MLP mit Rekord-EBIT im Auftaktquartal – Jahresziel fest im Blick
Mit dem höchsten EBIT in einem Auftaktquartal seiner Geschichte untermauert MLP die Jahresprognose. Die Mittelfristplanung bis 2028 bleibt ebenfalls unverändert.

MLP hat am Mittwoch (13.5.) eine starke Messlatte gesetzt. In unserer Vorschau auf die Q1-Zahlen hatten wir ein EBIT zwischen 38 und 42 Mio. Euro als Indikator für eine gesicherte Jahresprognose genannt. Der Finanzdienstleister meldete jetzt 41,3 Mio. Euro und damit das höchste operative Ergebnis, das je in einem Auftaktquartal erzielt wurde.
Traditionell erwirtschaftet MLP rund 40% seines Jahresergebnisses im ersten Quartal. Folgt man dieser Faustregel, ist das Unternehmen auf gutem Kurs in Richtung des angestrebten EBIT von 100 bis 110 Mio. Euro. Bemerkenswert dabei: Das starke Quartalsergebnis wurde praktisch ohne erfolgsabhängige Vergütungen in der Vermögensverwaltung erreicht. Uwe Schröder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP, erläuterte auf PLATOW-Nachfrage in der Telefonkonferenz, dass der Börseneinbruch zum Stichtag Ende März die erfolgsabhängigen Vergütungen auf rund 0,5 Mio. Euro gedrückt habe. Für das Gesamtjahr plane man lediglich „mit einem etwas höheren einstelligen Betrag“.

Absicherungsgeschäft wächst zum dritten Mal in Folge zweistellig
Unterfüttert wird das starke Ergebnis von Rekorderlösen. Mit 315 Mio. Euro im Quartal hat MLP dabei erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte die 300-Mio.-Euro-Marke in einem Einzelquartal überschritten. Im Segment Absicherung legten die Erlöse dabei besonders stark um knapp 12% auf 114,1 Mio. Euro zu. Das war das dritte Quartal in Folge mit einem zweistelligen Wachstum in diesem Bereich. Schröder-Wildberg verwies darauf, dass MLP neben dem klassischen Privatkundengeschäft nun auch das Firmenkundengeschäft konsequent ausbaut und dort einen strukturellen Wachstumsmarkt sieht.
Verhaltener verlief die Entwicklung in den übrigen Segmenten. In der Vermögensverwaltung legten die Erlöse nach drei schwächeren Quartalen erstmals wieder leicht zu (+1%), blieben aber durch die stichtagsbedingte Börsenkorrektur Ende März gedrückt. In der Vorsorge lagen sie minimal im Minus (-1%).
Für das Gesamtjahr bekräftigte Schröder-Wildberg die Guidance mit einem EBIT von 100 bis 110 Mio. Euro. Auch die Mittelfristplanung bis 2028 mit einem Ziel-EBIT von 140 bis 155 Mio. Euro habe weiterhin Gültigkeit. Aufgabe sei es jetzt, auch in den historisch schwächeren zweiten und dritten Quartalen schrittweise zuzulegen. Dieses Ziel erscheint wegen der intakten Trends bei Vermögen und Vorsorge und der beginnenden Expansion im Firmenkundengeschäft durchaus erreichbar.
Die SDAX-Aktie (7,87 Euro; DE0006569908) erscheint angesichts der soliden Ausgangslage historisch günstig bewertet. Das Papier notiert beim knapp 11-Fachen der erwarteten Gewinne und damit rund 20% unter dem historischen Durchschnitt.
MLP bleibt daher ein Kauf. Stopp: 6,65 Euro.