STANDPUNKT: Mit seinen Yuan-Abwertungen fordert Peking die USA heraus
Eine Art QE auf Chinesisch – nichts anderes verbirgt sich hinter der schrittweisen Abwertung des Yuan, mit der Peking die Welt und die Märkte derzeit so schockt. Seit langem ist Chinas Währung fest an den Dollar gekoppelt. Als die US-Fed Ende 2013 mit dem Tapering, dem langsamen Zurückfahren der Anleihen-Käufe begann, um eine Wende bei den ultra-niedrigen Zinsen vorzubereiten, führte dies zu enormen Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern und einer massiven Abwertung deren Währungen gegenüber dem Dollar. Brasiliens Real etwa büßte besonders stark ein. Allein China, in der üblichen Definition trotz seiner Erfolge immer noch ein Schwellenland, konnte und wollte es sich leisten, die eigene Währung gegenüber dem Dollar zu verteidigen. Je näher eine US-Zinserhöhung rückt und je mehr die heimische Wirtschaft zu schwächeln begann, desto unwilliger wurde Peking, den Yuan-Kurs zum US-Dollar unverändert zu belassen. Brachten die USA ihre Wirtschaft mit Anleihenkäufen und niedrigen Zinsen auf Trab, versucht es Peking jetzt mit Abwertung.
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