Covestro gibt sich grünen Anstrich
Covestro kommt nicht aus dem Tal der Chemie-Tränen heraus. Die am Montag (28.10.) veröffentlichten Q3-Zahlen (per 30.9.) bestätigten den Negativtrend der beiden vorherigen Quartale:
„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“
Covestro kommt nicht aus dem Tal der Chemie-Tränen heraus. Die am Montag (28.10.) veröffentlichten Q3-Zahlen (per 30.9.) bestätigten den Negativtrend der beiden vorherigen Quartale:
Fahrverbote für Dieselautos in Innenstädten, Atom- und Kohleausstieg, weg mit dem Plastikmüll und her mit den umweltschonenden Produktionsverfahren. Am Thema Nachhaltigkeit kommen Börsianer kaum noch vorbei: Mit Covestro hat sich jetzt selbst die frühere Plastik-Tochter von Bayer ein vom Vorstand „strategisch“ genanntes Programm zum Einsatz von Rohstoffen aus nachhaltigen Quellen wie Pflanzen und Abfall auferlegt (s. Analyse auf S. 3).
Zuletzt waren die Hoffnungen auf einen Verkauf des Animal Health-Geschäfts von Bayer gestiegen (vgl. PB v. 16.8.). Nun ist er fix: Der DAX-Konzern vermeldete am Dienstag (20.8.), dass er die Sparte an Elanco Animal Health aus den USA veräußert hat.
Viele Börsianer bewerten Aktien v. a. anhand des Kurs/Gewinn-Verhältnisses (KGV). Aber wann ist ein KGV günstig: Bei 5, 10 oder 20? Zudem ist es nicht das Maß aller Dinge: Denn je nach Gewinnwachstum kann sich die Attraktivität rasch ändern.
Um gut 25% auf kurz über 70,00 Euro schoss die Bayer-Aktie in der vergangenen Woche nach oben. Erste Gerüchte über einen Vergleich im Glyphosat-Prozess, den CEO Werner Baumann nun auch angesichts des Aktionärsdrucks auf der HV anstrebe, sorgten für Hoffnung am Markt (s. PLATOW Brief v. 12.8.).
Börse alle Ehre zu machen. Seit Monatsbeginn fiel der DAX um fast 8% und testete am Donnerstag (15.8.) die eminent wichtige Unterstützung bei 11 300. Fällt sie dauerhaft, ist der Weg nicht mehr weit, um den gesamten Jahresgewinn, ausgehend von 10 559 DAX-Punkten, auszuradieren. Auslöser sind schwächere deutsche Konjunkturdaten sowie die Tatsache, dass in den USA erstmals seit zwölf Jahren eine inverse Zinskurve auf eine drohende Rezession hinweist.
Was ist da bei Bayer los? Mit einem Kursgewinn von über 11% eröffnete die DAX-Aktie (64,29 Euro; DE000BAY0017) am Freitag (9.8.) den Handel. Zwar konnte sie das Niveau nicht halten, doch die Aussicht auf einen Vergleich im Monsanto-Prozess ließ die
Die Nachricht, die am Dienstag (2.7.) über den Atlantik schwappte, dürfte für Erleichterung in Leverkusen gesorgt haben: Bayer kann im Glyphosat-Prozess auf eine niedrigere Strafzahlung hoffen. Statt ursprünglich 80 Mio. US-Dollar stehen nun noch 50 Mio. Dollar im Raum. Denn in den USA ist die Strafschadenersatzzahlung auf das Neunfache des Schadenersatzes begrenzt. Da Letzterer bei Bayer 5 Mio. Euro beträgt, sind maximal 45 Mio. Euro an zusätzlicher Strafe zulässig. Zudem ist eine Reduzierung des Schadenersatzes denkbar, denn der an Krebs erkrankte Kläger soll sich in vollständiger Remission befinden.
Zum Medizintechniker Eckert & Ziegler erreichen uns immer wieder Anfragen von PB-Lesern, die eine Neueinschätzung von uns wollen. Kein Wunder, denn die Aktie (104,60 Euro; DE0005659700) liegt nach einem starken 2018 auch in diesem Jahr schon wieder 70% im Plus. Geht da noch mehr?
Unser Dachwikifolio PLATOW Best Trader Selection hat auf Wochensicht 1,4% an Wert eingebüßt und damit besser als der DAX (-2,5%) abgeschnitten. Im Wochenverlauf sah es auch bei unseren Depotwerten noch schlechter aus. Im Tief fiel der Kurs des Dachwikifolios auf 114,30 Euro. Danach gelang aber eine relativ starke Erholung auf 116,70 (aktuell 115,70) Euro. Die Bilanz der einzelnen Trader fällt sehr unterschiedlich ist. Der Performance-Korridor reicht auf Wochensicht von einem 1,8%-Plus bis hin zu einem Minus von 3,8%.
Glänzende Zahlen, die sogar unsere im Vergleich zum Markt optimistischen Erwartungen übertrafen, sowie ein überzeugender Ausblick haben die Evotec-Aktie (23,49 Euro; DE0005664809) das Mehrjahreshoch vom 30.9.18 bei 23,36 Euro überwinden lassen. Nach überzeugenden Fundamentaldaten im Rücken gehen wir davon aus, dass das MDAX-Papier diesen Widerstand demnächst deutlich überwinden wird.
