Münchener Rück geht in China shoppen
Nach der Trennung von zahlreichen Auslandstöchtern kauft die Münchener Rück-Tochter Ergo erstmals wieder zu.
„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“
Nach der Trennung von zahlreichen Auslandstöchtern kauft die Münchener Rück-Tochter Ergo erstmals wieder zu.
Unser Einstieg bei Münchener Rück war zeitlich gut gewählt. Der Aktienkurs des Rückversicherers hatte gerade die gröbsten Corona-Verwerfungen hinter sich und stabilisierte sich.
Viele Unternehmen rätseln noch, wie hart sie die Corona-Pandemie trifft. Bei der Münchener Rück ist jetzt klar, dass die Verschiebung von Großveranstaltungen wie Olympia den Gewinn im Q1 auf einen „niedrigen dreistelligen Mio.-Euro-Betrag“ zusammenschmelzen lässt.
Sturmtief „Sabine“ hat einen versicherten Schaden von 675 Mio. Euro verursacht und ist nur der sechstschwerste Wintersturm seit 2002.
Die Aktie des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück profitiert aktuell von vielen Faktoren. Bei jeder „Flucht in sichere Häfen“ ist der dividendenstarke Defensivtitel dabei. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm (bis 15.10. rd. 0,5 Mrd. Euro abgewickelt) stützt ebenso. Jetzt kommt auch noch eine gute Geschäftsentwicklung hinzu.
Auch wenn Münchener Rück naturgemäß nicht zu riskanten Abenteuern neigt, investieren die Bayern Wagniskapital in erfolgversprechende Jungunternehmen. Im vergangenen September kauften sie für 300 Mio. US-Dollar das Berliner Startup Relayr, das mit seiner Technologie die nachträgliche Vernetzung von Industriemaschinen ermöglicht. Jetzt steckte Firmenchef Joachim Wenning weitere 250 Mio. Dollar in die kalifornische Next Insurance und erhöhte den Anteil der Münchner damit auf 27,5%.
Weil die Schadensbilanz für 2019 bislang gering ausfällt und die Rückversicherer in unruhigen Börsenzeiten mit stabilen Kursen und einer hohen Dividendenrendite glänzen, lief es für die Aktien der „Versicherer der Versicherer“ zuletzt gut. In der ersten Septemberwoche berichtet die Branche zudem über den Ausgang der wichtigen Erneuerungsrunde für Verträge zum 1.7., und nach einer jetzt veröffentlichten Studie der Ratingagentur Fitch kann der Sektor bei dieser und der Erneuerungsrunde zum 1.1.20 mit steigenden Preisen rechnen. Gleichzeitig steht im September der erste Härtetest an: In den USA beginnt mit „Dorian“ die Hurrikan-Saison. Wir blicken auf drei Industrie-Schwergewichte der Branche.
Bei Munich Re sprudeln die Gewinne, weil Großschäden ausbleiben und der DAX-Konzern Rückstellungen auflösen kann. Am Donnerstag (18.7.) nach Börsenschluss kündigte der Rückversicherer an, dass er im Q2 einen Konzerngewinn von rd. 1 Mrd. Euro erwirtschaftet hat, fast doppelt so viel wie von Experten im Vorfeld erwartet. Nach sechs Monaten sind mit rd. 1,6 Mrd. Euro etwa zwei Drittel des anvisierten Jahresgewinns von 2,5 Mrd. Euro erreicht.
Acht Manager um AR-Chef Nikolaus von Bomhard und CEO Joachim Wenning erwarben am 3.6. Aktien der Münchener Rück im Wert von insgesamt fast 360 000 Euro.
Bei der Münchener Rück hat Vorstandschef Joachim Wenning die hohen Erwartungen an den Rückversicherer gedämpft. Das anvisierte Ergebnisziel von 2,1 Mrd. bis 2,5 Mrd. Euro werde sicher erreicht, angesichts der jüngsten Schadensentwicklung wolle er aber „den Mund nicht zu voll“ nehmen.
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hofft darauf, dass die Preise bei der im Januar anstehenden Verhandlungsrunde für Neuverträge nicht wieder abbröckeln.
