischen und ökonomischen Herausforderungen die EU-Partner doch im Eiltempo vor sich her. Europa muss sich reformieren, daran besteht kein Zweifel mehr. Nur wie?

Auf dem „Munich Economic Summit 2018“ (4./5.7.) des ifo-Instituts diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien in München über Lösungen und Wege aus der aktuellen Krise. Brexit, Populismus, Protektionismus, internationale Migration, Digitalisierung und Sicherung der Finanzstabilität – die Liste der zu nehmenden Hürden ist lang. Gleich zum Auftakt des europäischen Dialogforums begibt sich ifo-Präsident Clemens Fuest mit EU-Kommissar Günther Oettinger, Sigmar Gabriel und Italiens Ex-Finanzminister Pier Carlo Padoau auf die Suche nach einem Masterplan zur Zukunft Europas. Welche Rolle wird der Kontinent in der durch Populisten aus den Angeln gehobenen Weltordnung künftig spielen? Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der Länder und ihrer Unternehmen sichern und wie viel an Gemeinsamkeiten bedarf es dafür, sowohl nach außen als auch nach innen? Fragen wie diesen stellt sich das internationale Referentenfeld um Eurogruppen-Chef Mário Centeno, Polens Entwicklungsminister Jerzy Kwiecinski und Deutsche Telekom-CEO Tim Höttges.

Die Botschaft des 2002 von der CESifo Group München und der BMW Stiftung Herbert Quandt mit ins Leben gerufenen Formats ist so klar wie wichtig: Gemeinsam statt einsam. Mit Abwesenheit glänzt in diesem erlesenen Kreis indes Bayerns Ministerpräsident und Schirmherr Markus Söder, der sich beim munteren Abendprogramm mit Investor Roland Berger durch seinen Digitalminister Georg Eisenreich vertreten lässt.