Rundblick

Ölwerte – Steigende Preise, höhere Gewinne

OMV-Ölanlage in Abu Dhabi
OMV-Ölanlage in Abu Dhabi © OMV

Nach dem Ölpreisschock durch den Angriff auf eine Produktionsanlage in Saudi Arabien ist die Lage noch immer etwas unübersichtlich (vgl. PB v. 18.9.). Sollten wider Erwartens die Reparaturen bei Saudi Aramco länger als nur ein paar Wochen dauern und die Spannungen in der Golfregion eskalieren, dann könnte das schwarze Gold (aktuell: 64,55 US-Dollar je Brent) noch die Jahreshöchstkurse von 75,59 Dollar anlaufen.

Ein Land, das u a. von der Ölindustrie lebt, ist Norwegen. Dort floriert die Wirtschaft, auch wegen der Erschließung zahlreicher neuer Öl- und Gasfelder. Deshalb trotzt die Norwegische Nationalbank derzeit dem Trend von Fed und EZB und erhöhte die Leitzinsen erneut um 25 Basispunkte auf 1,50%.

Zu den großen Unternehmen des Landes gehört Aker BP, die auch im Leitindex OBX vertreten sind. Die Produktion aus fünf Fördergebieten von täglich 155 000 bis 160 000 Öläquivalenten ist im Vergleich zu den Giganten der Branche jedoch gering. Auf Grund größerer Investitionen und Stillständen wegen Instandhaltungen halbierte sich der Q2-Gewinn je Aktie auf 0,17 Dollar. Die Aktie (263,55 NOK; NO0010345853) ist aber das vergleichsweise hohe 2020er-KGV von 16 wert, weil Investoren mit einer attraktiven Dividendenrendite von 7,0% belohnt werden und die Förderung in krisensicherer Region stattfindet.

Kaufen Sie Aker BP bis 270 NOK. Stopp: 210 NOK.

Mittel- bis langfristig sind wir auch vom Energiekonzern OMV überzeugt, aber Probleme in Libyen machten uns jüngst vorsichtig. Im Q2 überzeugten uns die Österreicher auch noch nicht zur Gänze. Zwar stieg das „CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten“, eine gängige operative Kennziffer der Branche, um 44% auf gut 1,0 Mrd. Euro, aber das Produktionsziel wurde weiter zurückgenommen. Nun ist nur noch eine Gesamtproduktion von etwas weniger als 500 (2018: 427) Kilobarrel pro Tag geplant. Charttechnisch hält der Abwärtstrend noch an, obwohl die Aktie (49,46 Euro; AT0000743059) mit einem 2020er-KGV von 8 und einer Dividendenrendite von 4,0% lockt.

Bei OMV raten wir daher weiter zum Abwarten.

Auch beim Branchenprimus Royal Dutch Shell A zeigt sich so langsam eine Stabilisierung. Dabei half auch die Ausweitung der täglichen Produktionsmenge auf 2,6 Mrd. Öläquivalente (+7%). Netto verbuchte der Konzern wegen Anteilsverkäufen und Abschreibungen beim CCS einen Gewinnrückgang je Aktie von 23% auf 0,43 Dollar. Dennoch erkennen wir Vorteile gegenüber Wettbewerbern, beispielsweise die breite Aufstellung in den drei Säulen Flüssiggas (LNG), Ölförderung und Raffinerie. Außerdem wird der Konzern neu positioniert und unprofitable Bereiche werden verkauft. Eine Erholung des Ölpreises wäre natürlich zusätzlich willkommen. Fundamental ist die Aktie (26,66 Euro; GB00B03MLX29) daher mit einem 2020er-KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 6,8% aussichtsreich. Das bis Ende 2020 laufende Aktienrückkaufprogramm dürfte außerdem kursstützend wirken. Seit Juni 2018 sind erst 9,25 Mrd. von den geplanten 25 Mrd. Dollar ausgegeben worden.

Royal Dutch Shell bleibt ein Kauf. Stopp: 22,95 Euro.

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