Konjunktur – Keine Angst vor starkem Euro

Konjunktur – Keine Angst vor starkem Euro
© HHLA, Engel + Gielen
(06.08.2017)

Am 15.8. veröffentlicht das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung für das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Doch schon jetzt deuten fast alle Frühindikatoren darauf hin, dass die deutsche Konjunktur das hohe Tempo aus dem Auftaktquartal auch im zweiten Vierteljahr halten konnte. Demnach dürfte das BIP im zweiten Quartal erneut um 0,6% im Vergleich zum Vorquartal gewachsen sein. Dafür spricht auch der unerwartet starke Anstieg des Auftragseingangs in der Industrie, der im Juni um 1% gegenüber dem Vormonat zulegen konnte.

Besonders erfreulich: Das Orderplus wurde von der Inlandsnachfrage getragen, die um starke 5,1% wuchs, während die Bestellungen aus dem Ausland um 2% nachgaben. Der seit Mitte April zu beobachtende Höhenflug des Euro dürfte indes kaum der Hauptgrund für den Rückgang der Auslandsorders gewesen sein. Gehen die Bremsspuren bei den Auslandsbesellungen doch vor allem auf das Konto der um 2,4% geringeren Nachfrage aus der Euro-Zone, die von Währungsschwankungen unabhängig ist. Spürbare Auswirkungen auf die Konjunktur könnte der starke Euro allerdings entfalten, wenn sich der Höhenflug der Gemeinschaftswährung weiter fortsetzt. Dem steht jedoch eine weiterhin starke Binnenkonjunktur gegenüber. Der erstarkte Euro hat indes zumindest einen Vorteil für die deutsche Exportwirtschaft. Er nimmt US-Präsident Donald Trump, der Deutschlands Export-Erfolge vor allem auf einen schwachen Euro zurückführt, Wind aus den Segeln.