Singulus-Gründer setzt auf China

Singulus-Gründer Roland Lacher geht von Bord. Singulus-Gründer Roland Lacher geht von Bord.
©Singulus
(05.01.2018)

Er gehört zu den Industriekapitänen, die ihr Schiff auch durch schwierige Zeiten steuern mussten. Jetzt ist Roland Lacher (75) bei Singulus von Bord gegangen. Der Firmengründer des Maschinenbauers hat sein 16,76%-Aktienpaket am Zulieferer für die Solarindustrie an den chinesischen Baukonzern CNBM verkauft, der zu den wichtigsten Geschäftspartnern der ehemaligen TecDAX-Perle gehört. Im exklusiven PLATOW-Interview erklärte Lacher, dass damit „meine Mission bei Singulus erfüllt ist“.


Über finanzielle Details der Transaktion, die Ende 2017 abgeschlossen wurde, schweigt er sich aus. Sein Paket von rd. 1,5 Mio. Singulus-Aktien war zum Zeitpunkt der Unterschrift an der Börse gut 22 Mio. Euro wert. „Die Chinesen sind auf uns zugekommen und wollten mit dem ‚Founder‘ sprechen“, erzählt Lacher. Es folgten monatelange, teils schwierige Gespräche, die Ende 2017 plötzlich an Fahrt gewannen und dann zu einem schnellen Abschluss führten. „Damit habe ich für Singulus endlich den strategischen Ankeraktionär gefunden, den ich schon lange gesucht habe“, so Lacher. Zwischen den Zeilen lässt er erkennen, dass er hofft, dass mit dem Einstieg von CNBM eine erfolgreiche Zukunft für Singulus verbunden ist. Die Chinesen haben bereits mehrere Großaufträge an Singulus für Maschinen vergeben, die mittels der Dünnschicht-Beschichtungstechnologie der Kahler die Glasveredelung ermöglichen, die bei großflächigen Solarzellen verwendet wird. Die erste Fabrik mit den Maschinen von Singulus wurde vom Staatsführer Xi Jinping rechtzeitig zum Parteitag der Kommunistischen Partei im Oktober 2017 feierlich eröffnet. Jetzt hofft Lacher, dass die vereinbarten Anzahlungen für die weiteren Projekte bald fließen (s. a. PLATOW Börse).

Die Aussichten für weitere Projekte mit CNBM sind laut Lacher gegeben. „Xi hat auf dem Parteitag das Ziel ‚saubere Umwelt bis 2050‘ ausgegeben, dazu braucht er erneuerbare Energien und mithin die exklusive Singulus-Technology.“ Und nicht nur Chinas riesiger Binnenmarkt lockt: „China investiert z. B. auch in Afrika, da wird CNBM eine gewichtige Rolle spielen.“ Für Lacher könnte Singulus in diesem Jahr erstmals seit 2013 wieder einen Gewinn schreiben. Das ist ein beruhigender Gedanke für einen Mann, der mehrfach im Laufe seiner Zeit als Vorstands- und Aufsichtsratschef mit seinem persönlichen Vermögen für die Zukunft des Unternehmens gehaftet hat.