Flatexdegiro – Derzeit läuft’s; aber wie lange?
Flatexdegiro profitiert von den Turbulenzen der Märkte: Nach starken Eckdaten für das Q2 und deutlich angehobenen Jahreszielen erreichte die MDAX-Aktie ein Vier-Jahres-Hoch. Doch vielleicht ist der Hype schon wieder vorbei.

Am Montag (14.7.) legte Flatexdegiro überraschend vorläufige, ungeprüfte Kennzahlen für das zweite Quartal 2025 vor: Umsatz +11% auf 132 Mio. Euro, Konzerngewinn +28% auf 39,5 Mio. Euro. Zum Halbjahr stehen damit ein Umsatzplus von 15% auf 278 Mio. Euro und ein Gewinnanstieg von 34% auf 81,5 Mio. Euro in den Büchern. Am 22.7. folgen, wie im Finanzkalender der Frankfurter angekündigt, die finalen Zahlen.
Trump hievt Transaktionen auf Rekordniveau
Im März und April bescherten die zahlreichen Politikschwenks von US-Präsident Donald Trump den Frankfurtern fast 7 Mio. Transaktionen. Dank des eigenen, hochskalierbaren Handelssystems stiegen die durchschnittlichen Erlöse je Trade auf rekordverdächtige 5,02 Euro. Der Zenit könnte aber überschritten sein: Im Mai und Juni fiel die Zahl laut der veröffentlichten Monatsstatistiken auf 5,66 bzw. 5,33 Mio. Transaktionen. Analysten schätzen für das Q2 knapp 18 Mio. Transaktionen, deutlich weniger als im Q1 (19,5 Mio.), bei immerhin auf etwa 5,15 Euro gestiegenen Erlösen je Transaktion.
Die Jahresziele, die wir schon in der ursprünglichen Form für ambitioniert hielten, hat der seit Oktober amtierende CEO Oliver Behrens nun deutlich angehoben: ein Umsatzwachstum von 4% bis 8% (auf 499 bis 518 Mio. Euro) statt zuvor −5% bis +5% und ein Nettoergebniswachstum von 15% bis 25% (auf 128 bis 139 Mio. Euro) statt −5% bis +10%. Bereits im Halbjahr wurden die Obergrenzen der neuen Spannen anteilig überschritten – ein Hinweis auf eine erwartete Abflachung im zweiten Halbjahr.
Die MDAX-Aktie (26,34 Euro; DE000FTG1111) wird nach zuletzt starkem Kursanstieg mit dem 18‑fachen der kommenden Jahresgewinne bewertet – 31% über dem historischen Durchschnitt von 14 und auf dem Niveau der Corona-Übertreibungen. Die Aktie weist ein starkes Momentum auf (RSL: 1,3) auf, doch die ambitionierte Bewertung und Aussicht auf schwächere Handelsmonate machen sie teuer.
Wir beobachten Flatexdegiro.