Hongkong

Vermehrter Gegenwind drückt Cathay Pacific zu Boden

Cathay Pacific spürt die Folgen der Demos am Heimathub Hongkong
Cathay Pacific spürt die Folgen der Demos am Heimathub Hongkong © CC0

Obwohl Cathay Pacific operativ ganz ordentliche Fortschritte machte, blieb die Aktie (1,10 Euro; 870986; HK0293001514) seit April im konsequenten Sinkflug.

Dabei ist es sicherlich nicht hilfreich, dass prodemokratische Proteste den Heimatflughafen der Airline zum vollständigen Erliegen brachten. Die zunehmend gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und der Polizei werden weltweit aber auch mit Besorgnis beobachtet.

Unabhängig von den Demonstrationen legten die Hongkonger vergangenen Mittwoch (7.8.) solide Hj.-Zahlen vor. Der Umsatz stieg mit 0,9% zwar nur leicht auf 53,35 Mrd. HKD (ca. 6,1 Mrd. Euro), aber die Fluggesellschaft hat neue Strecken aufgenommen und die Flugfrequenz zu wichtigen amerikanischen und europäischen Städten wie Seattle, Madrid und Frankfurt ausgeweitet und knapp 18,3 Mio. Fluggäste (+4,4%) befördert. Die Passagierumsätze stiegen entsprechend um 5,6% auf 37,4 Mrd. HKD, während das Frachtgeschäft um 11,4% auf 11,5 Mrd. HKD deutlich schrumpfte. Andere Dienstleistungen wie das Catering haben sich nicht wesentlich verändert. Sehr positive Auswirkungen auf den Gewinn hatte neben dem vermehrten Flugbetrieb vor allem der um 6,5% gesunkene Kerosinpreis. Das beförderte den operativen Gewinn von 697 Mio. auf 2,5 Mrd. HKD. Die Marge kletterte von 1,3 auf 4,6%, wobei das wichtigere 2. Hj. erst noch folgt.

Zudem konnte Cathay Pacific die Übernahme von Hong Kong Express Airways für 4,9 Mrd. HKD im Juli abschließen. Verkäufer ist die chinesische HNA Gruppe, die einer der größten Aktionäre der Deutschen Bank ist. Der erworbene Billigflieger bedient v. a. Festlandchinesen, bei denen so das Interesse am Ausland und den Flügen dorthin geweckt werden könnte. Ein kluger Schachzug von Cathay Pacific.

Dennoch erwartet die Airline stärkeren Gegenwind durch die Proteste in Hongkong, den Handelskrieg, einen intensiven Wettbewerb, Währungsrisiken eines starken US-Dollars und volatilere Treibstoffkosten. Der schwache Ausblick sorgte also bei der Aktie für keine Trendwende, notierte sie am 2.4. doch noch bei 1,60 Euro. Im Abwärtssog, der die Aktie mittlerweile auch weit unter die 200-Tage-Linie (1,33 Euro) führte, wurden Investoren außerdem am 13.6. mit einem Verlust von 10,9% ausgestoppt. Trotz eines günstigen 2020er-KGVs von 9 und einer attraktiven Dividendenrendite von 3,9% sollten Anleger daher bei dem Titel noch Vorsicht walten lassen.

PEM-leser warten bei Cathay Pacific vorerst ab.

 

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