Ceotronics winkt dank Rheinmetall neues Auftragspotenzial
Ceotronics hat sein Umsatzziel erreicht. Die Bestellungen liegen auf Rekordniveau und Rheinmetalls jüngster Abruf eröffnet unserem Musterdepotwert zusätzliche Chancen.

78,2 Mio. Euro standen bei Ceotronics zum 31. Mai im Auftragsbuch. Das ist ein Rekordwert und bei einem Anstieg von 30,3% die aus unserer Sicht wichtigste Zahl der vorläufigen Eckdaten für das gerade beendete Geschäftsjahr 2025/26. Der Anbieter von Spezial-Kommunikationssystemen steigerte nach den zu Wochenbeginn (1.6.) veröffentlichten Ergebnissen den Umsatz um 0,9% auf 56,3 Mio. Euro. Damit wurde die eigene Prognose („rund 56 Mio. Euro“) erfüllt. Im Vorjahr hatte es einen außergewöhnlich starken Umsatzsprung um 88,3% gegeben. Vor diesem Hintergrund ist der moderate Zuwachs sehr erfreulich.
Der Auftragseingang kletterte um 66,2% auf 74,6 Mio. Euro. Dabei hat sich die Dynamik der Bestellungen im zweiten Halbjahr deutlich beschleunigt. Nach sechs Monaten lag der Auftragseingang nur bei 13,8 Mio. Euro. Wesentlichen Anteil an der Beschleunigung hatte der dritte Losabruf der Bundeswehr bei den Sprechsätzen mit Gehörschutzfunktion (SmG). Dieser Auftrag wird in den kommenden Geschäftsjahren abgearbeitet. Zudem erscheint uns ein vierter Losabruf sehr wahrscheinlich. Der Zeitpunkt der jeweiligen Umsatzrealisierung bleibt abhängig von Lieferplänen, was die konkreten Schätzungen entsprechend erschwert. Auf der Ergebnisseite bleibt der Vorstand bei seiner bisherigen Linie. CEO Thomas Günther zeigt sich optimistisch, das Ziel eines Konzernüberschusses von rund 5,3 Mio. Euro (+12,8%) erreicht zu haben. Das entspräche einer Nettomarge von rund 9,4% (Vorjahr: 8,5%) und damit der avisierten Profitabilitätssteigerung.
Rheinmetall-Abruf eröffnet Zusatzpotenzial
Zusätzliche Aufmerksamkeit verdient der IdZ-ES-Abruf für das vernetzte Soldatensystem, den Rheinmetall Ende April (27.4.) gemeldet hat. Die Bundeswehr hat den Rüstungskonzern mit der Modernisierung bestehender Systeme und der Lieferung von 237 neuen Zugsystemen beauftragt. Weitere 8.600 Soldatinnen und Soldaten sollen zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgestattet werden. Rheinmetall bündelt als Generalunternehmer die Leistungen von mehr als 30 Unterauftragnehmern. Auf PLATOW-Anfrage erklärte der Ceotronics-Chef, dass es noch offen sei, welche Produkte Rheinmetall in welchem Umfang separat beauftragt. Zugleich verwies er auf die eigene Marktstellung: „Wenn bei der Bundeswehr ControlUnits und Anschlusskabel benötigt/eingesetzt werden, sind unsere Produkte – oftmals auch Headsets, kabellose PTTs oder digitale Duplex-Funkgeräte sowie Lärmschutzhelme – immer dabei. Nur für die Kampftaucher und tauchende maritime Einheiten sind unsere Produkte weniger gefragt.“ Wir erkennen hier zusätzliches, derzeit noch nicht quantifizierbares Auftragspotenzial neben den bekannten SmG-Losen der Bundeswehr.
Die Aktie (10,10 Euro; DE0005407407) hat seit Ende April über 20% an Wert eingebüßt und wird aktuell nur noch mit einem 12-Month-Forward-KGV von 12 gehandelt. Der starke Auftragsbestand und die Aussicht auf nachhaltig höhere staatliche Investitionen in die innere und äußere Sicherheit in Deutschland und in der EU liefern eine gute Visibilität für die kommenden Jahre. Gleichzeitig droht der Sturz unter die charttechnische Unterstützung bei 10,00/10,50 Euro. Auch deshalb lassen wir unser Nachkauflimit im Markt und arbeiten mit einer relativ weit entfernten Absicherung. Akkumulieren Sie Ceotronics bei 8,00 Euro. Stoppkurs: 4,90 Euro.