Rüstungsprogramme sichern Wachstum bei Renk
Rekorde bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand vermeldete Renk für das Geschäftsjahr 2025. Angesichts weltweit steigender Rüstungsausgaben spricht vieles für anhaltend profitables Wachstum beim Getriebehersteller.

Während die am Donnerstag (5.3.) vorgelegten Zahlen die Erwartungen weitestgehend erfüllen konnten, fiel die Prognose für 2026 etwas niedriger aus als die bisherigen Schätzungen des Analystenkonsenses. Renk rechnet aber weiterhin mit starken Zuwächsen sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBIT.
Mit seinen einsatzkritischen Antriebslösungen für Panzer und Kriegsschiffe profitiert der MDAX-Konzern maßgeblich von der starken Nachfrage im globalen Verteidigungssektor. Der Auftragseingang stieg 2025 um 9% auf 1,57 Mrd. Euro, der Auftragsbestand lag Ende Dezember mit 6,68 Mrd. Euro sogar 35% höher als noch zwölf Monate zuvor.
Dabei beschränkt sich das Wachstum nicht nur auf Europa; Renk America konnte im Vorjahr einen Auftragseingang von über 550 Mio. US-Dollar verbuchen. Anfang Januar wurde außerdem ein weiterer Auftrag der U.S. Army mit einem potenziellen Gesamtwert von bis zu 75,5 Mio. US-Dollar gewonnen. Kurz darauf gab das Unternehmen bekannt, seine Präsenz in den USA weiter ausbauen zu wollen. Zwischen 2024 und 2030 sollen insgesamt 150 Mio. US-Dollar in den Standort Michigan investiert werden. Zusätzlich sucht CEO Alexander Sagel nach M&A-Möglichkeiten im Bundesstaat.
Trotz konzernweiter Investitionen in neue Kapazitäten und dem Hochfahren der Produktion konnte die bereinigte EBIT-Marge 2025 um weitere 30 Basispunkte auf 16,9% verbessert werden, bei einem Umsatzplus von 20% auf 1,37 Mrd. Euro. Für 2026 werden ein Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes EBIT von 255 bis 285 Mio. Euro anvisiert, was einer Marge von circa 17% bis 19% entspräche.
Damit bleiben die Bayern auf Kurs, ihre Ziele bis 2030 zu erreichen. Wir haben in der Vergangenheit wiederholt den Reiz der guten Visibilität betont. Die Aufrüstung der westlichen NATO-Staaten dürfte auf Jahre hinweg für Wachstum sorgen; hinzu kommt die immer größer werdende Bedeutung einer innereuropäischen Beschaffungspolitik. Darüber hinaus könnte Renk auch von den massiven Erhöhungen des US-Militärbudgets profitieren, die Präsident Donald Trump angekündigt hat. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte dies nochmals vorantreiben.
All dies spricht für ein hohes EPS-Wachstum; in der Periode 2025 – 2029 sollten im Schnitt über 30% p. a. möglich sein. Die Aktie (52,70 Euro; DE000RENK730) bleibt einer unserer Favoriten im Rüstungssektor, dank attraktiver absoluter und relativer Bewertung im Vergleich zur internationalen Peer Group.
Renk bleibt ein Kauf; unser Stopp liegt bei 41,20 Euro.