TKMS hebt die Prognose an – die Bewertung wird anspruchsvoller
Unser Einstieg bei TKMS Ende Juni kam zum richtigen Zeitpunkt: Die Aktie hat seitdem rund 34% zugelegt. Die jüngsten Geschäftszahlen liefern nun auch fundamental weitere Argumente für den Kursanstieg.

Wie am Mittwoch (12.8.) mitgeteilt, erhöhte TKMS in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per 30.9.) den Umsatz um 19% gegenüber der Vorjahresperiode auf 1,89 Mrd. Euro, das bereinigte EBIT stieg um 13% auf 110 Mio. Euro. Besonders erfreulich entwickelt sich das wichtigste Segment Submarines: Hier vervierfachte sich das bereinigte EBIT auf 46 Mio. Euro, weil margenstärkere Neubauprojekte hochlaufen und die Belastungen aus älteren Projekten zurückgehen. Atlas Electronics steigerte den Umsatz derweil um 28% und das bereinigte EBIT um 31%.
Noch wichtiger ist die erneut angehobene Prognose. Statt bislang 2% bis 5% erwartet der MDAX-Konzern im Gesamtjahr jetzt 10% bis 12% Umsatzwachstum. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf bis zu 6,5% steigen. Das mittelfristige Ziel von rund 10% jährlichem Wachstum und mehr als 7% Marge wurde bestätigt.
Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni 20,1 Mrd. Euro. Darin steckt der jüngste Großauftrag der Bundesregierung noch nicht: Der nach Quartalsende unterzeichnete Vertrag über vier MEKO-A-200-Fregatten samt Option auf vier weitere wird erst im Schlussquartal verbucht. In Kanada wurde TKMS inzwischen als bevorzugter Lieferant für bis zu zwölf U-Boote ausgewählt und arbeitet am Abschluss der Vertragsverhandlungen. Bei Unterzeichnung wäre dies der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte. Mit Indien laufen zudem finale Vertragsverhandlungen über sechs U-Boote samt Option auf drei weitere.
Ein Schönheitsfehler bleibt der Free Cashflow, der von 631 Mio. auf minus 204 Mio. Euro gefallen ist. Das ist jedoch kein Ausdruck operativer Schwäche, sondern vor allem Folge der planmäßigen Projektabarbeitung; der hohe Vorjahreswert war durch Kundenvorauszahlungen für das 212CD-Programm aufgebläht.
Nach dem starken Kursanstieg ist mittlerweile viel Optimismus in der Aktie (105,40 Euro; DE000TKMS001) eingepreist. Lag das Forward-KGV bei unserem Einstieg im Juni noch bei 33, ist es heute bei rund 39. Die Konsens-EPS-Schätzungen für 2027 wurden parallel um 11% angehoben; für die Periode 2025–2028 wird nun mit einem durchschnittlichen Wachstum von rund 24% pro Jahr gerechnet.
Die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, steigenden Margen und mehreren potenziellen Milliardenaufträgen macht die hohe Bewertung weiterhin vertretbar. Nach über 30% Kursgewinn innerhalb von weniger als zwei Monaten drängt sich ein Neueinstieg allerdings nicht auf, wir sehen aber auch keinen Grund für Gewinnmitnahmen. Investierte lassen die Gewinne laufen.
Halten Sie TKMS, den Stopp ziehen wir auf 78,50 (56,90) Euro nach.