S&P 500 vor neuralgischem Punkt
Die Stimmung am US-Markt ist blendend. Immer mehr Anleger erwarten ein „No Landing“ und damit das perfekte „Goldilock“-Szenario.
„Der Preis ist das, was du bezahlst. Der Wert ist das, was du erhältst.“
Die Stimmung am US-Markt ist blendend. Immer mehr Anleger erwarten ein „No Landing“ und damit das perfekte „Goldilock“-Szenario.
Mit der Wahl des bisherigen taiwanesischen Vizepräsidenten Lai Ching-te am Samstag (13.1.) zum neuen Präsidenten spricht in der Taiwan-Frage vieles für eine weiterhin aggressiv verfolgte Isolation des Inselstaates ohne einen unmittelbaren militärischen Konflikt. Das zeigt auch die jüngste Abkehr des Pazifikstaates Nauru.
Beim Blick auf die Performance der DAX-Titel im vergangenen Jahr blieb unser Blick bei den Banken hängen.
Kaum noch einen Pfifferling geben internationale Investoren derzeit auf den Standort Deutschland. Beim Wachstum ist die deutsche Wirtschaft das Schlusslicht unter den Industrienationen. Entsprechend mies ist die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Die Industrie steckt bereits seit dem zweiten Halbjahr 2022 in der Rezession und auch der Dienstleistungssektor schwächelt. Besonders hart getroffen hat es die Bau- und Immobilienwirtschaft, die zu den Gewinnern der verblichenen Niedrigzinsphase zählte. Die rasant gestiegenen Zinsen und die hohen Baupreise halten die Branche im Klammergriff. Doch noch ist die deutsche Wirtschaft nicht verloren.
Was für Nachrichten. Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com will unbestätigten Berichten des „Manager Magazins“ zufolge Anteile der Mediamarkt- und Saturn-Mutter Ceconomy erwerben. Die SDAX-Aktie legte am Mittwoch (15.11.) um satte 14% zu und schob sich damit deutlich an die Spitze des Index. Auch die JD.com-ADR (26,05 Euro; US47215P1066) drehte um 7% auf.
Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind nicht besonders rosig. Die jüngsten Prognosen anerkannter Institute deuten nur auf eine leichte Erholung hin. Das in diesem Jahr wahrscheinlich leicht schrumpfende Bruttoinlandsprodukt soll demnach 2024 zwischen 0,3 und 1,2 Prozent steigen.
Nachdem uns die Q1-Zahlen der DWS überhaupt nicht gefallen haben (vgl. PB v. 4.5.), entdecken wir in den am Mittwoch (26.7.) vorgelegten Q2-Zeichen viele hoffnungsvolle Anzeichen einer Besserung. Allerdings gibt es weiterhin enorme potenzielle Belastungsfaktoren. Zudem fällt der Vergleich mit der internationalen Konkurrenz in vielen Bereichen weiterhin zum Nachteil der Deutsche Bank-Tochter aus.
Aus den Q2-Zahlen der Deutschen Bank wird der Markt nicht so recht schlau: Die DAX-Aktie (10,47 Euro; DE0005140008) schoss am Mittwoch (26.7.) kurz um knapp 3% in die Höhe, nur um diese Gewinne anschließend fast vollständig wieder abzugeben. Seit Jahresbeginn hat das Papier trotz Zinswende gut 1% an Wert verloren, während der DAX gleichzeitig 17% zulegte.
Kapitalrenditen wie der „Return on invested capital“ (ROIC) oder der „Return on Equity“ (RoE) gehören in unseren Analyse-Werkzeugkasten. Denn durch sie erfahren wir, wie effizient ein Unternehmen mit dem Geld der Anteilseigner umgeht. Dabei schauen wir auf die über mehrere Jahre erwirtschaftete Rendite und vergleichen sie mit dem Durchschnitt der zugehörigen Industrie oder der wichtigsten Wettbewerber. Eine für Aktionäre wertstiftende Kapitalrendite liegt über den Kapitalkosten, wobei wir zweistellige Renditen bevorzugen.
Dank eines fulminanten Sprints am Freitag (30.6.), bei dem der DAX bis Redaktionsschluss über 1% zulegte, steuert der deutsche Leitindex im Juni auf einen Gewinn von 3,1% zu.
Schon 1990 hatte Marc Bürki eine Idee: Zusammen mit einem Partner wollte er eine Finanzplattform gründen, die Anlegern einen möglichst kostengünstigen Online-Handelszugang für viele Wertpapiere bietet.
