Bilfinger will 2026 weiter profitabel wachsen
Unser Depotwert Bilfinger sieht sich auf einem guten Weg, die ambitionierten Mittelfristziele zu erreichen. Beim Earnings-Call sprach der Vorstand zudem über den Konflikt im Iran.

Der Industriedienstleister Bilfinger hat es geschafft, mit seinen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr in allen Bereichen den angestrebten „Midpoint“ der eigenen Ziele zu erreichen. CFO Matti Jäkel meldete am Mittwoch (4.3.) einen Umsatz von 5,4 Mio. Euro, eine EBITA-Marge von 5,5% und einen Free Cashflow von 330 Mio. Euro. Lediglich beim Gewinn je Aktie (wo es keine offiziellen Prognosen des Unternehmens gibt) wurden die Konsensschätzungen (5,25 Euro) bei einem Wert von nur 4,74 Euro deutlich verfehlt. Als Begründung verwies der Finanzchef auf den Erwerb von Minderheitsanteilen an einer Konzerngesellschaft, der sich negativ auf Zinsergebnis und Steuersatz ausgewirkt habe. Das bereinigte EPS lag bei 5,23 Euro und damit im Rahmen der Erwartungen. Dieser Gewinn ist auch entscheidend für die avisierte Dividende, die von 2,40 Euro auf 2,80 Euro (Rendite: 2,6%) erhöht werden soll.
Firmenchef Thomas Schulz betonte im Earnings-Call, dass Bilfinger auf einem gutem Weg sei, die Margenziele für das Jahr 2030 zu erreichen. Bis dahin will man im Schnitt jedes Jahr um 8-10% wachsen (auch durch Übernahmen), die EBITA-Marge auf 8-9% steigern und eine Cash Conversion von mindestens 90% (2025: 110%) generieren. Im laufenden Jahr strebt Schulz ein „nachhaltig profitables Wachstum“ an. Bei einem Umsatz von 5,4 Mio. bis 5,9 Mio. Euro und einer EBITA-Marge von 5,8% bis 6,2% soll der Free Cashflow bei 250 Mio. bis 300 Mio. Euro landen. Das wäre ein Rückgang ggü. 2025, wo es allerdings aufgrund des Abschlusses eines Gerichtsverfahrens einmalige Zuflüsse in zweistelliger Millionenhöhe gegeben hat. Bei allen Kennzahlen wird wieder der „Midpoint“ der Zielspannen angepeilt. Der um 6% gestiegene Auftragseingang (Book-to-Bill: 1,05) ist dafür aus unserer Sicht eine sehr gute Basis.
Erste Details zur Lage im Mittleren Osten
Im Zentrum der Q&A-Session stand aber vor allem der Iran-Krieg. Obwohl Bilfinger im Mittleren Osten mehrere tausend Mitarbeitende beschäftigt und rund 4% des Umsatzes erwirtschaftet, sieht Schulz („wir sind davon nicht direkt betroffen“) aktuell keine Einbußen bei Logistik und Warenverkehr. Die Auswirkungen eines möglicherweise länger andauernden Konflikts sind nach Ansicht des CEO aktuell noch nicht absehbar. Bilfinger sei aber Krisenerfahren und nutze wie üblich klare Ablaufpläne und Kontrollmechanismen.
Die MDAX-Aktie (109,50 Euro; DE0005909006) setzte ihre vor gut drei Wochen begonnene Konsolidierung nach Vorlage der Zahlen zunächst weiter fort. Im Bereich einer wichtigen charttechnischen Unterstützung (Oktober-Hoch bei ca. 105 Euro) kam es dann aber wieder zu verstärkten Käufen. Wir empfehlen Bilfinger mit Stopp bei 80,00 Euro weiter zum Kauf.