Arag – Verkauf der Leben-Sparte stärkt andere Segmente

CEO Paul-Otto Faßbender CEO Paul-Otto Faßbender
© Arag-Gruppe
(18.06.2017)

Beim Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag ist die Neuausrichtung voll im Gange. Und nichts deutet darauf hin, dass der 71-jährige Paul-Otto Faßbender, der dem Familienunternehmen als Mehrheitsaktionär (77%) seit über 17 Jahren als CEO vorsteht, einen Generationswechsel an der Konzernspitze in naher Zukunft einleiten könnte. Sein derzeitiges CEO-Mandat läuft noch bis Juli 2020. Auf der Bilanz-PK fand Faßbender dafür deutliche Worte. Klares Ziel sei es, den Konzern in seiner Neuausrichtung zum Erfolg zu führen. „Das ist kein Selbstläufer, sondern ein herausfordernder und spannender Prozess“, sagte der Manager, der den Umbau auf jeden Fall bis zum Abschluss begleiten möchte.

Dass sich Faßbender mit seinem Vorstandsteam dabei durchaus auf dem richtigen Weg befindet, darauf deuten nicht nur die guten Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr hin, sondern mehr noch die ersten sechs Monate des laufenden Jahres. 2016 erfolgten der Verkauf der Leben-Sparte an die Frankfurter Leben-Gruppe (s. PLATOW v. 23.09.) und per Jahresende die Einstellung des Neugeschäfts. Entsprechend verringerten sich die Beitragseinnahmen in der LV im 1. Hj. 2017 um 10% (2016 gesamt: -3%). Durch die aktuell gute Beitragsentwicklung in allen anderen Segmenten (Rechtsschutz, Komposit und Kranken) konnte dieser (geplante) Rückgang jedoch mehr als kompensiert werden. Für das erste Halbjahr dieses Jahres erwartet die Gesellschaft ein Beitragswachstum um 3% auf rd. 938 Mio. Euro, wobei das internationale Geschäft die stärkste Dynamik zeigte.

Durch den Verkauf der Leben-Sparte – die abschließende Genehmigung durch die BaFin wird in den nächsten Wochen erwartet – kann sich die Arag vermehrt auf andere Bereiche konzentrieren. Das Rechtsschutzgeschäft als größte Einheit des Unternehmens unterstrich 2016 erneut seine wichtige Rolle im Konzernverbund und baute seine Beitragseinnahmen um 6,1% auf 893 Mio. Euro aus. Das deutsche Rechtsschutzgeschäft lag mit einem Wachstum von 6,3% erstmals im Bereich des internationalen Geschäfts (+6%). Wie bereits vorab berichtet, steigerten die Düsseldorfer ihre Beitragseinnahmen um 4,4% auf 1,73 Mrd. Euro. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 30,4% auf 87 Mio. Euro.