Privatanleger werden oft mit der Dividendenstrategie gelockt, um einen Ausgleich für geringe Zinsen zu erwirtschaften. Ein langfristiger Erfolg mit Aktien basiert aber immer auf den beiden Säulen Dividende und Kurszuwachs und ist zudem vom Wirtschaftsumfeld abhängig. Aus dem Vergleich zwischen der reinen Preis- und der Performance-Variante des TecDAX in den vergangenen zehn Jahren wird der Rendite-Unterschied deutlich: Während die Kurse 165,7% zulegten, bescherten die Ausschüttungen Anlegern zusätzlich einen Gewinn von 52,4%.
017 war für viele Rückversicherer schwierig: Etliche teure Naturkatastrophen, das schwierige Zinsumfeld und ein anhaltender Preisdruck belasteten die Branche. Dennoch schlugen sich die „Versicherer der Versicherer“ ordentlich. 2018 sehen die Voraussetzungen bislang besser aus. Nach dem gerade vorgelegten Katastrophenbericht der Munich Re gab es im 1. Hj. weltweit deutlich weniger schwere Naturkatastrophen. Die Gesamtschäden fielen dabei mit rd. 33 Mrd. US-Dollar so niedrig aus wie seit 2005 nicht mehr. Zwar steht noch die Hurrikan-Saison im 2. Hj. aus, doch vor den anstehenden Hj-Zahlen der Rückversicherer lohnt ein Blick auf die Branche.
Großschäden hatten Munich Re das vergangene Jahr sprichwörtlich verhagelt, für einen Gewinneinbruch gesorgt und Investoren enttäuscht. Nun laufen die Geschäfte wieder besser.
Großschäden in Höhe von 4,3 Mrd. Euro haben der Munich Re das Jahresergebnis 2017 verhagelt. Trotz eines guten Kapitalergebnisses schrumpfte der Nettogewinn auf 375 Mio. Euro und damit noch unter die von Analysten erwarteten 450 Mio. Euro. Erstmals seit 2011 will Konzernchef Joachim Wenning daher mit 8,60 Euro auch „nur“ eine Dividende auf Vorjahreshöhe zahlen, erwartet wurden dagegen 8,80 Euro.
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Im Oktober 2017 war es endlich geschafft: Der DAX-Kurs-index erreichte ein neues Allzeithoch. Damit ließ der nicht durch Dividenden aufgehübschte, aber im Vergleich zum populären Performance-DAX ungleich weniger bekannte Aktienindex seine Verlaufshochs vom April 2015 und März 2000 zum guten Schluss doch noch hinter sich. Salopp formuliert: Das Paket der 30 wichtigsten deutschen AGs ist also siebzehneinhalb Jahre nach dem Millenniumshoch im Wert immerhin etwas gestiegen.
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Also doch: Die Stürme Harvey und Irma gefährden bei der Munich Re das Jahresziel eines Gewinns von 2,0 Mrd. bis 2,4 Mrd. Euro. Dies teilte der weltgrößte Rückversicherer am späten Mittwochabend mit. Zuvor hatten die Münchner von Belastungen gesprochen, die sich nahezu im kalkulierten Rahmen bewegen.
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Mit Swiss Re, Munich Re und Hannover Rück haben in den letzten beiden Wochen die weltweit größten Rückversicherer ihre Halbjahresberichte veröffentlicht. Diese zeigten erneut, wie sehr die Branche unter dem anhaltenden Preisdruck leidet. Und das Ausbleiben von Großschäden, das den Gewinn eigentlich treiben sollte, rückt die Rückversicherer in eine schlechte Verhandlungsposition.
Vor fast genau einem Jahr, in PB v. 23.5.16, hatten wir BHS Tabletop erstmals zum Kauf empfohlen. Denn kurz vorher gaben die drei Großaktionäre des Herstellers für Hotel- und Gastronomieporzellan, Deutsche Bank, Münchener Rück sowie die WMF-Tochter proHeq, bekannt, dass sie den Verkauf ihrer Anteile von insgesamt rd. 83% prüften.
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Im Januar (PB v. 20.1.) hatten wir Munich Re zum Kauf empfohlen. Auch damals bewegte sich der Aktienkurs (177,15 Euro; DE0008430026) auf einem ähnlichen Niveau.
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