In manchen Gesprächen, die wir im Februar u. a. auf Kapitalmarktkonferenzen führten, stellten sich die Vorstände diese Frage unaufgefordert und präventiv gleich zu Beginn selbst. Dabei haben sich die Vorzeichen in den vergangenen Wochen umgekehrt: War Künstliche Intelligenz noch vor nicht allzu langer Zeit ein Wohlfühlthema, das Präsentationen und Antworten mit Phrasen und manchmal leider auch „Bullshit Bingo“ schmückte, mutierte es inzwischen für viele Vorstände zum Stress-Thema.

Dass die Börse dabei „in guter alter Tradition“ wohl auch übertreibt, macht die Situation nicht einfacher. Was wurde im Februar nicht alles von der KI-Angst (oder neudeutsch dem „AI-ScareTrade“) erfasst: Software (besonders der Teilbereich Software as a Service), IT-Dienstleister, Logistikunternehmen, Börsenbetreiber, Immobilienmakler, Versicherungen, Onlineshops… Umgekehrt sind plötzlich Aktien von Unternehmen begehrt, die als resistent gegenüber KI-Disruption gelten, z. B. aus den Bereichen Nahrungsmittel, Rüstung, Wohnimmobilien oder Entsorgung. Fragen nach der Widerstandsfähigkeit gegenüber KI stellten zuletzt nicht nur wir von pfp Advisory den Vorständen, sondern bekamen sie selbst auch in Bezug auf das Portfolio des DWS Concept Platow zu hören.

Unsere Antwort: Analysen, wie robust oder gefährdet Geschäftsmodelle sind, sind für uns Alltagsarbeit und Teil des normalen Aktienauswahlprozesses. Das schließt nicht aus, dass wir einen kritischen Extra-Blick in puncto KI auf so manches Geschäftsmodell geworfen haben. Interessanterweise hat der Anteil „Software/IT“ im Portfolio des DWS Concept Platow schon lange vor der jüngsten KI-Angst drastisch abgenommen. In den Jahren 2013 bis 2022 unangefochtener Spitzenreiter mit einem Anteil von zeitweise rund einem Drittel, betrug die Gewichtung per Ende Februar nur noch etwa ein Sechzehntel.

Unsere Investmentfilter haben also immer weniger solcher Unternehmen passieren lassen, weshalb wir diese Aktien konsequent aus dem Portfolio entfernt bzw. erst gar nicht neu aufgenommen haben. Wegen der niedrigen Gewichtung schlugen denn auch im Februar die herben Kursverluste von Adesso und Bechtle nicht so stark durch. Ebenfalls prozentual zweistellig gaben neben dem weiteren Softwaretitel Mensch und Maschine auch die Aktien von Heidelberg Materials, Zalando, KWS Saat und TUI ab. Am renditestärksten waren neben dem „Dauerbrenner“ Hochtief und Knorr-Bremse die Deutsche Telekom, Dermapharm und Henkel St., also Titel, die als eher KI-robust gelten. Die (neben Hochtief) einzige Aktie, die im Februar ein Allzeithoch erreichte, KSB Vz., rechnen wir als typischen „Old Economy“-Vertreter ebenfalls dieser Kategorie zu. Insgesamt reichte es im Februar für ein kleines Plus beim DWS Concept Platow, womit der Fonds im Monatsvergleich leicht hinter dem am besten vergleichbaren SDAX lag, aber klar hinter dem DAX. Unser „Rezept“ gegen die KI-Angst ist und bleibt unser bewährter, konsequent umgesetzter Aktienselektionsprozess.

*Disclaimer

Die pfp Advisory GmbH berät die DWS Investment GmbH bei der Verwaltung des Aktienfonds DWS Concept Platow. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Frank und Roger Peeters verfassen einmal im Monat einen Fondsbericht, der per Newsletter versendet und auch in der PLATOW Börse veröffentlicht wird. pfp Advisory und die PLATOW Verlag GmbH sind voneinander unabhängige Unternehmen mit unterschiedlichen Firmensitzen, haben aber mit der PLATOW Medien GmbH einen gemeinsamen (Mit-)Gesellschafter.