Elmos vor Q4: Alle blicken auf den Kapitalmarkttag
Im Vorfeld des anstehenden Kapitalmarkttags präsentiert sich die Aktie von Elmos in guter Verfassung. Die starke Performance dürfte weiterhin auch fundamental untermauert werden.

Bei Vorlage der 2025er-Zahlen am kommenden Dienstag (24.2.) dürfte unser Musterdepotwert Elmos Semiconductor die Erwartungen des Marktes treffen. Wir rechnen konkret mit einem Umsatz von über 580 Mio. Euro und einer EBIT-Marge zwischen 21% und 22%, was ungefähr in der Mitte des zuletzt avisierten Zielkorridors (20%-23%) liegt. Das Q4 dürfte dank der Umsatz-Verschiebungen aus dem Q3 (w/ SAP-Umstellung) ein Rekordquartal gewesen sein. Beim Free Cashflow sollte die eigene Zielmarke (10%) sogar übertroffen werden, was der Konsens (ca. 11%) allerdings auch genau so schon erwartet.
Bestätigung und Konkretisierung der 2030er-Ziele
Entscheidend für die weitere Aktienkursentwicklung ist daher weniger der Blick zurück, sondern die Frage, wie überzeugend der Ausblick auf 2026 und der ebenfalls am Dienstag stattfindende Kapitalmarkttag (CMD) ausfällt. Elmos dürfte hier seine Mittelfristziele (2030: Umsatz von rund 1 Mrd. Euro, EBIT-Marge von rund 25%) bestätigen und den Analysten im Detail erläutern, wie und warum dieses Ziel tatsächlich erreicht werden kann. Im Fokus stehen beim CMD daher zum Beispiel aktuell Design-Wins und die zukünftige Produkt-Pipeline.
Ein großer Design-Win bei einem europäischen Tier1-Kunden für eine Airbag-Plattform wird schon 2026 das Wachstum ankurbeln. Weil die in den vergangenen zwei Jahren belastende Phase des Destockings (Abbau von Lagerbeständen entlang der Lieferkette) endlich vorbei ist, scheint ein zweistelliges Umsatzplus im laufenden Jahr möglich. Das sollte auch die EBIT-Marge beflügeln. Zudem rechnen wir bei der 2026er-Prognose mit einer noch mal höheren FCF-Marge, weil Capex niedrig bleibt und sich das Working Capital zunehmend verbessert.
Neues zur FCF-Marge und den Ausschüttungen
Ergänzend zu den bereits kommunizierten Mittelfristzielen bei Umsatz und EBIT erwarten wir beim CMD auch Angaben zum FCF-Margen-Ziel und zur geplanten Kapitalallokation. Eine nachhaltig zweistellige FCF-Marge sowie ein verbindlicher Rahmen für Dividenden und Aktienrückkäufe sollten die Equity-Story deutlich untermauern. Nach dem starken Kursanstieg (+37% seit unserer Depotaufnahme inklusive Nachkauf vor gut zwei Monaten) ist die Bewertung der Aktie (125,80 Euro; DE0005677108) allerdings ambitionierter geworden. Das 12-Month-Forward-KGV liegt mit 19 über dem 10-Jahresschnitt (16), was auch für andere Gewinn-Multiples gilt. Auf der anderen Seite sind auch die erwarteten Kapitalrenditen höher als früher. Und es besteht berechtigte Hoffnung auf nachhaltiges, strukturelles Wachstum in einer sonst so zyklischen Branche.
Sollte der Vorstand am Dienstag überzeugend darstellen, dass die ambitionierten Mittelfristziele (ca. 11% Wachstum CAGR bei steigenden Margen) realistisch sind, trauen wir der Aktie perspektivisch noch weitere Kurssteigerungen zu. Vor allem die lange Zeit kritisierte Cashflow-Generierung und die dadurch möglichen Ausschüttungen (Dividende und Rückkäufe als zukünftig feste Bestandteile) sind fundamental ein entscheidender Pluspunkt. Zudem ist das Momentum der SDAX-Aktie vollkommen intakt.
Kurzfristige Gewinnmitnahmen („sell on good news“) sind nach dem jüngsten Höhenflug aber möglich. Wer noch nicht investiert ist, akkumuliert Elmos deshalb bei Rücksetzern auf 117,00 Euro. Den Stopp ziehen wir von 70,00 Euro auf 84,00 Euro nach.