Indien – Wie ein Stochern im Nebel
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In Indien scheint ein wichtiges Grundprinzip der Kapitalmärkte keine Geltung zu haben: Überraschungen im Zuge der Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten rufen immer wieder auffällige Nicht-Reaktionen hervor. So etwa im Mai, als das Wachstum des 1. Quartals offiziell mit 7,9% bekannt gegeben wurde, was schon fühlbar über der Konsenserwartung 7,5% lag. Der Leitindex Sensex 30 legte daraufhin magere 0,17% zu. Offenbar nehmen die Händler und Anleger die Zahlen nicht so recht ernst – und sie haben auch gute Gründe dafür. Die offiziellen Zahlen sind nicht sonderlich zuverlässig, wie der Chef der amtlichen Statistik Indiens, T.C.A. Anant, jüngst klarstellte. Die Diskrepanzen innerhalb des Zahlenwerks sind auffällig groß. Das BIP lässt sich auf verschiedenen Wegen erfassen, (grundlegend in einer der drei Dimensionen Entstehung, Verteilung, Verwendung) die am Ende aber identische Ergebnisse bringen sollten. Das tun sie in Indien nicht, was wohl nicht zuletzt auf die kürzlich erfolgte Umstellung des Verfahrens von der Wertschöpfung (Entstehungsseite) auf die international übliche Verwendung (Ausgabenseite) zurückzuführen ist. Die Diskrepanzen betrugen für das 1. Quartal bis zu 4% oder mehr als die Hälfte des gesamten ausgewiesenen Wachstums.
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