Die DWS-Ergebnisse (27.4.) gefallen uns nicht. Im Q1 fielen die bereinigten Erträge um 11,5% auf 610 Mio. Euro, die bereinigten Kosten konnten aber nur um 1,5% auf 404 Mio. Euro gedrückt werden.
Die von den eidgenössischen Finanzbehörden erzwungene Notfallübernahme der zweitgrößten Schweizer Bank Credit Suisse durch den Lokalrivalen UBS hat Erinnerungen an die große Finanzkrise vor 15 Jahren wachgerufen. Im September 2008 flüchtete sich auf Druck der US-Regierung die angeschlagene Investmentbank Merrill Lynch in die Arme der Bank of America. Zuvor war bereits Bear Stearns unter den Rockzipfel von J.P. Morgan Chase gekrochen. Ursprünglich sollte die Bank of America die noch viel stärker in die Bredouille geratene Investmentbank Lehman Brothers übernehmen. Doch die US-Regierung entschied kurzfristig, lieber Merrill Lynch zu retten und Lehman, deren größte Gläubiger in Europa saßen, fallen zu lassen. Was zunächst wie ein geschickter Schachzug der US-Politik aussah, entpuppte sich jedoch schnell als fataler Fehler, der eine ungeahnte Kettenreaktion auslöste, die das internationale Finanzsystem an den Rand einer Kernschmelze führte und die Staaten weltweit zu einer gigantischen Rettungsaktion nötigte.
Tiefrot hat der deutsche Aktienmarkt vergangene Woche geschlossen und tiefrot begann auch diese Woche.
Gut viereinhalb Jahre dauerte die Schmach, durch einen Emporkömmling wie die mittlerweile obsolete Wirecard aus der ersten Börsenliga verstoßen zu sein. Nach zwei Gewinnjahren in Folge ist die Commerzbank durch den Linde-Rückzug wieder zurück im DAX-Index, dem sie von der Gründung bis zum Herbst 2018 kontinuierlich angehört hatte. Zusammen mit den positiven Einflüssen der von der EZB Ende 2022 eingeläuteten Zinswende auf das Zahlenwerk der Frankfurter gibt es also gute Gründe, sich Deutschlands zweitgrößte Bank nach langer Pause (zuletzt: PB v. 18.1.21) wieder einmal anzusehen.
Bei den 2022er-Zahlen der Deutschen Bank lohnt sich ein zweiter Blick. CEO Christian Sewing wertete den höchsten Vor- (5,6 Mrd.) und Nachsteuer-Gewinn (5,7 Mrd. Euro) seit 2007 zwar als Beleg dafür, dass der Umbau erfolgreich läuft (s. a. PLATOW Brief v. 2.2.). Doch die Neuausrichtung ist längst nicht abgeschlossen. Und bei der mit 9,4% deutlich über dem Ziel („mehr als 8%“) liegenden Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) sind Sonderfaktoren erwähnenswert.
„Nach dem ultimativen Superbären-Szenario 2022 steht die DWS immer noch ziemlich gesund da.“ An diesem Befund, mit dem CEO Stefan Hoops die Präsentation der 2022er-Zahlen einleitete, lassen sich aus unserer Sicht bei aller Anerkennung der schwierigen Rahmenbedingungen ein paar Fragezeichen festmachen.
Auf einem ungebremsten Wachstumskurs sehen wir unverändert die Industrial Credit and Investment Corporation of India, kurz ICICI Bank. Nur ein Puzzle-Stein ist dabei die neu geschlossene Partnerschaft mit Tata Motors zur Finanzierung von Autohändlern für Elektrofahrzeuge.
Smart und selbstbewusst wollte der neue CEO Stefan Hoops beim Kapitalmarkttag der DWS (7.12.) rüberkommen. Die Deutsche Bank-Tochter will ehrgeiziger, transparenter und attraktiver werden – u. a. mit einem 2025er-Ziel beim Gewinn je SDAX-Aktie (31,14 Euro; DE000DWS1007) von 4,50 Euro (+15% ggü. 2021; +10% ggü. Konsens).
Was wir aktuell an den Finanzmärkten beobachten, ist ein fundamentaler Paradigmenwechsel. Erstmalig seit mehr als einer Dekade wächst das Preisniveau, schrumpft die Geldmenge und steigen die Zinsen. Bewährte Anlegerrezepte der letzten Jahre funktionieren unter diesen veränderten Bedingungen nicht mehr ohne Weiteres. Für das klassische und jahrelang erfolgreiche „Buy the Dip“ beispielsweise – Kaufe, wenn die Kurse fallen – braucht man aktuell Nerven aus Stahl. Aufgrund multipler Krisen sind die Abwärtsrisiken enorm und die Volatilitäten extrem.
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