Hochtief bleibt ein Underperformer

"Beim regelmäßigen Screening der Ratio-Charts am deutschen Aktienmarkt fällt uns immer wieder auf, wie nachhaltig die Trends vor allem bei den Werten sind, die eine klare relative Schwäche zum Gesamtmarkt zeigen. Nicht selten haben wir den Einstieg bei solchen Titeln nur deshalb nicht gewagt, weil wir auf Grund des schon sehr weit fortgeschrittenen Trends mit einer baldigen Gegenbewegung gerechnet haben. "

Diese in normalen Trendphasen üblichen Erholungen sind in den meisten Fällen dann letztendlich aber nur sehr schwach ausgefallen oder komplett ausgeblieben. Im Nachhinein war es oft ärgerlich, hier nicht doch einen Short-Trade riskiert zu haben. Bei der Aktie von Hochtief haben wir deshalb in dieser Woche einmal den Einstieg in einen schon lange bestehenden Abwärtstrend gewagt.

Die Underperformance des Baukonzerns hält mittlerweile seit eineinhalb Jahren an. Im März 2011 sah die Welt für Hochtief noch rosig aus. Damals hatte das Unternehmen gerade seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Wer daraufhin den Kaufempfehlungen zahlreicher Analysten gefolgt ist und die Aktie ins Portfolio genommen hat, der ist zumindest in der Nähe eines seitdem nie mehr erreichten Kursniveaus eingestiegen. Kurz danach endete der damalige Höhenflug der Aktie nämlich bei rund 77 Euro. Bis heute hat sich der Wert fast halbiert. Die anhaltenden Probleme bei der australischen Tochter Leighton sorgten immer wieder für Molltöne und führten u. a. im November 2011 zu einer Gewinnwarnung bei Hochtief. Hinzu kamen ständig neue Meldungen über Verzögerungen beim seit langem geplanten Verkauf der Flughafensparte. Die zunehmenden Sorgen vor einer massiven Abschwächung der Weltkonjunktur taten ihr Übriges, da der Baukonzern in hohem Maße von wirtschaftlichen Aktivitäten abhängig ist.

Obwohl der Auftragsbestand relativ erfreulich ist und regelmäßig Übernahmefantasie aufkommt, ist der Aktie selbst während der jüngsten Hausse an den Märkten nur eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau gelungen. Deutlich wird das auch im Ratio-Chart gegen den DAX, der als Basis unseres Trades dient. Einer kurzen Zwischenerholung in der vergangenen Woche folgte jetzt wieder der Absturz. Damit bleibt der Abwärtstrend intakt und es drohen kurzfristig neue Tiefs. Da es sich hier bereits um einen sehr reifen Trend handelt, agieren wir bei dem Alpha-Short-Trade mit einem recht geringen Risiko und einem eher kurzfristigen Anlagehorizont. Entsprechend eng wurde der Stoppkurs gesetzt. Wir spekulieren also darauf, dass es in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal zu einer deutlichen Underperformance der Aktie kommt und wollen diese Bewegung mitnehmen und gleichzeitig eng absichern. Es handelt sich hierbei explizit nicht um eine mittel- oder gar langfristig angelegte Investition.

Der dafür ausgewählte Alpha Short Turbo der DZ Bank wird Ende 2013 fällig, der Hebel lag beim Einstieg bei 2,3. Daher fällt der Depotanteil mit über 4% relativ hoch aus. Das rechnerische Verlustrisiko liegt wegen des geringen Hebels und des engen Stopps dennoch nur bei ca. 0,8% des Kapitals.

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