Rücksetzer bei AT&S bietet Einstiegschance
Die Aktie der österreichischen AT&S war Ende 2017 einer der Stars am europäischen Börsenhimmel. Insgesamt stieg das Papier im vergangenen Jahr um 153%.
Die Aktie der österreichischen AT&S war Ende 2017 einer der Stars am europäischen Börsenhimmel. Insgesamt stieg das Papier im vergangenen Jahr um 153%.
Wer seine Werkstoffe vor allem in den USA und Asien einkauft, dem tut der schwache Euro besonders weh. Das spürte auch Schweizer Electronic im vergangenen Jahr. Der Leiterplattenhersteller konnte seine Erlöse zwar um knapp 5% auf 115,5 Mio. Euro steigern, gleichzeitig ging das Nettoergebnis aber um 2,6% auf 5,5 Mio. Euro zurück. Neben den Währungseffekten wirkten sich einmalige Personalaufwendungen negativ aus, weshalb die EBIT-Marge von 9,1 auf 7,4% rutschte.
Mozartkugeln, Sissi und Kaiserschmarrn – das verbinden viele Deutsche gemeinhin mit Österreich. Dabei hatte der Alpenstaat jahrelang auch für Anleger viel zu bieten: Vor allem in den Jahren 2003 bis 2007 waren die Aktienkurse vieler österreichischer Unternehmen wie im Rausch. Der ATX Austrian Traded Index, der 20 der größten Aktiengesellschaften Österreichs enthält, schoss von knapp 1 000 Punkten Ende 2002 auf über 5 000 Zähler empor.
Nach der Prognoseanhebung im Juli wird AT&S noch einmal mutiger. Statt Erlösen von 725 Mio. Euro erwartet der Leiterplattenhersteller jetzt 740 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll unverändert „über 19%“ und damit im Kerngeschäft auf Vorjahresniveau liegen.
Leiterplatten gehören zu elektronischen Geräten einfach dazu. Mit der Weiterentwicklung der Produkte steigen daher auch die Anforderungen an die Leiterplatte, sei es bei der Größe oder der Effizienz. Die Arbeit sollte den Herstellern also nicht ausgehen, so der naheliegende Schluss, zumal der Branchenverband ZVEI am Montag erklärte, dass der Umsatz der deutschen Leiterplattenhersteller im Juli im Vergleich zum Vormonat um 7% gestiegen ist. Seit Jahresanfang liegt das Plus allerdings bei bescheidenen 3,5%, bei der Book-to-Bill-Ratio, also dem Verhältnis von Auftragseingang und Erlösen, kommen die Experten lediglich auf 1. Wachstum für die Zukunft lässt sich daraus also nicht ableiten.
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In unsere Analyse zu AT&S (PB v. 13.6.) hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Statt den genannten 440 Mio. bis 450 Mio. Euro erwartet der Leiterplattenhersteller im laufenden Geschäftsjahr (per 31.3.) Erlöse zwischen 540 Mio. und 550 Mio. Euro.
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„AT&S unterscheidet sich in seinem Engagement in Asien in drei wesentlichen Punkten vom Wettbewerb“, so ein Sprecher des Leiterplattenproduzenten beim Besuch in der PLATOW-Redaktion. Demnach führen die Österreicher erstens in Shanghai das am höchsten automatisierte HDI-Platten-Werk des Landes, wodurch sich die Ausschussware auf 70 Stück je 1 Mio. Platten reduzieren lässt. Zweitens habe AT&S bereits beim Aufbau des Werks die strengen Umweltauflagen aus Österreich mitgenommen, was zu Steuervorteilen und damit zu mehr Profitabilität führe. So filtert die Fabrik das Wasser offenbar vor der Produktion so stark, dass es hinterher ins Trinkwassernetz eingespeist wird.
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Pure Euphorie ist es nicht, was Vorstandsvorsitzender Andreas Gerstenmayer zum Halbjahr des Leiterplattenherstellers AT&S verbreitet. Er freue sich, dass der Konzern ein gutes Ergebnis im zweiten Quartal erwirtschaften konnte. Einige neue Applikationen im Bereich Mobile Devices seien auf den Markt gekommen, was dem Werk im chinesischen Shanghai eine gute Auslastung beschert habe, auch das Geschäft mit Kunden aus dem Automobilsektor sei weiter gewachsen. Auf einem anderen Blatt stehen die nackten Zahlen: Die Österreicher erzielten im zweiten Quartal (per 30.9.) einen „Rekordumsatz von rund 131,4 Mio. Euro“ bei einer EBIT-Marge von 11%. Allerdings fällt der Erlösanstieg mit +2% im Vergleich zum Vorjahr eher dürftig aus.
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