Japans Premier verliert an Vertrauen
Die neuesten Konjunkturdaten sind ein ziemlicher Schlag ins Gesicht für Japans Regierungschef Shinzo Abe. Das zweite Quartal brachte wieder einen Rückgang des BIP mit -0,4% gegenüber dem Vorquartal. Die Notenbank setzte ihren Ausblick für das Gesamtjahr bereits von 1,7 auf 1,2% herab. Die relativ günstigen Ergebnisse des ersten Quartals (+1%, annualisiert +3,9%) waren in erster Linie auf den Aufbau der Lager bei den Unternehmen zurückzuführen. Sie brachten zunächst ordentlich Schub durch zusätzliche Beschäftigung, bis klar wurde, dass die Konjunktur schwach bleiben würde und damit der Lager- und Beschäftigungsabbau einsetzte. Zudem sind die japanischen Verbraucher weiter zurückhaltend, und die Investitionen der privaten Unternehmen kommen nicht in Gang. Letztere reagieren damit auf den Bevölkerungsrückgang, der ihnen schrumpfende Inlandsmärkte (weniger Verbraucher) und ein rückläufiges Arbeitsangebot (weniger Arbeitskräfte) beschert. Daher ist der Drang der größeren Unternehmen ins Ausland ungebrochen, was praktisch durch eine Umschichtung der Investitionsbudgets zugunsten der ausländischen Standorte vor allem in der asiatischen Nachbarschaft realisiert wird.
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