Stahl

Voestalpine – Krise gut genutzt

Hochofen von Voestalpine
Hochofen von Voestalpine © Voestalpine

Aus einer Krise gestärkt hervorkommen – wem das gelingt, der ist uns einen Blick wert. Bei Voestalpine zeigen die am Mittwoch (9.6.) vorgelegten Jahreszahlen, dass der Edelstahlkocher aus der Steiermark die Folgen der Corona-Pandemie im Jahresverlauf abfedern und dabei zugleich noch von zuvor eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen profitieren konnte.

Damit ist Konzernchef Herbert Eibensteiner, der 2019 das Urgestein Wolfgang Eder ablöste, ein veritabler Turnaround gelungen. Das lässt sich auch am Kurs der Aktie (35,32 Euro; AT0000937503) ablesen, die zwar seit Jahresbeginn schon 23% zugelegt hat, aus unserer Sicht aber weiteres Aufwärtspotenzial besitzt. Der Umsatz ist konjunkturbedingt im Gj. 2020/21 (per 31.3.) zwar um 11,4% auf 11,3 Mrd. Euro zurückgegangen. Doch die Nachfrage nach den Spezialprodukten der Österreicher zog ab dem Sommerquartal schon wieder an, wobei insbesondere die Automobilindustrie schnell zurückkam.

Dank der zuvor schon eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung fiel das EBITDA nur unterproportional um 4% auf 1,1 Mrd. Euro, sodass die Marge sogar von 6,1 auf 10,1% kletterte. Noch erfreulicher aus unserer Sicht: Die Nettofinanzverschuldung konnte signifikant auf 2,7 Mrd. (Vj.: 3,8 Mrd.) Euro reduziert werden, sodass der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) von 67,2% auf 48,5% abgebaut wurde. „Trotz Wirtschaftskrise verfügt Voestalpine heute über eine höhere Liquidität und weniger Schulden als vor einem Jahr“, sagte Eibensteiner bei der Online-Pressekonferenz nicht ohne Stolz. Für das laufende Gj. 2021/22 peilt er mit einem EBITDA von 1,6 Mrd. bis 1,9 Mrd. Euro wieder das Niveau von 2018/19 an, als operativ 1,6 Mrd. Euro verdient wurden.

Wir gehen davon aus, dass die höheren Stahlpreise, die konjunkturelle Befeuerung durch die Infrastrukturprogramme und die schlankere Aufstellung dem Stahlkocher helfen, weiter verbesserte Kennziffern zu erwirtschaften. Beim 2021/22er-KGV von 10 und einer Dividendenrendite, die im kommenden Jahr wieder über 2% klettern dürfte, lässt unser aktuelles Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten Kursgewinne von gut 15% erwarten. Steigen Sie bei Voestalpine wieder ein. Unser Stopp liegt bei 27,30 Euro.

PLATOW Börse 4 Wochen gratis lesen.

<p><strong>Voestalpine</strong><br />UNSER VOTUM: KAUFEN<br />Aktienkurs in Euro</p>

Voestalpine
UNSER VOTUM: KAUFEN
Aktienkurs in Euro

{{ name }} Chart
{{ name }} Aktie auf wallstreet:online

ARTIKEL DIESER AUSGABE

| PLATOW Konferenz | 11. Juni 2021

Profis schwören auf Aktien

Aber es müssen die richtigen sein! Welche passend sind, bedarf eingehender Analyse. Für diese Aufgabe brennt das Team der PLATOW Börse und recherchiert für Sie Woche für Woche kritisch… mehr

| Immobilien | 11. Juni 2021

Münchner Perlen für DIC Asset

Der Zukauf hat Charme: Mit dem Münchner Uptown Tower (auch als O2-Tower bekannt) und dem dazugehörigen Campus C hat DIC Asset ein Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt erworben.… mehr

| Autozulieferer | 11. Juni 2021

Leoni – Buy the Dip!

Was für eine Rally: Seit Mitte März legte die Leoni-Aktie (15,40 Euro; DE0005408884) in der Spitze über 55% zu und erreichte bei 17,29 Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren. Wenig… mehr

| Software | 11. Juni 2021

Beta Systems – Höchst undurchsichtig

Bei Beta Systems wiederholt sich die Geschichte: Wie bereits im Vj. verhinderte Deutsche Balaton, mit 60,6% dominanter Hauptaktionär bei dem Software-Spezialisten für Dokumentenmanagement,… mehr

| Oberflächenspezialist | 11. Juni 2021

Surteco kann Aufkaufen

Mit einem Umsatzplus von 10% auf 188,5 Mio. Euro und einem EBIT-Anstieg um 60,4% auf 21,5 Mio. Euro erlebte Surteco ein starkes Q1. Zwar stammen die Vergleichswerte aus einer teilweise… mehr

| Immobilien | 11. Juni 2021

Noratis wird aktiver

Mit Portfolioverkäufen erfüllte Noratis seit 2017 stets die Ergebnisziele. 2020 galt allerdings als Übergangsjahr, auch weil der Investor Merz Real Estate einstieg, der rd. 49% der… mehr

| Erneuerbare Energien | 11. Juni 2021

2G Energy kauft Marge ein

Am Mittwoch (9.6.) gab 2G Energy die komplette Übernahme von HJS Motoren bekannt. Bisher war unser Musterdepotwert zu 50% an dem Spezialisten für Blockheizkraftwerke mit Gasmotoren… mehr