Innogy – Peter Terium warnt vor leerem Gerede

Innogy – Peter Terium warnt vor leerem Gerede
© Innogy SE
(13.08.2017)

2016 war ein großes Jahr für E.ON und RWE. Mit der Aufspaltung des konventionellen und erneuerbaren Geschäfts sind die deutschen Versorger einen klaren Schritt gen Energiewende gegangen. Während E.ON die schmutzigen „Altlasten" Gas und Öl auf Uniper abwälzte, wurden dem RWE-Ableger Innogy die sauberen Ressourcen anvertraut. Als RWE-Vormann fackelte Peter Terium nicht lange, machte den grünen Energiesektor zur Chefsache und wechselte den CEO-Posten von RWE zu Innogy.

Mit Erfolg: Operativ konnte Innogy für das 1. Hj. ein EBIT-Sprung von 4% auf 1,7 Mrd. Euro vorweisen. E.ON verbuchte einen 12% Rückgang auf 1,8 Mrd. Euro. Einen langen Atem muss Terium indes für das schwache Vertriebsgeschäft in UK beweisen. Hier kämpft Innogy mit politischen Unsicherheiten und einem harten Wettbewerb. Gar ein Ausstieg aus UK, so Terium auf Nachfrage, sei grundsätzlich denkbar, jedoch aktuell nicht in Planung. Stattdessen will Innogy im 2. Hj. daran arbeiten, sich die Poleposition in Sachen Ladeinfrastruktur für E-Autos zu sichern und den US-Markt für Erneuerbare zu erschließen.

Im aktuellen Zahlenwerk sorgt Mutter Natur noch für Licht und Schatten gleichermaßen. Kühle Temperaturen in Osteuropa kamen dem Netzgeschäft zu Gute und hievten das bereinigte EBIT um 19% auf 1 Mrd. Euro. Zu wenig Wettervielfalt in Form von Regen und Wind verpasste hingegen dem Segment Erneuerbare Energien einen Dämpfer. Das bereinigte EBIT rutschte um 18% ab auf 179 Mio. Euro. Rivale E.ON ist in beiden Segmenten gewachsen (Netz: +7% auf 4,4 Mrd. Euro; Erneuerbare: +18% auf 334 Mio. Euro). Ein Sonder-Scheck vom Bund, der die zu Unrecht einkassierte Atomsteuer zurückzahlte, war Innogy nicht vergönnt. Dieser verhalf E.ON zu einem Gewinn von satten 4 Mrd. Euro. Ein sagenhafter Sprung, stand der DAX-Riese doch im Vj. noch mit fast drei Mrd. Euro in der Kreide.

An einen Konsolidierungstrend, der auch Innogy die Unabhängigkeit kosten könnte, glaubt Terium nicht. Zudem bräuchten die Essener keinen strategischen Partner, um den Job zu erledigen. „Das schaffen wir alleine", winkte Terium die Gerüchte um ein Interesse des französischen Versorgers Engie an Innogy ab. RWE hatte einen Verkauf weiterer Anteile (77%) zuletzt nicht ausgeschlossen. Auch E.ON will seine Uniper-Anteile reduzieren. Die Tochter gilt als attraktives Übernahmeobjekt.