Chinas Yuan bereitet Xi Sorge

Chinas Wirtschaft mag keinen steigenden Yuan Chinas Wirtschaft mag keinen steigenden Yuan
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(15.02.2018)

Chinas Staatspräsident Xi Jinping muss eine Reihe schwieriger Themen jonglieren. Dazu gehört nicht zuletzt der Umbau des Landes zu einer stärker auf den Konsum ausgerichteten Wirtschaft, ohne dass dadurch die hohen Wachstumsraten gefährdet werden. Zum chinesischen Neujahr am 16.2. ist eine weitere Sorge hinzugekommen: Der Yuan wertet verstärkt gegenüber wichtigen Partnerwährungen auf.

Handelsgewichtet ist er v. a. im Januar kräftig gestiegen und notiert so hoch wie seit Juni 2016 nicht mehr. Dabei hatten Chinas Yuan-Wächter den von ihnen bevorzugten Währungskorb CFETS-RMB extra zu Jahresbeginn von 13 auf 24 Komponenten ausgeweitet. Dahinter verbarg sich die Hoffnung, dass damit die von ihnen mit Argusaugen beobachtete Abschwächung des US-Dollars zum Yuan nicht mehr so ins Gewicht fallen würde. Doch auch gegenüber dem breiteren Währungskorb, in dem jetzt auch der südkoreanische Won, der südafrikanische Rand und der mexikanische Peso enthalten sind, hat der Yuan stolze 2,2% zugelegt. Der Schuss ging also nach hinten los: In „alter" Zusammensetzung hatte der CFETS-RBM trotz spürbarer Dollar-Schwäche das Jahr 2017 kaum verändert beendet – wie Chinas Führung es gerne hätte.

Offensichtlich ist der jüngste Wertzuwachs der chinesischen Währung deutlich breiter angelegt als in früheren Zeiten. Zwar sticht auch seit Jahresbeginn die 2,9%-ige Abwertung des Dollars heraus, doch auch z. B. der Euro hat seit Jahresbeginn 1,3% an Wert verloren. Die Tiefe des Aufschwungs lässt vermuten, dass es sich inzwischen primär um eine breit angelegte Yuan-Stärke und nicht mehr allein um eine Dollar-Schwäche handelt. Das aber hätte Folgen für Chinas immer noch wichtige Exportpolitik. Denn ein starker Yuan wird auf Sicht Chinas Ausfuhren belasten. Und auch wenn die Politik den Umschwung hin auf mehr binnenwirtschaftlichen Konsum propagiert, bleibt der Export der wichtigste Faktor bei Chinas Wirtschaft. Und wenn die Ausfuhren schwächeln, werden das irgendwann auch Firmen wie Geely und Vipshop verspüren.