Unser Dachwikifolio PLATOW Best Trader Selection hat im Vergleich zum vergangenen Mittwoch 0,7% an Wert eingebüßt. Ausschlaggebend dafür war natürlich der plötzliche Einbruch an den Aktienmärkten Ende der angelaufenen Woche. Der DAX hat mit 1,2% noch stärker verloren, wodurch die Outperformance unseres Dachwikifolios seit dem Start im November 2015 trotz des Kursrückgangs auf jetzt 11,4 Prozentpunkte angestiegen ist.
Bei Evotec zahlt sich die Zusammenarbeit mit Bayer immer mehr aus. Für den Beginn der Phase-II-Studie eines Wirkstoffes, der zur Behandlung bei chronischem Husten in Frage kommt, erhält das MDAX-Unternehmen eine Meilensteinzahlung von 3 Mio. Euro.
Das Spezialchemieunternehmen Lanxess hübscht sich für Anleger auf. Mit dem Verkauf des Anteils am Kautschuk-Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo an Saudi Aramco stellt sich die frühere Bayer-Tochter zum einen weniger konjunktursensibel auf. Zum anderen setzt das MDAX-Unternehmen einen Teil des Erlöses von 1,4 Mrd. Euro zum Rückkauf eigener Aktien (rd. 4,9% des Grundkapitals für bis zu 200 Mio. Euro) und zur Aufstockung des eigenen Pensionsvermögens ein.
Wir hatten es prophezeit: 2019 wird das Jahr der Gesundheitswerte (vgl. „Unsere Meinung“ in PB v. 24.12.18). Die Übernahmeschlacht um die besten Plätze im Kampf gegen Krebs (Onkologie) ist jedenfalls rund um den Jahreswechsel intensiver geworden: Nachdem im Dezember GlaxoSmithKline die „Merger-Mania“ mit dem 5,1 Mrd. US-Dollar schweren Kauf des Brustkrebs-Spezialisten Tesaro eröffnete, wurden in den ersten Januartagen Bristol-Myers Squibb (74 Mrd. Dollar für Celgene) und Eli Lilly (8 Mrd. Dollar für Lotox, s. a. S. 2) vom Übernahmefieber angesteckt.
Nur drei Tage nach der milliardenschweren Übernahme von Celgene durch Bristol-Myers Squibb ging die Übernahmeschlacht in der US-Pharmaindustrie schon in die nächste Runde. Der Gesundheitsriese Eli Lilly will den Bayer-Krebsforschungspartner Loxo Oncology für acht Milliarden US-Dollar schlucken. Der Deal passt in die Strategie von Lilly-CEO David A. Ricks, der das Unternehmen aus Indianapolis stärker auf die Bereiche Diabetes und Krebs ausrichten will. Loxo erzielte in der Zusammenarbeit mit Bayer bereits erste Erfolge bei der Bekämpfung von genetisch bedingten Krebsarten (s. a. S. 3), das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Connecticut hat aber noch weitere vielversprechende Kandidaten gegen Schilddrüsen- und Lungenkrebs in der Entwicklung.
Am US-Pharmamarkt tobt eine Übernahmeschlacht. Nach Bristol-Myers Squibb vermeldete nun auch Eli Lilly einen Milliardenzukauf (s. S. 1 und 2). Besonders delikat aus deutscher Sicht: Mit Loxo Oncology verleibt sich Eli Lilly ausgerechnet einen Forschungspartner von Bayer ein. Erst im November erhielt ein gemeinsames Krebsmedikament die US-Zulassung.
Die Nachricht, dass Bristol-Myers Squibb den Biopharmaspezialisten Celgene für 74 Mrd. US-Dollar plus Schulden kaufen will, schlug in der verkürzten Neujahrswoche an der Börse ein wie eine Bombe. Warum Bayer diese Übernahme mit Argusaugen beobachten wird, haben wir im PLATOW Brief v. 4.1. bereits kurz angerissen. In Deutschland sorgt der weltweit zweitgrößte Pharma-Deal der Geschichte bislang noch nicht für ein Aufflackern von Übernahmefantasien für hiesige Perlen wie Morphosys, Evotec oder Medigene. In der Schweiz gibt es mit BB Biotech aus unserer Sicht aber einen europäischen Gewinner, dem wir aus aktuellem Anlass Raum für eine kurze Analyse widmen.
Spätestens zum 1.7.19 wird Bernd Metzner das Amt des Finanzvorstands bei Gerresheimer antreten. Genügend Erfahrung auf dem Gebiet bringt er von seinen vorherigen Positionen beim Werbevermarkter Ströer und bei Bayer in jedem Fall mit. Der Düsseldorfer Produzent von Glas und Kunststoff für die Pharmaindustrie dürfte so auch auf Führungsebene endlich wieder Ruhe finden. Und operativ erkennen wir ebenfalls positive Anzeichen: Im Q3 kletterten die Umsätze währungsbereinigt immerhin um 8,8% auf 364,4 Mio. Euro. Im bereinigten EBITDA von 79,5 Mio. (+1,7%) ist zumindest schon eine Ergebnisstabilisierung erkennbar.
Über den deutschen Aktienmarkt ziehen weiterhin veritable Herbststürme hinweg. Allein in dieser wechselhaften Woche ging es beim DAX zeitweise fast 2% nach unten – eine echte Erholung nach dem Oktober-Absturz ist nicht in Sicht.
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