Schon seit Längerem ist klar, dass 2025 für Interroll ein Übergangsjahr sein wird. Zwar macht sich auch bei den Schweizern die steigende Nachfrage nach Automatisierungslösungen allmählich bemerkbar; bei Umsatz und Ergebnis dürften sich die Zuwächse allerdings in Grenzen halten.

Die Gründe sind vielfältig: Neben dem zu Jahresbeginn sehr geringen Auftragsbestand macht sich auch der starke Schweizer Franken negativ bemerkbar. Hinzu kommt, dass der neue CEO Markus Asch erst seit März im Amt ist und seine eingeleiteten Maßnahmen bislang noch keinen größeren Effekt haben konnten. Vor allem wird massiv in Produktinnovationen und Marktbearbeitung investiert; unter anderem wurde eine neue dezentral gesteuerte Lösung für Intralogistik-Fördertechnik vorgestellt. Auch modulare Plattformlösungen stehen hoch im Kurs, da sie die Flexibilität bei der Materialhandhabung verbessern.

Erste Erfolge gibt es bei der geografischen Diversifizierung sowie einer stärkeren Fokussierung auf große Projekte zu vermelden. Mehrere Großaufträge in Nordamerika und dem Nahen Osten haben im Jahresverlauf bereits zur Stabilisierung des Auftragseingangs beigetragen. Erfreulich ist außerdem, dass Asch vor Kurzem in einem Zeitungsinterview bestätigte, dass sich die Erholung im E-Commerce-Sektor fortsetzt. Gleiches gelte für den Lebensmittelsektor und mit Abstrichen auch im Industriesektor. Gleichzeitig verwies er auf die Verschiebung einiger größerer Projekte in Europa, trotz starkem Automatisierungsdruck seitens der Industrie.

Unterm Strich rechnen die Analysten bei Interroll mit einem Minus von 11% im Geschäftsjahr 2025. Anzumerken ist außerdem, dass die Schätzungen für 2026 in den letzten Monaten kontinuierlich nach unten angepasst wurden. Bei Kion ist das Gegenteil der Fall: Hier liegt der Konsens für das 2026er-EPS momentan bei 4,03 Euro je Aktie und damit 12% höher als Anfang Mai. Zu verdanken ist das unter anderem dem Turnaround in der Sparte Supply Chain Solutions, dem starken Servicegeschäft sowie dem erfolgreichen Restrukturierungsprogramm.

Ehe sich der Trend bei den EPS-Schätzungen nicht auch bei Interroll zum Positiven wendet, drängt sich bei der Aktie (2.277,50 CHF; CH0006372897) weiterhin kein Einstieg auf, zumal die Bewertung mit einem 2026er-KGV von 27 immer noch großzügig ist.

Interroll kann warten. Die Kion-Aktie (66,40 Euro; DE000KGX8881) bleibt ein Kauf; nach weiteren Kursgewinnen ziehen wir den Stopp auf 45,90 (39,90) Euro.