Platow-Fonds Dezember – Schweres Fahrwasser
Hätte der DWS Concept Platow im Gesamtjahr 2024 so performt wie im Dezember, wären Anleger wohl rundherum zufrieden gewesen: ein gutes Kursplus, besser als die wichtigsten deutschen Aktienindizes, vor allem als der fairste Vergleichsmaßstab SDAX und der Leitindex DAX, aber auch als MDAX und TecDAX, die beide sogar im Minus landeten.

Möglich wurde dieser versöhnliche Jahresabschluss, weil kein einziger Fondsbestandteil im Dezember stark negativ hervorstach: Solide bis sehr gute Kursgewinne waren die Regel, keine einzige Position verlor prozentual zweistellig. Die höchste Rendite brachte ausgerechnet die Aktie von Hugo Boss, die allerdings im Gj. zu den schwächsten Positionen gehörte, sowie Technotrans, Kontron und die Kernposition Hochtief.
Leider entsprach die Monatsbilanz des Fonds aber nicht der Jahresbilanz. Zu viele Aktien, gerade aus dem Segment der Mid- und Small-Caps, kämpften 2024 mit einem widrigen Börsenumfeld und bescherten dem DWS Concept Platow Verluste, allen voran neben der bereits erwähnten Hugo Boss z.B. Bertrandt, Bechtle, Gerresheimer, Cancom und Deutz. Den Blue Chips aus dem Portfolio erging es meist besser, zuvorderst Commerzbank, Deutsche Telekom, Münchener Rück und Allianz, die mit sehr guten Kursgewinnen aufwarteten. In die Liste der sechs renditestärksten Positionen „schmuggelten“ sich mit Hochtief und Talanx lediglich zwei Aktien, die nicht dem DAX entstammen.
Diese Befunde spiegeln die Börsenentwicklung des Gesamtjahrs 2024 gut wider: Während sich die mittelgroßen und kleinkapitalisierten Titel schwach präsentierten, der SDAX spürbar und der MDAX sogar deutlich verloren, zogen die Blue Chips davon und ermöglichten dem DAX ein sehr gutes Jahresergebnis.
Der DWS Concept Platow schloss immerhin knapp im Plus. Gemessen am fairsten Vergleichsmaßstab SDAX ist das ein Erfolg, der dazu führte, dass sich der langfristig merkliche Vorsprung seit der Fondsauflage 2006 weiter vergrößerte. Relativ zum 2024 deutlich stärkeren DAX kann das Ergebnis dagegen nicht befriedigen, auch wenn der Mehrertrag des Fonds gegenüber Deutschlands bekanntestem Aktienindex seit 2006 ebenfalls ansehnlich bleibt.
Im Kern setzte sich 2024 fort, was wir schon seit etwa drei Jahren beobachten: Investoren bevorzugten zuletzt Blue Chips gegenüber den „kleineren“ Aktiengesellschaften, was im historischen Kontext eine Anomalie ist. Wann die „(Small) Size Premium“ zurückkehren wird, der Kauf von kleinkapitalisierten Titeln also wieder mit einer Renditeprämie „belohnt“ wird, kann niemand verlässlich prognostizieren, auch wir nicht. Fakt ist indes, dass gerade in Deutschland viele Small Caps derzeit einen ungewöhnlich hohen Bewertungsabschlag gegenüber Blue Chips aufweisen. Positiv gewendet: Bei den „Kleinen“ sehen wir momentan gute Chancen, Perlen zu finden.
Letztlich sind wir bzw. unser Investmentsystem gegenüber der Unternehmensgröße allerdings „indifferent“, bevorzugen also weder kleine noch große Aktiengesellschaften. Stattdessen achten wir vorrangig auf fundamentalanalytische und bilanzielle Kennzahlen, ergänzt um selektive technische Faktoren. Dabei agieren wir bevorzugt mit „ruhiger Hand“, aber konsequent, wenn es erforderlich ist. Ein Beispiel: Von den 50 Aktienpositionen, die zu Jahresbeginn 2024 im Portfolio enthalten waren, blieben 28 bis zum Jahresende im Fonds (ruhige Hand). 22 wurden verkauft, weil sie unsere Kriterien nicht mehr erfüllten (Konsequenz). Diese bewährte Vorgehensweise wollen wir 2025 beibehalten.
*Disclaimer
Die pfp Advisory GmbH berät die DWS Investment GmbH bei der Verwaltung des Aktienfonds DWS Concept Platow. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Frank und Roger Peeters verfassen einmal im Monat einen Fondsbericht, der per Newsletter versendet und auch in der PLATOW Börse veröffentlicht wird. pfp Advisory und die PLATOW Verlag GmbH sind voneinander unabhängige Unternehmen mit unterschiedlichen Firmensitzen, haben aber mit der PLATOW Medien GmbH einen gemeinsamen (Mit-)Gesellschafter.