Aufschwung in der Bauwirtschaft gewinnt an Fahrt
Eine Branche, die aktuell vom guten konjunkturellen Umfeld, milder Witterung und wie keine andere von extrem niedrigen Zinsen profitiert, ist das Baugewerbe.
„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“
Eine Branche, die aktuell vom guten konjunkturellen Umfeld, milder Witterung und wie keine andere von extrem niedrigen Zinsen profitiert, ist das Baugewerbe.
Einen kleinen Rückschlag in seinem Expansionskurs musste HeidelbergCement hinnehmen. Denn die EU-Kommission untersagte die geplante Übernahme des Zementherstellers Cemex Croatia, der gemeinsam mit dem Mitbewerber Schwenk erworben werden sollte.
Etwas kleinere Brötchen wird HeidelbergCement im laufenden Jahr backen. Dies verwundert nicht, denn die 3,7 Mrd. Euro-Übernahme von Italcementi in 2016 war ein Meilenstein der Firmengeschichte. Allerdings hatten die Erfolge der vergangenen Monate die Erwartungen steigen lassen. Im Q4 lag der Baustoffkonzern mit einem Umsatzplus von 25% auf 4,24 Mrd. Euro und einem Anstieg beim EBITDA um 18% auf 818 Mio. Euro unter der Guidance. Deutlich wird dies bei den Bilanzzahlen ohne Berücksichtigung von Italcement. Hier wären der Umsatz um rund 4% gefallen und das EBITDA nur um ca. 2% gestiegen. Probleme bereitet weiterhin Indonesien. Aber auch die Region West- und Südeuropa leidet: Dort spielte der vergleichsweise kalte Winter eine maßgebliche Rolle.
Die Dezember-Hausse ging an der HeidelbergCement-Aktie vorbei. Vielmehr kam es zu Gewinnmitnahmen als Folge des Höhenflugs, den das angekündigte US-Infrastrukturprogramm von Donald Trump auslöste. Dann belastete die negative Einschätzung eines Commerzbank-Analysten die Kursentwicklung. Er stufte das HeidelCement-Papier mit Kursziel 75 Euro ab, während andere Analysten Kursziele über 100 Euro nennen.
Bis 92 Euro ist die HeidelbergCement-Aktie durchgelaufen. Damit rückt auch das Rekordhoch von 2007 bei ca. 120 Euro ins Blickfeld. Die Gründe: Der seit 2011 laufende Aufwärtstrend ist intakt. Und auch die Wahl Donald Trumps beflügelte. Denn der designierte US-Präsident kündigte ein milliardenschweres Infrastrukturprogramm an. Bei den Q3-Zahlen konnte Heidelcement jedoch nicht voll überzeugen. Sonderaufwendungen von 63 Mio. Euro aus der Italcementi-Übernahme (PB v. 19.8.) bremsten den Nettogewinn.
Die Aktie von HeidelbergCement notiert so hoch wie zuletzt 2008. Und noch ist kein Ende des Aufwärtstrends in Sicht. Denn in nahezu allen wichtigen Märkten läuft das Geschäft sehr gut, obwohl teilweise die Verkaufspreise erhöht wurden. So stieg der Gewinn nach Steuern, auch dank weiterhin niedriger Energiekosten, um 17% auf 318 Mio. Euro. Beim Umsatz kam es zu einem minimalen Rückgang von 2% auf grob 3,6 Mrd. Euro, der allerdings auf Währungseffekte zurückzuführen ist. Erwartungsgemäß bestätigte das Management zudem die Jahresziele für den Zementkonzern.
Die Wohnungsnot in Deutschland wird größer. Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass bis zu 400 000 neue Wohnungen pro Jahr benötigt werden, um die Nachfrage zu befriedigen. Auch staatliche Subventionen werden diskutiert. Neben den Baugesellschaften dürften Zulieferer wie HeidelbergCement die größten Profiteure dieser Entwicklung sein.
Die Baustoffbranche erlebt europaweit den größten Umbruch ihrer Geschichte. Den Anfang machte die Fusion von Lafarge und Holcim (siehe PB v. 3.6.). Nun zieht HeidelbergCement nach. Ende Juli machte Deutschlands größter Zementhersteller ein Angebot für Italcementi, die weltweite Nummer 5. Volumen: 3,7 Mrd. Euro. Inzwischen steht auch die Zwischenfinanzierung. Mehrere Banken erklärten, den Kreditrahmen bereitzustellen. Synergien werden sich nach der Übernahme rasch ergeben, denn beide Unternehmen setzen identische Schwerpunkte im Zementgeschäft. Dieser Fokussierung fiel das deutsche Kalkgeschäft zum Opfer: Es wurde an die belgische Lhoist-Gruppe abgegeben.
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Während Lafarge und Holcim (siehe PB v. 3.6.) fusionieren und viele Details zur künftigen Strategie noch ungewiss sind, hat HeidelbergCement klare Ziele formuliert. Der Zementhersteller will in den kommenden fünf Jahren wachsen und seine Gewinne steigern. Bis 2019 soll der Umsatz auf mehr als 17 Mrd. Euro klettern (2014: 12,6 Mrd. Euro). Als EBITDA-Ziel wird die Marke von 4 Mrd. Euro angepeilt, nach 2,3 Mrd. Euro 2014. Und auch die Ausschüttungsquote soll auf 40 bis 45% steigen. Die Attraktivität des DAX-Titels soll zudem über Aktienrückkaufprogramme erhöht werden.
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In vielen Teilen der Erde nimmt die Bauaktivität derzeit deutlich zu. Selbst Nordamerika und Europa zeigen klare Wachstumstendenzen. Von dieser Entwicklung profitiert auch der DAX-Konzern HeidelbergCement, der seinen Umsatz im ersten Quartal vor Konsolidierungs- und Wechselkurseffekten gegenüber der Vorjahresperiode um fast 15% ausbaute.
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In vielen Teilen der Welt hellen sich die Konjunkturaussichten derzeit deutlich auf. Insgesamt erwarten führende Volkswirte, dass die Dynamik in den USA aber auch im kränkelnden Europa ab dem Sommer wieder zunimmt. Hiervon sollten insbesondere zyklische Werte wie der global agierende Baustoffhersteller HeidelbergCement profitieren. Operativ sind die Süddeutschen sehr gut aufgestellt. Das laufende Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm soll die Wettbewerbsposition noch weiter verbessern. Eine aggressive Expansionsstrategie in attraktiven Schwellenländern führt langfristig zu stark überdurchschnittlichen Wachstumsraten.
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Höhere Energiepreise haben die Zementhersteller 2011 schwitzen lassen. Steigende Kosten konnten nicht entsprechend an Kunden weitergegeben werden. Gestiegene Umsätze ergaben daher nicht automatisch höhere Gewinne.
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Die Aussagen von HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele lassen vermuten, dass er erleichtert ist, dass Umsatz und der Gewinn vor Zinsen und Steuern 2011 doch noch gesteigert werden konnten. Das Unternehmen profitierte u. a. in Europa vom späten Winterbeginn und von der wirtschaftlichen Erholung in Nordamerika. Insgesamt stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 9,7% auf 12,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat allerdings nur um 3% auf 1,5 Mrd. Euro zugenommen, was zeigt, wie eng die Margen in dieser Branche sind. Gestiegene Energiepreise, der Preisverfall der Emissionsrechte und negative Währungseffekte haben die Margen und damit das Ergebnis im vergangenen Jahr gedrückt.
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